Notarzt entdeckt Drogenplantage

Cannabis im Haus

Eine Cannabis-Aufzuchtanlage in der eigenen Wohnung hat jetzt einen 33-jährigen Asbecker die Anklagebank des Schöffengerichts in Ahaus gebracht. Die kleine Plantage war nur durch Zufall gefunden worden - weil ein Notarzt den Mann behandeln musste.

LEGDEN

, 02.09.2015, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Notarzt entdeckt Drogenplantage

Beim Notarzteinsatz in der Wohnung des 33-jährigen Asbeckers wurden rund 500 Gramm Cannabis-Pflanzen gefunden. Jetzt wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto dpa

Im April hatte die Feuerwehr den 33-Jährigen bewusstlos in seiner Wohnung gefunden. Ein Notarzt musste ihn reanimieren. Bei der Überprüfung der Wohnung war dann die Cannabis-Plantage entdeckt und von der Polizei beschlagnahmt worden. Insgesamt wurden an die 500 Gramm Cannabispflanzen sichergestellt.

Keine Erinnerung

"Ich bin im Krankenhaus aufgewacht und weiß nicht, was passiert ist. Mir fehlt völlig die Erinnerung", erklärte der 33-Jährige in seiner Befragung durch den Richter.

Den Konsum und den Anbau von Cannabis gab der Beschuldigte zu. Er habe durch den Anbau seinen eigenen Bedarf decken wollen. Handel mit Rauschgift habe er zu keinem Zeitpunkt betrieben. Dieser ursprünglich von der Polizei gehegte Verdacht konnte dann durch weitere Ermittlungen auch nicht erhärtet werden.

Der Angeklagte leidet nach eigenen Angaben wegen eines doppelten Bandscheibenvorfalls an chronischen Rückenschmerzen und muss deshalb starke Schmerzmittel einnehmen. "Die klatschen einen völlig weg", erklärte er vor Gericht.

Eigenbedarf

Nach dem Tipp durch einen Bekannten habe er Cannabis als Schmerztherapie ausprobiert und konsumiere regelmäßig seit einem Jahr 20 bis 30 Gramm pro Woche. Bei einem Straßenpreis von acht bis zehn Euro pro Gramm für gestreckte Ware sei das durchaus ein Kostenfaktor. Er habe sich daher im Internet informiert, wie sich innerhalb einer Wohnung die Cannabispflanzen züchten und vermehren lassen. An die 800 Euro habe er für drei Thermoboxen und eine Aktivkohlefilteranlage investiert, um Gerüche zu unterbinden. Und seine 41 Pflanzen waren Mitte April fast reif für die Ernte. Er habe gehofft, etwa 200 bis 300 Gramm und damit den Bedarf für drei Monate ernten zu können. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer von einem minderschweren Fall aus und hielt dem Angeklagten zugute, dass er nicht vorbestraft ist.

100 Sozialstunden

Er forderte eine achtmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung. Dem schloss sich das Gericht mit seinem Urteil an. Der Angeklagte muss zudem 100 Sozialstunden ableisten, fünf Gespräche mit der Drogenberatung führen und die Kosten des Verfahrens tragen. 

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