Millionen-Projekt für Legden: Ein Kunstrasenplatz und Sanierung der Kampfbahn

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Die Fußballer in Legden sollen einen Kunstrasenplatz bekommen. Im Rat wurden erste Pläne vorgestellt. Als die Kosten genannt wurden, ging ein Raunen durch die gut gefüllten Zuschauerreihen.

Legden

, 18.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Platz 1 gesperrt: Das Schild im Dahliendorfstadion zeigt das Problem. Regnet es wie in diesen Wochen, ist der Spielbetrieb lahmgelegt. Der Wille zu einem Kunstrasenplatz ist also schon lange da bei den Vereinen SuS Legden und Germania Asbeck. Auch die Politik bekundete bei der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend Unterstützung. Doch noch sind einige Fragen zu klären.

Schon im Sommer sollte das Thema der Politik vorgestellt werden. Doch die Diskussion um das Gummigranulat und Mikroplastik sorgte für Aufschub. Inzwischen steht fest: Das Gummigranulat ist nicht verboten. Aber ein Auslaufmodell und offensichtlich nicht umweltfreundlich. Bürgermeister Friedhelm Kleweken erklärte außerdem: „Wer eine Förderung haben will, darf Kunststoff nicht als Füllstoff verwenden.“

Experte stellt zwei Varianten vor

Selten saßen bei einer Ratssitzung im Dormitorium in Asbeck so viele Zuschauer in den hinteren Reihen. Die meisten von ihnen waren wegen Tagesordnungspunkt 3 gekommen: Vorstellung einer Machbarkeitsstudie für den Neubau eines Kunstrasenplatzes im Sportzentrum Legden. Er soll beiden Fußballvereinen in Legden und Asbeck zur Verfügung stehen. Zwei Varianten stehen zur Wahl.

Die preisgünstigere Variante: Der Kunstrasenplatz entsteht auf dem Rasenplatz 2. Das Spielfeld würde 64 x 100 Meter groß. Das ist die kleineste vom DFB zugelassene Größe sogar für Länderspiele, so Rudolf Brinkmann vom auf den Sportanlagenbau spezialisierten Ingenieurbüro Brinkmann und Deppen aus Sassenhausen. Hier könnten zwei Jugendspielfelder quer ausgewiesen werden. Dazu kommt eine Flutlichtanlage. Kosten: rund 750.000 Euro.

Die günstigere Alternative wäre der Umbau von Platz 2 am Nordring.

Die günstigere Alternative wäre der Umbau von Platz 2 am Nordring. © Ronny von Wangenheim

Variante 2: Hier würde der Kunstrasenplatz im Dahliendorfstadion im Bereich der Kampfbahn entstehen, hier allerdings 68 x 105 Meter groß. Damit verbunden ist, dass auch die Laufbahnen neu als Kunststoffbahnen entstehen. Hier würden also Fußballer und Leichtathleten profitieren.

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In den an das Spielfeld angrenzenden Halbkreisen sind wiederum Varianten möglich. Gebe es hier auch Kunstrasen, könnte man sogar drei Jugendspielfelder anordnen. Es könnten aber auch in den Halbrunden Kleinspielfelder angelegt werden, möglich wäre auch ein Beach-Volleyballfeld mit Sand, das auch beim Kugelstoßen eingesetzt werden kann. Die Kosten: rund 1,2 Millionen Euro.

Kombination aus Kork und Sand

Beim Material geht die Empfehlung des Experten eindeutig zu einer Kombination aus Kork und Sand, eine Variante die auch günstiger ist als eine Gummigranulatverfüllung, so Rudolf Brinkmann: „Wir haben schon mehrere Plätze so gemacht, zum Beispiel in Stadtlohn und Velen, sie funktionieren einwandfrei.“ Es gebe zwar neue Entwicklungen, die aber seien wegen der fehlenden Witterungsbeständigkeit noch nicht marktreif.

Er nannte weitere Zahlen. Die Lebensdauer wird mit 15 Jahren angegeben. Danach muss der Teppich ausgetauscht werden. Die Kosten dafür: rund 170.000 Euro.

Käme der Kunstrasenplatz ins Stadion, würde gleichzeitig auch die Leichtathletikbahnen erneuert.

Käme der Kunstrasenplatz ins Stadion, würde gleichzeitig auch die Leichtathletikbahnen erneuert. © Ronny von Wangenheim

Die Nutzungsstunden im Jahr liegen bei Naturrasen bei 400 bis 800 Stunden, bei einer Tennenfläche bei 1000 bis 1500 Stunden und bei einem Kunstrasen mit Sand- oder Sand-Korkgranulat-Verfüllung bei 2000 bis 2500 Stunden.

Kunstrasenplatz ist auf Dauer wirtschaftlicher

Die Pflegekosten betragen bei einem Naturrasen 4,10 Euro pro Quadratmeter im Jahr, bei dem Kunstrasen 1,30 Euro (Sand) oder 1,80 Euro (Sand/Granulat). Rudolf Brinkmann: Bei 15 Jahren Lebensdauer ist der Kunstrasenplatz in der Herstellung teurer, über die Lebensdauer aber wirtschaftlicher.“

Zur Finanzierung erläuterte Bürgermeister Friedhelm Kleweken: „Es gibt ein neues Programm für Stadtentwicklung im ländlichen Raum.“ Das beinhalte bis zu 65 Prozent Förderung, allerdings maximal 500.000 Euro pro Projekt. Jetzt soll geprüft werden, ob man den Umbau zum Kunstrasenplatz und die Erneuerung der Kampfbahn als zwei Projekte fördern lassen kann.

Im besten Falle geht es im Sommer los

So geht es weiter: In den drei Fraktionen werden die Pläne beraten. Im Januar wird Bürgermeister Kleweken Gespräche mit SuS Legden, Germania Asbeck und dem Gemeindesportverband führen. Hier wird es um deren Vorstellungen gehen, genauso auch um Möglichkeiten der Beteiligung. Läuft alles optimal, könnte im Sommer mit den Arbeiten begonnen werden. Gerechnet wird mit drei Monaten, für die Kampfbahn mit zusätzlich vier bis sechs Wochen. Möglich sind die Arbeiten allerdings nur in einem Zeitraum von April bis Oktober.

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