Per Glasfaser in die Zukunft starten

Legden Nicht nur neue Kanalrohre warten darauf, unter der Legdener Hauptstraße verlegt zu werden. Neben den voluminösen Betonrohren lässt die Gemeinde in zwei Wochen auch schmale Leerrohre aus Plastik für das zurzeit schnellste Datennetz der Welt verlegen - für Glasfaserkabel.

06.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ob und wer im Herzen der Gemeinde Interesse hat, Datenmengen in rasantem Tempo auf den Weg zu schicken, ist derweil noch völlig offen. "Wir wollen nur die Möglichkeit schaffen, problemlos nachzurüsten", so Bürgermeister Friedhelm Kleweken. Denn das teuerste bei der Verlegung des Glasfaserkabels sei der Tiefbau.

Die Gemeinde Legden folgt mit der Verlegung der Leerrohren - "wir haben die Zusatzkosten noch nicht punktgenau ermittelt, aber sie sind verhältnismäßig gering", so Kleweken - einer Anregung aus dem Rat. In der jüngsten Sitzung hatte Dr. Elisabeth Schwenzow von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken (WFG) für eine flächendeckende Verlegung der Highspeed-Kabel geworben: "Wer in fünf Jahren ein attraktiver Wirtschaftsstandort sein will, muss jetzt in die Glasfasertechnik einsteigen", unterstrich sie. Doch Wille allein reicht nicht.

Bislang machen die Telekommunikationsanbieter entsprechende Angebote vorrangig in den Ballungsräumen. Schwenzow befürchtet, dass sich daraus für die Unternehmen des ländlichen Raums - denn nur für größere Firmen ist ein derart schneller Anschluss attraktiv - ein deutlicher Standortnachteil ergebe. Mit einem neuen Modell will die WFG dagegen steuern: Die "NDIX", eine Non-Profit Organisation, deren Inhaber die Stadtwerke Münster und die Wirtschaftsförderung "Ooost Nederland & Universität Twente" sind, soll eine Datenautobahn durch den Kreis legen. Anders als bei den privaten Anbietern werde den Kunden freigestellt, welche Dienste - ob Internet oder Serveranbindung - sie nutzen.

Finanziert werde das - möglicher Weise auch durch europäische Interreg-Mittel geförderte Projekt - nicht etwa durch die Kommunen, sondern durch die Kunden. "Legden anzuschließen, würde sich schon lohnen, wenn zehn Firmen Interesse anmeldeten", so Schwenzow. sy-

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