Im privaten Raum kann man einiges tun, um sich vor Bränden zu schützen. © picture alliance / dpa
Brandschutz

Privater Brandschutz: Diese Maßnahmen sind laut Experte sinnvoll

Wie sichert man sein Zuhause vor Gefahren wie Bränden? Was kosten Brandschutzmaßnahmen und welche bringen wirklich etwas? Wir haben mit einem Brandschutz-Experten gesprochen.

Seit dem Jahr 2017 sind Rauchmelder in allen Schlaf- und Wohnräumen Pflicht, so will es das deutsche Recht. Aber man kann noch mehr Vorkehrungen treffen, um sein Heim und seine Liebsten zu schützen.

Was genau im privaten Bereich möglich ist, das weiß Stefan Hüntemann aus Legden ganz genau. Er arbeitet in Münster in einem Unternehmen, das sich um das Thema Brandschutz im gewerblichen und privaten Bereich kümmert und Feuerwehren mit Ausrüstung ausstattet.

Rauchmelder

„Seit 2017 sind Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Stefan Hüntemann im Gespräch mit der Redaktion. Und zwar in allen Schlaf- und Wohnräumen. Sie sollen die Bewohner eines Hauses durch einen Piepton alarmieren und im besten Fall dafür sorgen, dass sie über das Treppenhaus flüchten können oder sich durch die Fenster bei der Feuerwehr bemerkbar machen können.

„Bei einem standardmäßigen Einfamilienhaus mit Vater, Mutter und zwei Kindern, hätten wir einen Rauchmelder im Schlafzimmer der Eltern, jeweils einen in den beiden Kinderzimmern, einen im oberen Flur und einen im unteren Flur und unten im Wohnzimmer“, so Hüntemann. Somit ist man schnell bei sechs Rauchmeldern.

Batteriebetrieben oder ans Hausnetz angeschlossen

Man kann aber eine noch höhere Sicherheit schaffen, indem man weitere Räume mit Rauchmeldern ausstattet. „Sinnvoll wären Orte wie der Dachboden, der Keller oder auch der Hauswirtschaftsraum“, so Hüntemann. Wer sich neue Rauchmelder anschaffen möchte, der hat die Wahl aus batteriebetriebenen Meldern und an das Hausnetz anschließbaren Meldern. „Diese sind über ein Bus-System an das Hausnetz angeschlossen und können auch über das Tablet gesteuert werden“, sagt Stefan Hüntemann.

Preislich gesehen gibt es da natürlich große Unterschiede. „Je mehr Funktionen sie haben, desto mehr kosten sie.“ Am besten kauft man Rauchmelder laut Stefan Hüntemann im Fachbetrieb für Brandschutz, beim Elektriker oder im Baumarkt. Die günstigsten Rauchmelder, die auch VDS-zertifiziert sind, kosten etwa zwischen sechs und sieben Euro. Rauchmelder sollten mindestens CE-zertifiziert sein. Melder, die durch ein Bus-System an das Hausnetz angeschlossen werden, kosten locker zwischen 80 und 90 Euro und mehr.

Thermomelder

In vielen Küchen und Badezimmern hängen sogenannte Thermomelder. Sie lösen Alarm aus, wenn sie eine Temperatur von etwa 60 Grad messen. Stefan Hüntemann hält Thermomelder zwar nicht für unnütz, aber sinnvoller sind in seinen Augen trotzdem Rauchmelder. Pflicht sind Thermomelder jedenfalls nicht.

Sie reagieren auf Hitze. Bis die aber oben am Melder angelangt ist, kann am Boden schon ein größeres Feuer entstanden sein. „Rauchmelder reagieren auf Rauch und Wasserdampf, sie unterscheiden zwar nicht, aber sie lösen eher aus als Thermomelder“, so Hüntemann. Das kann zwar bei unnötigen Alarmen durch Qualm vom Anbraten eines Steaks nervig sein, der Zeitfaktor kann aber Leben retten.

„Feuerlöscher sind nie verkehrt“

Feuerlöscher seien auch in privaten Haushalten sinnvoll, aber keine Pflicht. „Einen Feuerlöscher im Haus zu haben, ist nie verkehrt“, sagt Stefan Hüntemann im Gespräch mit der Redaktion. „Man kann damit zwar nicht die Welt retten, aber die Ausbreitung von Feuer schnell verhindern“, so Hüntemann weiter.

Auch hier gibt es viele Unterschiede. Im privaten Bereich sind aber Schaumfeuerlöscher und Fettbrandfeuerlöscher am sinnvollsten. Schaumfeuerlöscher bilden einen Schaumteppich und ersticken das Feuer. Bei Fettbrandfeuerlöschern sind die Brandklassen F (Fett), A (Feststoff) und B (Flüssigkeit) abgedeckt. „Das ist für private Haushalte ideal“, sagt Stefan Hüntemann. Die Preise für Feuerlöscher variieren je nach Brandklassen und Größen.

CO-Melder warnen vor geräuschlosem Killer

Super wichtig aus Stefan Hüntemanns Sicht, aber gesetzlich nicht vorgeschrieben, sind CO-Melder. Aber was ist CO? CO ist die Summenformel für die chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, Kohlenmonoxid. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennungen, beispielsweise von Kraft- und Brennstoffen in Heizungsanlagen, Kaminen, beim Grillen oder auch in Shisha-Bars.

CO-Melder positioniert man möglichst weit unten.
CO-Melder positioniert man möglichst weit unten. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

„Es ist deshalb so gefährlich, weil es geruchslos ist, man hört, sieht und riecht es nicht“, so Hüntemann. Nimmt ein Körper unbewusst zu viel von der chemischen Verbindung auf, kann er zuerst müde und sogar schläfrig werden. In schweren Fällen kommt es zur Ohnmacht. Wird diese nicht unterbrochen, nimmt der Mensch weiter CO auf und kann eine Kohlenmonoxidvergiftung erleiden. Diese kann im schlimmsten Fall auch tödlich enden.

Im Gegensatz zu den Rauchmeldern positioniert man CO-Melder möglichst weit unten, „weil sich das Gas unten sammelt und dann immer weiter hochsteigt“, sagt Stefan Hüntemann im Gespräch mit der Redaktion. Gute Plätze zum Positionieren der Melder sind beispielsweise Sockelleisten an Türen und Kellereingänge.

Auch CO-Melder sind sowohl batteriebetrieben als auch anschließbar an ein Bus-System erhältlich. Ebenfalls gilt es darauf zu achten, dass die CO-Melder zertifiziert sind. Preislich liegen die günstigsten Varianten bei etwa 15 Euro pro Stück.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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