Antonius Schulze Beikel entfernt von den Honigwaben den Wachsdeckel mit einer Entdeckelungsgabel. © Laura Schulz-Gahmen
Flüssiges Gold

Mit Video: So kommt der Honig aus den Bienenwaben ins Glas

Honig ist allgemein auch unter dem Begriff „flüssiges Gold“ bekannt. Wie der süße und gesunde Brotaufstrich tatsächlich ins Glas gelangt, hat uns ein Legdener Hobbyimker gezeigt.

Dass Honig nicht einfach so im Supermarktregal steht, sondern kleine fleißige Bienen für das flüssige Gold sorgen, das sich viele Menschen auf ihr Frühstücksbrot schmieren, ist vermutlich allen Menschen klar. Aber wie genau kommt der Honig aus dem Bienenstock denn nun ins Glas?

Diese Frage kann Hobbyimker Antonius Schulze Beikel (49) aus Legden beantworten. Er verkauft seinen Honig im eigenen kleinen Honigladen vor seiner Haustür.

Waben müssen zu einem Drittel verdeckelt sein

Sogar aus Ahaus mit dem Fahrrad kommen Honigliebhaber zu Antonius Schulze Beikel. Das durfte unsere Reporterin miterleben, als sie dem Hobbyimker beim Honigschleudern über die Schulter schauen durfte. Der Honigfreund aus Ahaus nahm direkt zwei Gläser mit, „es muss sich ja auch lohnen.“

Die Gabel nimmt nur die Wachschicht von den Waben. Der Honig bleibt in den Zellen.
Die Gabel nimmt nur die Wachschicht von den Waben. Der Honig bleibt in den Zellen. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Aber wie kommt das flüssige Gold nun in die Gläser, die der Legdener anschließend in seinen kleinen Honigladen stellt? Nach der Kontrolle der Honigwaben im Bienenstock nimmt der 49-Jährige die Honigrähmchen mit, bei denen die Bienen die Waben zu mindestens einem Dritten mit Wachs verdeckelt haben. „Das sind die reifen Waben“, erklärt er. Verdeckelt werden die Zellen der Wabe, wenn sie voll sind.

Honigschleudern durch Zentrifugalkraft

In der „Honigwerkstatt“ nimmt Antonius Schulze Beikel dann eine „Entdeckelungsgabel“ zur Hand. Mit diesem speziellen Hilfsmittel öffnet der Hobbyimker die Zellen, die von den Bienen verdeckelt wurden. Darunter sieht man deutlich den Honig, der in den Zellen ist.

Die Rähmchen mit den entdeckelten Waben kommen dann hochkant in eine Honigschleuder. Die kann man sich vorstellen wie eine Trommel, die dann ganz schnell gedreht wird. „Durch die entstehende Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Waben an die Trommelwand geschleudert“, erklärt der Legdener.

Mit einer Honigschleuder wird der Honig aus den Waben geschleudert. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Daher also der Begriff „Honigschleuder“. „Interessant ist, dass die Bienen ihre Waben schräg nach oben hin bauen, damit der Honig unter normalen Umständen nicht rausfließt.“ Nachdem der Honig aus einer Seite der Waben herausgeschleudert wurde, dreht der 49-Jährige die Rähmchen einmal um. Jetzt schleudert er erneut, damit auch aus der anderen Seite der Honig herausfließen kann.

Honig wird dreifach gesiebt und muss reifen

Nachdem der Honig also langsam die Wand der Honigschleuder hinunterläuft, öffnet Antonius Schulze Beikel unten einen Zapfhahn. Darunter steht ein großer Eimer mit einem Sieb. „Das ist das Grobsieb“, sagt er.

Honigkristalle, Wachsreste und Bienenteile werden mit dem Grobsieb entfernt.
Honigkristalle, Wachsreste und Bienenteile werden mit dem Grobsieb entfernt. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Mit dem Grobsieb werden Wachsreste und eventuell anhaftende Bienenteile und andere Verschmutzungen aus dem flüssigen Gold herausgefiltert. Ist das passiert, kommt der Honig noch durch zwei weitere Siebe, das Feinsieb und das Haarsieb. Bestandteile wie Pollen bleiben im Honig enthalten.

Nach dem Grobsieb folgen noch das Feinsieb (wie hier links zu sehen) und das Haarsieb.
Nach dem Grobsieb folgen noch das Feinsieb (wie hier links zu sehen) und das Haarsieb. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Ist der Honig durch die drei Filter gelaufen, muss er noch reifen. Antonius Schulze Beikel rührt seinen Honig alle ein bis zwei Tage. Beim Rühren werden die Zuckerkristalle, die sich im Honig bilden, zerstört.

Im Durchschnitt muss Honig etwa vier Wochen reifen, bis er in Gläser gefüllt werden kann. Das bedeutet: Der Honig, den der Hobbyimker Anfang Juni geschleudert hat, steht dann also etwa Anfang Juli in seinem eigenen Honiglädchen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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