Müll in den Grünflächen an der Industriestraße erhitzt die Gemüter

mlzIllegale Entsorgung

Über Müll an der Industriestraße ärgern sich immer wieder Legdener. Auch wenn der Heimatverein dort gerade erst Müll gesammelt hat, sieht es schon wieder wüst aus.

Legden

, 18.03.2019, 19:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Leser hatte sich an unsere Redaktion gewandt und die Zustände auf den Seitenstreifen und dem kleinen Wäldchen an der Industriestraße kritisiert. Über und über seien die Gebüsche dort voller Verpackungsmüll.

Nachfrage im Legdener Rathaus. Jürgen Göckemeyer, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, sieht aktuell keinen Schwerpunkt bei der Verschmutzung der Straßenränder in Legden. Einwohner, denen dennoch etwas auffallen sollte, rät er, sich direkt an die Gemeinde zu wenden. Dafür wurde eigens der Mängelmelder eingeführt und auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht. Legdener können dort sowohl Defekte – etwa an einer Laterne – oder eben auch Verschmutzungen oder Müllablagerungen melden. „Und sie auch mit Fotos dokumentieren“, erklärt Jürgen Göckemeyer noch.

Bauhof kümmert sich um die größeren Fälle

Der Bauhof der Gemeinde würde sich solcher Fälle dann annehmen. „Aber nur, wenn es sich tatsächlich um größere Fälle handelt“, erklärt er. Aus der Industriestraße habe es im vergangenen halben Jahr aber keine einzige Meldung gegeben. „So ärgerlich es ist, aber bei dem Müll dort handelt es sich wohl in erster Linie um solche Dinge, die aus dem Autofenster geworfen werden“, erklärt er.

Entsorgung aus dem Autofenster

Den Verdacht mit der Entsorgung aus dem Autofenster bestätigt Gerd Heuser, Vorsitzender des Heimatvereins, gegenüber unserer Redaktion. Mit über 70 Freiwilligen von Heimatverein, Angelverein und den Schützenvereinen war er am Samstag beim Umwelttag in Legden und den Bauerschaften unterwegs, um Müll einzusammeln. Mit der Einschätzung von Jürgen Göckemeyer, dass es sich um ein übliches und eher kleines Problem handele, mag er sich aber nicht anfreunden. „Wir haben an der Industriestraße noch nie so viel Müll aufsammeln müssen“, sagt er. Allein auf dem knapp 300 Meter langen Stück zwischen der Ampel und dem Bahndamm seien es 15 oder 16 große Müllsäcke gewesen. „200 Liter, prall gefüllt“, sagt der Heimatvereins-Vorsitzende noch. Die Urheber hat er schnell ausgemacht: „Das waren in erster Linie Lebensmittel-Verpackungen, Konserven oder Fastfood-Tüten, die mal eben aus dem Fenster geworfen werden“, erklärt er.

Wind treibt Styroporplatten in den Wald

Dazu seien in diesem Jahr etliche Bauabfälle gekommen: „Teile von Styroporplatten aus der Isolierung“, schildert Gerd Heuser die Spuren in dem kleinen Waldstück. Die seien von den umliegenden Baustellen dorthin geweht und würden sich nun zum Teil als kleine Kügelchen im Wald verteilen. Gegen den Wind ist auch der Heimatverein machtlos. Beim Abfall aus den Lkw gibt es in seinen Augen aber es eine einfache Lösung: „Dort müssten zumindest Mülltonnen aufgestellt werden, wenn man schon nicht verhindern kann, dass die Lkw dort parken“, sagt er. Aber das habe die Gemeinde vor Jahren bereits abgelehnt.

Er sieht im Moment keine Lösung. Auch könne sich der Heimatverein ja nicht nur um die Industriestraße kümmern: „Mit den Freiwilligen tun wir, was wir können“, sagt er. Am nächsten Umwelttag will er wieder mit Freiwilligen losziehen, um Müll zu sammeln. Ein Kampf gegen Windmühlen.

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