Nur in Legden stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche

mlzKriminalitätsstatistik

Nirgendwo im Kreis ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden, so groß wie in Legden. Nirgendwo sonst stieg die Zahl der Einbrüche. Das ist aber kein Grund zur Sorge.

Legden

, 24.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Legden lebt, könnte vergleichsweise häufig Opfer einer Gewalttat werden. Das sagt die Kriminalitätsstatistik des Kreises Borken für 2018. Bei der Kriminalitätshäufigkeitszahl zum Thema Gewaltkriminalität steht das Dahliendorf weiter einsam an der Spitze.

Dafür gibt es einen Grund: Das Dorf Münsterland zieht Wochenende für Wochenende vieler feierlustige Menschen aus ganz Deutschland an. Und wo gefeiert und Alkohol getrunken wird, kommt es auch immer wieder zu Streitereien und Schlägereien.

Die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache: 17 Fälle von Gewaltkriminalität wurden registriert, 2017 waren es noch 27. „Die Zahlen sind zurückgegangen. Das ist für Legden gut“, kommentiert Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizei. Dazu komme, dass die Aufklärungsrate leicht gestiegen ist. Immerhin 88,2 Prozent der Täter konnten ermittelt werden. Auch die sechs Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2017: 7) und die 57 Fälle von Körperverletzung (73) dürften zu einem großen Teil mit dem Dorf Münsterland zusammenhängen. Geht es um Körperverletzung, wurden sogar 89,5 Prozent der Taten aufgeklärt.

Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner

Die vielen Tausende Besucher der Erlebnisgastronomie fließen nicht in die Berechnung der Kriminalitätshäufigkeitszahl zur Gewaltkriminalität ein. Diese bezieht sich nur auf die Einwohnerzahl und rechnet die Fälle auf 100.000 Einwohner hoch. Hätte Legden so viele Einwohner, käme es zu 232 Gewalttaten (2017 waren es noch 314). Zum Vergleich: In Ahaus wären es 203, in Heek 141, in Stadtlohn 93, im ganzen Kreis 157, im Land NRW 253.

Noch eine Zahl fällt beim Blättern durch das Statistische Jahrbuch auf. Die Wohnungseinbruchsdiebstähle stiegen um 87,5 Prozent. In Fallzahlen: von acht auf 15. „Das ist gegen den Trend überall im Kreis, wo die Zahlen gesunken sind“, erläutert Frank Rentmeister. Aber auch hier gibt er Entwarnung. Ein einzelner Serieneinbrecher aus Metelen, der im Winter 2017/2018 etliche Einbruchsdiebstähle im Dahliendorf verübt hat, um seinen Kokainkonsum zu finanzieren, hat die Statistik in die Höhe getrieben. Im März vergangenen Jahres war er gefasst worden. Eine weitere gute Nachricht: Bei mehr als der Hälfte der Wohnungseinbrüche bleibt es beim Versuch. Für Frank Rentmeister ein Beweis, dass die Legdener wissen, dass sie aufpassen müssen und dass sie etwas für die eigene Sicherheit tun.

Aufklärungsrate ist leicht gestiegen

Insgesamt wurden im Jahr 2018 in Legden 402 Straftaten gezählt, ein Jahr davor waren es 392. Die Aufklärungsrate ist von 53,6 auf 58,7 Prozent gestiegen. Betroffen waren 175 Tatverdächtige (2017: 222). Geht man wieder von der Kriminalhäufigkeitszahl aus, die alle Straftaten einbezieht, ist Legden auf Platz vier hinter Spitzenreiter Gronau, Bocholt und Ahaus.

In einigen Kategorien schneidet Legden gut ab. Weder gab es eine „Straftat gegen das Leben“ noch einen Fall von Wirtschaftskriminalität. Vier Ladendiebstähle (2017: 8), drei Taschendiebstähle (9), drei Fälle von Umweltkriminalität und nur zwei gestohlene Autos (0) verzeichnet die Statistik.

Gestiegen ist dagegen die Zahl der Fahrraddiebstähle von 40 auf 55. Hier ist wie überall im Kreis die Aufklärungsquote sehr gering. Nur 3,6 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt.

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