Antonius Schulze Beikel steht an seinen Bienenvölkern und wintert sie ein. © Laura Schulz-Gahmen
Redaktionsbienen

Mit Video: Das Bienenjahr ist vorbei – Bienen werden eingewintert

Der Sommer geht zu Ende und das Bienenjahr ist somit auch vorbei. Die Bienen halten bald Winterruhe. Hobbyimker Antonius Schulze Beikel erklärt, wie er seine Bienen einwintert.

Seit Monaten begleitet die Münsterland Zeitung Hobbyimker Antonius Schulze Beikel (49) und seine Bienen um Bienenkönigin Hermine durch das Bienenjahr. Das neigt sich nun dem Ende, die Bienen werden eingewintert.

Dafür muss der 49-Jähirge aber erst noch eine spezielle Behandlung bei seinen Völkern durchführen. Im Sommer stört die Varroa-Milbe die Bienen weniger, in der Winterruhe hingegen extrem.

Und zwar so sehr, dass sie den Winter deswegen möglicherweise gar nicht erst überleben. Der Parasit stört die Winterruhe der Bienen, die ihren Organismus runterfahren und daher nur wenig Energie verbrauchen so sehr, dass die Bienen nicht genug Energie übrig haben und sterben.

Bereits über Ostern hatte der Hobbyimker die Gelegenheit genutzt und eine Präventions-Maßnahme gegen die Varroa-Milbe bei seinen Völkern durchgeführt. Varroa-Milben krabbeln in die Wabenzellen, wenn die Bienen geschlechtsreif sind. „Dort schmarotzen die Milben an den Bienenmaden“, erklärte Antonius Schulze Beikel bereits im April gegenüber der Redaktion.

Damals hatte der Legdener Drohnenrähmchen in die Brutzargen eingesetzt. Bei der zweiten Varroa-Behandlung geht er nicht mehr präventiv sondern offensiv an die Sache heran. Die Behandlung mit Ameisensäure wird nach der Honigernte im Sommer gemacht, damit keine Rückstände in den Honig gelangen.

In diesen Verdunster kommt Ameisensäure, die über das Tuch verdunstet. Den Bienen schadet die Säure nicht, nur der Varroa-Milbe.
In diesen Verdunster kommt Ameisensäure, die über das Tuch verdunstet. Den Bienen schadet die Säure nicht, nur der Varroa-Milbe. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Für die Behandlung mit 60-prozentiger Ameisensäure benutzt Antonius Schulze Beikel einen Verdunster, den er mit der Säure befüllt. Die Säure fließt in einen am Verdunster befestigten Lappen, über den die Säure langsam verdunstet und in der Luft im Bienenstock freigesetzt wird. „Dadurch stirbt die Milbe, aber die Bienen stört das nicht. Manchmal naschen sie sogar von der Säure“, erklärt der Imker im Gespräch.

Dann folgt der zweite Schritt der Einwinterung. Antonius Schulze Beikel befüllt einen Kanister, der mit einem Draht zu einer Art Korb umgebaut wurde und den Bienen als Futterreservoir dient, mit einer Zuckerlösung. Die kaufen Imker zu. „Die Bienen bekommen für den Winter etwa 10 bis 20 Kilogramm von der Zuckerlösung, je nach Größe des Volkes“, sagt der Hobbyimker.

Nach etwa einer Woche führt er die Behandlung mit der Ameisensäure noch einmal durch, damit auch die frisch geschlüpften Varroa-Milben noch erwischt werden. Dann wird das Flugloch der Bienen verkleinert, damit keine Mäuse oder andere Feinde eindringen können. Die Bienen können bei schönem Wetter – Bienen fliegen ab einer Temperatur von zwölf Grad – dann trotzdem noch ausfliegen und beispielsweise Reinigungsflüge absolvieren und auf Pollen- und Nektarsuche gehen.

Für den Imker stehen dann nur noch Winterarbeiten an. „Das sind so Sachen wie alte Waben einschmelzen, Mittelwände herstellen, Honig verarbeiten, und einiges mehr“, sagt Antonius Schulze Beikel.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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