Der mysteriöse Baustoff aus dem Legdener Maisfeld ist verschwunden. © Privat
Amprion-Tunnel

Mysteriöser „Beton“ in Maisfeld: Baustoff plötzlich verschwunden

Vergangene Woche ist in einem Legdener Maisfeld wie aus dem Nichts „Beton“ aufgetaucht. Das Feld liegt oberhalb des Amprion-Tunnels. Jetzt ist der Stoff verschwunden. Und das Rätsel gelöst.

Es war mysteriös. Mitten in einem Legdener Maisfeld an der L474 ist vergangene Woche wie aus dem Nichts „Beton“ aufgetaucht. Das Feld liegt oberhalb des Amprion-Tunnels für die 380kV-Stromleitung. Jetzt ist das Rätsel gelöst. Mit überraschendem Ergebnis.

Eins vorweg: Im Maisfeld hat niemand seinen Betonmischer ausgespült. Davon ab handelt es sich bei dem Stoff laut Amprion um einen so genannten „Dämmer“. Das ist ein Zementprodukt, das für das Verfüllen von Hohlräumen und zum Abdichten genutzt wird.

Amprion reagierte umgehend

Damit ist klar, dass der „Dämmer“ auf dem Feld mit dem Bau des Amprion-Tunnels zu tun hat. Genauer gesagt „hatte“. Denn nach dem Bekanntwerden und der Anfrage dieser Redaktion am Freitag (24.09) reagierte Amprion umgehend.

Und so trafen sich am Montag (27.09) bereits um 8 Uhr Mitarbeiter der ausführenden Bocholter Firma, der Flächeneigentümer, der Pächter sowie Mitarbeiter des zuständigen Ingenieurbüros direkt im besagten Maisfeld.

So es im Maisfeld noch vor wenigen Tagen aus.
So es im Maisfeld noch vor wenigen Tagen aus. © Stephan Rape © Stephan Rape

Innerhalb kürzester Zeit war der „Dämmer“ abgetragen, in eine Wanne sowie Schublade verladen und abtransportiert. Das bestätigt auf Nachfrage auch die zuständige Firma aus Bocholt.

Dass sich der „Dämmer“ trotz der letztlich geringen Menge so ausgebreitet habe, habe an den Treckerpuren auf dem Feld gelegen. Sie wirkten praktisch als Kanäle für das Zement-Gemisch. So die Ausführungen der Firma.

„Dämmer“ kommt zum Einsatz

„Uns war wichtig, die Sache einfach schnell aus der Welt zu bekommen“, macht derweil Amprion-Projektleiter Jonas Knoop im Gespräch mit der Redaktion deutlich. Die ganze Sache sei auch nicht dramatisch gewesen. Aber was ist jetzt des Rätsels Lösung?

Bei der so genannten Ringraumverpressung viele Meter unter der Erde kam der „Dämmer“ zum Einsatz. Dabei geht es nach Angaben von Amprion darum, die einzelnen Rohrabschnitte miteinander zu verbinden und den Hohlraum zwischen Tunnel und Erdreich abzudichten.

Am Montag entfernte die bauausführende Firma das Zement-Gemisch. Viel war es nicht.
Am Montag entfernte die bauausführende Firma das Zement-Gemisch. Viel war es nicht. © Privat © Privat

So weit so gut. Und wie kam der Mörtel in das Maisfeld? Die Erklärung liegt viele Monate vor dem Start des eigentlichen Tunnelbaus. Denn entlang der Trasse gab es im Vorfeld Probebohrungen. Diese Stellen seien dann, so sagt Jonas Knoop, wieder verfüllt worden.

Keine Ausschachtung geplant

Eine solche Probebohrung fand auch im besagten Maisfeld statt. Wohl durch diese Bohrungsstelle ist das Zement-Gemisch dann von unten nach oben in das Feld gedrückt worden. Ob sich noch Reste des Gemisches in den Zwischenräumen im Boden befinden, kann der Amprion-Projektsprecher nicht sagen.

„Das haben wir nicht überprüft.“ Eine Ausschachtung soll es auch nicht geben. Denn diese müsste sehr tief sein. Immerhin liegt der Tunnel 14 Meter unter Legden. Angesichts der geringen Menge „Dämmer“, der an die Oberfläche gekommen ist, sei das auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

„So etwas kann leider in Ausnahmefällen passieren, da bei der Verpressung mit sehr hohen Drücken gearbeitet werden muss“, erklärt Jonas Knoop. Für Amprion ist die Sache jetzt jedenfalls abgehakt. Ebenso für die Bocholter Firma, den Eigentümer und den Pächter der Fläche. Im Feld erinnert ohnehin nichts mehr an das mysteriöse Bild aus der Vorwoche.

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