Als neue Pächterin der Düstermühle im nächsten Jahr hat Bianca Jugel mit der Gaststätte viel vor. © Bianca Jugel
Düstermühle

Pächterwechsel: Schöppinger sollen Leben in die Düstermühle zurückbringen

Lange blieben die Stühle auf dem idyllischen Landgasthof Zur Düstermühle an der Dinkel leer. Das soll sich aber im nächsten Jahr ändern, wenn Jugels Brüningsmühle zu Jugels Düstermühle wird.

Es tut sich wieder was bei der Düstermühle in Legden. Im April 2022 bekommt sie mit Bianca Jugel eine neue Pächterin und einen neuen Namen: Jugels Düstermühle.

Als Erstes will die 45-jährige Gastronomin aufräumen: Die Düstermühle sei regelrecht verwildert, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei sieht sie eigentlich keine großen Probleme für das Lokal im Außenbereich von Legden: „Fahrradfahrer kommen regelmäßig dort vorbei, bleiben stehen und finden es schade, dass es so still um die Location geworden ist“, so Bianca Jugel.

Bei der Bekanntheit der Düstermühle sei das natürlich doppelt schade. Und bei den anderen Qualitäten des Traditionshauses: „Die Düstermühle hat eine wunderschöne Optik und die Lage ist genial, man ist von allen Seiten erreichbar“, so Bianca Jugel.

Der aktuelle Pächter der Düstermühle, Michael Schaedel, meldete sich am Dienstagabend zur aktuellen Lage in der Düstermühle: Vor knapp vier Jahren sei er in der Düstermühle gestartet. „Ich wollte einen schon lange in mir schlummernden Traum verwirklichen, das vielleicht finale Kapitel meiner Berufsjahre zu starten.“ Das habe nicht funktioniert: Er räumt ein, dass ihm Fachwissen in einzelnen Modulen der Tagesgastronomie fehle: „Ich bin ein ‚Eventler‘, und das mit Haut und Haaren“, erklärt er.

Personell nie so besetzt, wie es geplant war

Wunschpersonal, das fachlich und qualitativ die einzelnen Module des Betriebs leiten und führen sollte, habe er jedoch nie gefunden. Nach zwei lehrreichen Aufbaujahren sei das dann trotzdem langsam gelaufen. „Dann kam Corona“, sagt Michael Schaedel. Und damit sei alles anders gewesen. Das Aus für Events und Gastronomie. Auch seine eigene Gesundheit sei angeschlagen. Aber auch wenn sich inzwischen der Markt für die Gastronomie wieder öffne, bleibe ein riesiges Problem: der Mangel an Fachpersonal.

Deshalb ziehe er jetzt den Schlussstrich unter den „gastronomischen Traum“. Dem Ehepaar Jugel wünsche er dabei alles Gute für den Neustart.

Die Schöppinger Gastronomin jedenfalls weiß, wovon sie spricht. Aktuell ist sie noch Pächterin von Jugels Brüningsmühle in Schöppingen. Im April 2022 wird sie neue Pächterin der Düstermühle.

Aus Jugels Brüningsmühle wird Jugels Düstermühle

Warum der Wechsel? Schließlich läuft die Brüningsmühle in Schöppingen gerade im Sommer sehr erfolgreich, der Biergarten ist oft voll besetzt und die Mühle ist ein beliebter Motorradtreff. Der Erfolg ist gleichzeitig das große Manko: Platzmangel in den Räumlichkeiten.

„Die Außenanlage mit dem Biergarten ist kein Problem, das ist ein Selbstläufer. Aber wenn es draußen kälter wird, wird es drinnen schon eng. Das gilt besonders für Veranstaltungen wie Hochzeiten und Geburtstage, die wir dann manchmal schon absagen mussten, weil wir einfach keinen Platz haben“, erzählt die 45-Jährige aus dem Ruhrgebiet.

Die Gelegenheit bot sich im nächsten Frühjahr: „Unser Pachtvertrag wäre sowieso ausgelaufen und so haben wir von Bernd Kock das Angebot für den Pachtvertrag der Düstermühle bekommen – und angenommen“, so Bianca Jugel. Bernd und Christel Kock aus Ochtrup sind Eigentümer der Düstermühle.

Verpächterin Christel Kock (v.l) zusammen mit neue Pächterin Bianca Jugel.
Verpächterin Christel Kock (v.l) zusammen mit neue Pächterin Bianca Jugel. © Bianca Jugel © Bianca Jugel

Der Betrieb ist ein echtes Familienunternehmen. Bianca Jugel, ihr Ehemann und ihre Eltern arbeiten mit: Auch das zusätzliche Personal zählt sie mit zu ihrer Familie. „Wir sind hier alle miteinander so eng, dass wir eine kleine Familie geworden sind“, berichtet Bianca Jugel. Deshalb sei sie auch von dem coronabedingten Personalmangel verschont geblieben, mit dem weite Teile der Gastronomie aktuell kämpfen.

Am 2. April 2022 kommt wieder Leben in die Düstermühle

Im nächsten Jahr soll sich einiges an der Düstermühle ändern, denn am 2. April, pünktlich zum Start der Motorradsaison, soll Jugels Düstermühle eröffnet werden.

Geplant ist dabei ein gemütliches Zusammensitzen mit musikalischer Unterstützung – noch ist aber nichts konkret.

Gäste unterstützen das Vorhaben

Von den Gästen der Jugels Brüningsmühle kam bis jetzt überwiegend positives Feedback zum Standortwechsel.

„Unser Konzept bleibt gleich und wie auch schon vorher ist jeder und alles, was Räder hat, bei uns willkommen“, erzählt Bianca Jugler. Die Stammgäste stehen hinter der Gaststätte und werden auch in Zukunft kommen. „‚Wir kommen ja nicht nur für das Essen, wir kommen auch wegen euch“, zitiert Bianca Jugel die Reaktionen ihrer Stammgäste.

Jugels Düstermühle soll ein Ort werden, an dem für Jung und Alt etwas dabei ist. Neben der gutbürgerlichen Küche sind aber auch viele neue Sachen auf der Karte in der Planung.

Noch bis Ende Januar nächsten Jahres geht der Betrieb in Schöppingen weiter. Danach müssen Biker, Besucher und Gäste sechs Minuten mehr Fahrzeit nach Legden einplanen, um ihren Tag bei Familie Jugel an der Düstermühle zu verbringen.

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