Pkw brennt nach Unfall aus und eine Braut fährt rückwärts durch die Rettungsgasse

mlzUnfall auf der A31

Nach einem Unfall ist am Mittwochvormittag ein Auto auf der A31 ausgebrannt. Weiter hinten im Stau geriet eine Braut offenbar in Zeitnot und fuhr rückwärts durch die Rettungsgasse.

Legden

, 27.02.2019, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 35-jähriger Autofahrer aus Dinslaken ist am Mittwochvormittag auf der A31 bei Legden mit hoher Geschwindigkeit auf den Kleintransporter eines 40-Jährigen aus Weißrussland geprallt. Der Pkw brannte völlig aus.

Zeuge: Transporter zog plötzlich auf die linke Spur

Ein Zeuge, der mit seinem Auto hinter dem Unfallfahrzeug fuhr, schilderte den Unfall an der Unfallstelle so: Beide Autos seien hintereinander auf der linken Spur gefahren. „Wir hatten so um die 230 auf dem Tacho“, sagte der Mann. Der Transporter sei plötzlich auf die linke Spur gezogen. Der Mann habe noch Bremslichter aufleuchten sehen, da sei der Wagen aber auch schon auf den Transporter geprallt. Der Wagen geriet ins Schleudern und rutschte über die beiden Fahrbahnen auf den Seitenstreifen. Dort blieb er liegen und geriet sofort in Flammen. Er selbst konnte rechtzeitig anhalten und versuchte zu helfen: „Wir haben noch versucht, zu löschen, hatten aber keine Chance“, sagte der Zeuge. Ein Windstoß habe das Feuer wieder angefacht, sodass der Wagen binnen weniger Augenblicke komplett in Flammen stand.

Pkw brennt nach Unfall aus und eine Braut fährt rückwärts durch die Rettungsgasse

Der BMW des Mannes aus Dinslaken brannte komplett aus. Der 35-Jährige konnte sich selbst aus dem Fahrzeug retten und kam mit leichten Verletzungen davon. © Stephan Teine

Der Dinslakener konnte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien und kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Der Wagen brannte jedoch völlig aus. Erst die dazugerufene Feuerwehr aus Ahaus konnte die Flammen löschen. Die Autobahn in Richtung Oberhausen war für etwas mehr als eine Stunde komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich schnell bis in die Auffahrt zurück.

Braut in Terminnot fährt rückwärts durch die Rettungsgasse

Jürgen Brüning aus Ahaus stand dort weiter hinten im Stau. Er schildert noch eine ganz andere Szene: Vor ihm im Stau stand ein Auto mit fünf Frauen. „Eine davon im Brautkleid“, sagt er. „Und zack, ging bei denen der Rückwärtsgang rein“, erzählt er weiter. Die Frauen setzten aus dem Stau zurück und fuhren rückwärts durch die Rettungsgasse zur weiter hinten liegenden Autobahnausfahrt Ahaus/Legden zurück. „Offenbar ein wichtiger Termin“, scherzt er.

Dennoch: „Die haben sich natürlich einer riesigen Gefahr ausgesetzt“, erklärte Andreas Bode von der Pressestelle der Polizei in Münster. Auch wenn er für diese Art „Notfall“ ein Stück Verständnis zeigte, bleibe Rückwärtsfahren auf der Autobahn verboten.

Pkw brennt nach Unfall aus und eine Braut fährt rückwärts durch die Rettungsgasse

Der Wagen des 35-jährigen Dinslakeners war mit hoher Geschwindigkeit auf den Kleintransporter geprallt und dann halb auf den Seitenstreifen geschleudert. Dort konnte erst die Feuerwehr Ahaus das brennende Fahrzeug löschen. © Stephan Teine

„Die Rettungsgasse ist dafür da, um Einsatzkräfte zur Unfallstelle zu bringen“, sagt er. Als Autofahrer könne man aber nie abschätzen, ob noch weitere Einsatzfahrzeuge nachrücken. „Selbst wenn es für den Beobachter so aussieht, dass niemand mehr kommt“, erklärt Bode.

„Auch in so einem Ernstfall 110 anrufen“

Für solche Fälle hat er einen einfachen Rat: „110 anrufen“, sagt er. Die Polizeibeamten in der Leitstelle seien die Letzten, die dann nicht helfen würden, sagt er. Auch so versuche die Polizei, bei langen Rückstaus den Verkehr rückwärts aus naheliegenden Ausfahrten abzuleiten. „Das passiert aber immer nur durch die gezielte Ansprache, wenn die Gegebenheiten es zulassen“, sagt Andreas Bode.

Die Bildung einer Rettungsgasse ist bei jedem Rückstau auf der Autobahn zwar vorgeschrieben, funktioniere aber längst noch nicht immer – trotz aller Aufklärungsarbeit der Polizei. „Das ist immer von zig Faktoren abhängig“, erklärt er. Je nachdem wie übersichtlich die Unfallstelle oder wie sichtbar die Folgen eines Unfalls sind.

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