Paketboten-Ärger: „Er liefert ohne Maske im Haus aus“

mlzCoronavirus

Eine krebskranke Seniorin aus Legden konnte ein schweres Paket nicht allein tragen, der Paketbote musste helfen. Die Seniorin ist verärgert: Er trug keine Maske und hielt keinen Abstand.

Legden

, 08.11.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona geht vielen auf die Nerven, einige können das Wort schon nicht mehr hören. Einige gehen sogar auf die Straßen, um gegen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Ganz anders geht es einem Seniorenpaar aus Legden.

Die beiden Senioren bleiben in ihrer Wohnung, achten genau darauf, keinen Kontakt zu anderen Menschen zu haben, um sich nicht mit dem Virus anzustecken. Gerade deshalb ärgert sie ein Vorfall, der sich am 29. Oktober gegen 16 Uhr am Nordring ereignete.

Keine Maske - kein Abstand

Das Ehepaar, das namentlich nicht genannt werden möchte, hatte einen neuen Kaffeevollautomaten im Internet bestellt, da die alte Kaffeemaschine nicht mehr funktionierte. Ein Postbote brachte das schwere Paket in das Haus, in dem die Senioren leben. „Das Paket war sehr schwer, sodass der Bote das Paket hineinbrachte“, so die Seniorin, die bereits über 70 Jahre alt ist und dazu noch schwer krebskrank.

Der Postbote habe keine Maske im Haus getragen, darauf wies die kranke Frau den Zusteller hin. Dieser soll erwidert haben, dass er ja Abstand halte. Allerdings sei das keinesfalls so gewesen sein: „Er war nur ungefähr 30 Zentimeter von mir entfernt“, so die Seniorin.

Wie will das Gesundheitsamt das nachvollziehen?

„Ich finde das nicht richtig, das geht doch nicht“, so die ältere Frau über das Verhalten des Postboten. Daraufhin habe sie bei der Deutschen Post angerufen, die habe ohne die Auftragsnummer dem Anliegen der Seniorin nicht nachgehen können. Sie rief bei der Corona-Hotline an: „Die haben dann gesagt, ich soll mich an die Post wenden.“

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Die beiden Senioren verstehen nicht, wie es sein kann, dass jemand ohne Maske in Häusern herumläuft. Man mache alles, um Corona fernzuhalten und dann komme jemand daher, der das Virus womöglich immer weiter verbreitet. „Wie will das Gesundheitsamt das denn noch nachvollziehen können?“, fragt sich die krebskranke Frau.

Aussage gegen Aussage

Auf Anfrage der Redaktion, wie das sein könne, antwortete Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post: „Unsere Mitarbeiter sind mit Masken von uns ausgestattet worden.“ Allerdings müssen sie diese nicht im Auto oder an der frischen Luft tragen, sondern sie sind dazu angehalten, sie bei Begegnungen zu tragen. „Das ist ja auch in ihrem eigenen Interesse“, so Ernzer.

Ob sich die Situation tatsächlich so ereignet hat, wie die ältere Frau es schilderte, könne er selbst nicht sagen. Nach einem Gespräch mit dem besagten Postboten stünde allerdings Aussage gegen Aussage.

Maske lag im Auto

„Unser Mitarbeiter hat sich gewundert, dass sich die Dame aufgeregt hat“, sagt Rainer Ernzer. Immerhin sei er bisher mit den Eheleuten immer gut klar gekommen. Im Moment gehen Postboten eigentlich nicht in Häuser, er habe eine Ausnahme gemacht, weil das Paket tatsächlich sehr schwer gewesen sei und die ältere Frau ihn darum gebeten hatte, es hineinzutragen.

Tatsächlich sei es so gewesen, dass die Seniorin gefragt habe, warum er keine Maske trägt. Daraufhin habe er geantwortet, dass er sie im Auto habe und normalerweise keine Häuser betritt.

Warum ging sie nicht auf Abstand?

Auch, dass der Zusteller Abstand halten solle, habe die Seniorin ihm gesagt, Nach ihren Angaben sei er aber keine 30 Zentimeter entfernt gewesen. Allerdings sieht der Postbote das ganz anders: „Der Abstand betrug laut unserem Mitarbeiter nicht nur 30 Zentimeter. Allerdings versteht er nicht, dass die Frau nicht selbst Abstand gehalten habe, und einen Schritt zurückgetreten ist, wenn er ihr zu nah war“, sagt Rainer Ernzer von der Deutschen Post.

Dem Mitarbeiter der Post tue es leid, dass die ältere Frau die Situation so empfunden hat, aber er habe nur auf ihren Wunsch gehandelt. Das nächste Mal sei der Post-Mitarbeiter sicher nicht mehr so hilfsbereit. „Jeder empfindet solch eine Situation auch recht unterschiedlich“, gibt Ernzer zu bedenken.

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