Mit schwerem Gerät, Zement und Wasser wird ein alter Wirtschaftsweg wie neu

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Mit schwerem Gerät ist eine Firma auf den Wirtschaftswegen unterwegs. Dank eines Fördertopfs werden 7000 Meter erneuert, so viel wie nie in einem Jahr. Auch 2020 hofft die Gemeinde auf Geld.

Legden

, 01.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Wirtschaftsweg in einem Waldstück im Beikelort: Mehrere schwere Fahrzeuge bewegen sich langsam vorwärts. Alle Abläufe greifen ineinander.

Die Fahrbahn wird aufgerissen und geschreddert, das Material mit Wasser gemischt. Zusammen mit Zement aus einem weiteren Fahrzeug kommt alles wieder auf die Fahrbahn, wird gewalzt und härtet in wenigen Stunden aus. Meter für Meter entsteht so eine neue Fahrbahn. Nur die Asphaltdecke wird später kommen.

Baumischverfahren nennt sich diese Methode, die schnell, effektiv und günstiger als andere Verfahren Wirtschaftswege erneuert. Und zwar so, dass sie sowohl für Radfahrer bestens geeignet sind, als auch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge tragen können.

Mit schwerem Gerät, Zement und Wasser wird ein alter Wirtschaftsweg wie neu

Vier Fahrzeuge fahren hintereinander. Im vordersten Fahrzeug findet sich Zement, dahinter kommt der Wassertank, dann das Fahrzeug, mit dem die Fahrbahn aufgerissen wird. Zuletzt glättet eine Walze die Fläche. © Ronny von Wangenheim

„Für 30 Euro pro Quadratmeter ist das auch relativ kostengünstig“, informierte Bürgermeister Friedhelm Kleweken im Bauausschuss am Dienstag. Beim herkömmlichen Ausbau wird mit rund 40 Euro pro Quadratmeter gerechnet.

Schnell auf ein neues Förderprogramm reagiert

Rund 650.000 Euro hat Legden als Zuschüsse vom Land „zur Förderung einer nachhaltigen Modernisierung ländlicher Infrastruktur“ bekommen, weitere 30 Prozent steuert die Gemeinde bei. Sehr schnell hatte Legden auf das Förderprogramm reagiert, das in diesem Jahr aufgelegt wurde.

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Die Hoffnung ist groß, dass auch 2020 Fördergelder in ähnlicher Höhe nach Legden fließen. Die Prioritätenliste ist bereits erstellt, jetzt sollen die Vorbereitungen für die Anträge getroffen werden. Das war auch Thema bei der Herbstbesichtigung der Wirtschaftswege. Dazu waren jeweils ein Vertreter der drei Fraktionen im Gemeinderat und Vertreter der Verwaltung unterwegs.

Wirtschaftswegekonzept ist ein Pluspunkt

Sigrid Goßling, SPD-Fraktionsvorsitzende, ist optimistisch, dass es mit den Zuschüssen klappt: „Noch haben wenige Kommunen ein Wirtschaftswegekonzept wie Legden. Das ist unser Plus.“ Friedhelm Kleweken betonte: „Wir sollten das ruckzuck auf den Weg bringen.“

Mit schwerem Gerät, Zement und Wasser wird ein alter Wirtschaftsweg wie neu

Wenn die Fahrbahn aufgerissen ist, wird das Material im Fahrzeug (l.) zusammen mit Wasser aus einem Tankwagen (r.) gemischt. © Ronny von Wangenheim

In diesen Wochen werden Teile der Wirtschaftswege 101 und 102 im Beikelort, westlich der A 31, wieder hergestellt. Dazu gehört auch der Abschnitt in Richtung Stadtlohn, der als Umweg für das fehlende Stück Radweg an der K 33 genutzt wird. Weitere Abschnitte sind im Wehr (Teile der Wege 48, 75, 71, 37 und 40) sowie in Asbeck. Bis Weihnachten soll, wenn das Wetter mitspielt, alles fertig sein.

Festgelegt wurde in der Prioritätenliste, wie es 2020 weitergehen könnte, vorausgesetzt es gibt wieder Fördermittel. Für 770.000 Euro könnten im Baumischverfahren weitere Wirtschaftswege ausgebaut werden. Dazu gehören Wege in Wehrer Mark, Wersche, Wehr/Frettholt und im Beikelort.

Für dieses Verfahren muss allerdings erst ein Bodengutachten gemacht werden, um die Förderfähigkeit zu klären. Für weitere 220.000 Euro sind Straßen unter anderem im Isingort aufgeführt, die mithilfe des DSK-Verfahrens (dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise) instandgesetzt würden.

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