Dank ihnen hat der Dorfteich einen neuen Brunnen (v. l. n. r.): Torsten Lammerskötter (Montage Photovoltaik), Marc Haberstroh (Installation Wasserfontäne), Matthias Nettels (Gemeinde Legden), Jens Sprey (Volksbank Gronau Ahaus) und Bernhard Laukötter (Heimatverein). © Nils Dietrich
Crowdfunding

Mit Video: Der Dorfteich in Asbeck ist jetzt digital – das steckt dahinter

Landauf, landab wird viel von Digitalisierung geredet - in Asbeck packt man sie an. Der neue Brunnen im Dorfteich kann jetzt über eine Smartphone-App gesteuert werden.

Es plätschert wieder im Herzen von Asbeck: Seit Ende Juni ist der neue Brunnen im Dorfteich installiert und sprudelt nun mal leise, mal etwas lauter vor sich hin. Hinter dem neuen Wasserspiel aber steckt eine besondere Geschichte: Es soll nicht nur gut aussehen und die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch die Fische in dem stehenden Gewässer schützen.

„Wir hatten hier schon zweimal ein Fischsterben, weil zu wenig Sauerstoff im Wasser ist“, sagt Matthias Nettels von der Gemeinde Legden. Und die Katastrophe aus den beiden vergangenen Jahren soll sich möglichst nicht wiederholen.

Die entscheidende Idee kam vom Heimatverein

Aber was tun? Matthias Nettels wandte sich zunächst hilfesuchend an den Heimatverein. „Es ist ein Anliegen der Bevölkerung, dass die Fische genug Sauerstoff bekommen“, berichtet dessen Erster Vorsitzender Bernhard Laukötter. Ein Springbrunnen könnte den Sauerstoffgehalt im Dorfteich erhöhen und so eine bessere Lebensgrundlage für dessen Bewohner schaffen.

Die Technik hinter der Fontäne wird in den Teich eingelassen.
Die Technik hinter der Fontäne wird in den Teich eingelassen. © privat © privat

Für die Finanzierung hatte Bernhard Laukötter auch die passende Idee: Über ein Crowdfunding-Projekt der Volksbank sollten die für das Projekt angesetzten 4.500 Euro eingesammelt werden. Am Ende kamen 5.200 Euro zusammen, das Geldinstitut legte nochmal 20 Prozent drauf. Mit dem übrig gebliebenen Geld soll der Ortskern weiter verschönert werden.

Die eigentliche Arbeit nahm dann einen Samstag und zwei weitere Abende in Anspruch. Matthias Nettels hatte ein Team aus fachkundigen Experten zusammengestellt. Die installierten aber nicht nur den Brunnen. Was dem Dorfteich-Besucher zunächst verborgen bleibt: Hinter dem Brunnen-Projekt steckt tatsächlich so etwas wie Digitalisierungs-High-Tech.

Da keine Leerrohre vorhanden waren, mussten Leitungen für die Energieversorgung und die Steuereinheit verlegt werden.
Da keine Leerrohre vorhanden waren, mussten Leitungen für die Energieversorgung und die Steuereinheit verlegt werden. © privat © privat

Der im Wasser schwimmende und im Boden verankerte Brunnen ist über ein Kabel, das erst noch verlegt werden musste, an eine Steuereinheit in dem Gerätehaus am Teich angeschlossen. Die wiederum ist – vereinfacht formuliert – über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden. So können der Brunnen und das dazugehörige Lichtspiel über eine Smartphone-App gesteuert werden.

Die benötigte Energie wird selbst produziert

Die für die Anlage benötigte Energie wird übrigens vor Ort produziert: „Wir wollten eine nachhaltige Lösung und haben deswegen auch eine Photovoltaik-Anlage installiert“, sagt Matthias Nettels. Die befindet sich auf einer kleinen Freifläche direkt neben dem Teich. Der nicht benötigte Strom wird ins Netz gespeist.

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