Die Gastronomen haben noch immer an Corona zu knacken. Auch in Legden fehlt Personal. © Laura Schulz-Gahmen
Personalmangel in Gastronomie

Personalmangel in Legdens Gastronomie: „Am Geld soll es nicht scheitern“

Der Personalmangel in der Gastronomie trifft auch Legden. Nach dem langen Lockdown sind viele Mitarbeiter in anderen Jobs. Die Gastronomen in Legden gehen das Problem unterschiedlich an.

Lange Zeit hieß es für Gastronomen während der Lockdowns durchhalten. Das Service-Personal suchte sich oftmals andere Jobs und plötzlich fehlten die Leute in der Gastronomie, als diese endlich wieder öffnen durfte. Wie hat sich die Lage in Legden entwickelt?

Den Personalmangel spürt Friedo Kortmann (67) aus Legden auch jetzt noch, Monate nach dem Ende des letzten Lockdowns. Das Stammpersonal vom Gasthof Alt Legden ist nicht mehr da, „die Leute fehlen, ich muss jedes Wochenende rumtelefonieren“, sagt der 67-Jährige im Gespräch mit der Redaktion.

Kneipier sucht dringend neues Personal

Unter der Woche schafft der Kneipier das Geschäft alleine, aber am Wochenende braucht er dringend Kellner. Während des Lockdowns haben sich die Mitarbeiter von Friedo Kortmann andere Jobs gesucht.

„Viele sind jetzt bei den Testzentren, da gibts wohl mehr Geld“, sagt er. Zurückkommen wollen sie wohl erstmal nicht.

Der Gasthof Alt Legden ist laut Kortmann die einzige Kneipe in Legden, das sei schon manchmal anstrengend alleine. Sogar aktiv sucht er und inseriert Kleinanzeigen. „Gelesen haben das an die hundert Leute, gemeldet hat sich aber niemand“, sagt Friedo Kortmann.

„Am Geld soll es wirklich nicht scheitern“

Viele Gastronomen würden ihren Mitarbeitern um die zehn Euro pro Stunde zahlen. „Bei mir verdienen sie mehr. Direkt vom ersten Tag an bekommen auch ungelernte Kräfte zwölf Euro. Am Geld soll es wirklich nicht scheitern“, sagt Friedo Kortmann.

Der 67-Jährige betreibt nicht nur die Kneipe sondern auch das dazugehörige Hotel. „Mein Geld verdiene ich mit dem Hotel, die Kneipe ist mein Hobby“, sagt er.

Friedo Kortmann ist also eigentlich nicht auf die Kneipe angewiesen, aber ans Aufgeben denkt er trotzdem noch nicht. Deshalb sucht er auch weiter nach Personal für seine Kneipe.

Personalmangel anders gelöst

Im Hotel-Restaurant-Enseling in Asbeck hat man das Personal-Problem anders gelöst. „Wir sind momentan gut besetzt“, sagt Ruth Vöcker, Juniorchefin des Hotels.

Man habe das Personal weitestgehend behalten. Trotzdem hat sich im Hotel-Restaurant-Enseling etwas geändert – die Öffnungszeiten wurden reduziert. Früher war dort geöffnet bis alle Gäste gegangen waren, jetzt schließt das Hotel-Restaurant in der Woche gegen 22 Uhr, am Samstag gegen 23 Uhr und an Sonn- und Feiertagen gegen 20.30 Uhr.

Durch Endzeiten vieles besser planbar

Auf diese Art und Weise kann der Betrieb mit einer Mannschaft am Laufen gehalten werden, statt mit zweien. „Wir haben die Stunden besser verteilt und so klappt es gut. Durch die Endzeiten ist vieles besser planbar“, sagt Ruth Vöcker. Beim Hotel-Restaurant ist man daher nicht aktiv auf der Suche nach neuem Personal.

Pizzeria Bella Italia in Legden hat durch den Lockdown keinen Personalmangel, es handelt sich um einen Familienbetrieb. Ein anderer Gastronomiebetrieb aus Legden bestätigte zwar den allgemeinen Personalmangel in der Branche, wollte sich aber weiter nicht dazu äußern.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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