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Nachbarn kritisieren auch neues Konzept für Bebauung „Ehemaliges Kornhaus“

mlzEhemaliges Kornhaus

Künftige Nachbarn und interessierte Bürger diskutierten das Strukturkonzept „Ehemaliges Kornhaus“ mit Gemeindevertretern. Am Ende schienen alle vor den Kopf gestoßen.

von Andreas Bäumer

Legden

, 08.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Aus einer Informationsveranstaltung zur Bebauung „Ehemaliges Kornhaus“ an der Bahnhofstraße wurde am Dienstagabend schnell eine hitzige Diskussion. Rund 50 Bürger, darunter Nachbarn, andere interessierte Bürger und Ratsmitglieder, waren in die Aula der Sekundarschule gekommen. Bauamtsleiter Helmut Schiermann stellte das Konzept vor. Bürgermeister Friedhelm Kleweken stellte sich den Fragen.

Der Abend sollte der Anfang der Bürgerbeteiligung zum Strukturkonzept werden und der Information dienen. Zwischen dem 3. Juni und dem 5. Juli ist dann das offizielle Eingabeverfahren, bei dem Bürger und Träger öffentlicher Belange wie die Bahn oder Amprion persönlich, schriftlich und per Mail Anregungen und Widersprüche einreichen können.

Nachbarn kritisieren auch neues Konzept für Bebauung „Ehemaliges Kornhaus“

Bei der Vorstellung des neuen Strukturkonzepts „Kornhaus-Siedlung“ in der Sekundarschule begegnete Bürgermeister Friedhelm Kleweken (r.) viel Unwillen bei den Nachbarn der geplanten Siedlung. © Andreas Bäumer

Kleweken und Schiermann zeigten sich froh, dass solch ein detailliertes Konzept bereits besteht und diskutierbar ist. Seit Juni 2018 tut dies der Gemeinderat kontrovers. Mehrmals hat das Architekturbüro Weitkamp und Partner das Konzept abgespeckt. Es bleibt dennoch starker Widerstand.

Rand aus Einzelhäusern

Das am Dienstag vorgestellte Konzept sieht einen Kern von fünf Mehrparteien-Häusern vor. Die Wohnungen darin sollen vom Investor Jürgen Stapelbroek verkauft oder vermietet werden. Es sollen kleine Wohnungen werden, circa 60 Quadratmeter, für Singles oder Paare. Für jede Wohnung sind derzeit zwei Parkplätze vorgesehen, dazu an jedem Haus Carports, beispielsweise zum Abstellen von Fahrrädern.

Die Grundstücke am Rand des Gebiets, so der aktuelle Plan, sollen mit Einfamilienhäusern besetzt werden. Dafür soll der Investor die äußeren Grundstücke an Bauwillige abgeben. Damit folgen die Planer Einwänden, dass die neue Siedlung nicht zur Umgebung passen wird.

Zu massiv, zu viel Verkehr

Kaum hatte Helmut Schiermann die Grundzüge der Planung erläutert, begann eine Diskussion, in der viele Befürchtungen der Einwohner deutlich wurden: „Diese Bebauung ist immer noch sehr massiv.“ „Dort werden die Menschen nur kurz wohnen.“ „In so einer Siedlung kann kein nachbarschaftlicher Zusammenhalt entstehen.“ „Der zusätzliche Verkehr, auch schon der Bauverkehr, wird auf der Bahnhofstraße Chaos erzeugen.“ „Ist die Erneuerung der Bahnhofstraße denn dann geplant?“ „Auch die Straße Am Kornhaus hat an der Siedlungsausfahrt mehr Verkehr.“ Und vor allem der Eindruck: „Da wird viel angehört, es ist aber egal.“

Die grundsätzliche Furcht einiger Nachbarn, dass sie nicht genügend Einfluss auf die Planung hätten, bestätigte der Bürgermeister zum Teil. Er machte direkt deutlich, dass der Gemeinderat die Planungshoheit besitze und das Wohl von ganz Legden berücksichtigen wird. „Zu groß“ oder „zu massiv“ gehöre nicht zu den persönlichen Belangen, die ein Nachbar wirkungsvoll einbringen könne.

Nur eine Straßenausfahrt

Einen Vorschlag der Runde nahm er ausdrücklich in weitere Planungen mit auf. Von den zwei Straßenausfahrten der inneren Siedlung bleibt möglicherweise nur die zur Bahnhofstraße bestehen. Die Ausfahrt zur Straße Am Kornhaus wird womöglich in einen Fuß- und Radweg umgewandelt.

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