Profilan-Kunststoffwerk will wachsen und startet mit Naturschutz

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Das Profilan-Kunststoffwerk will neue Produktionshallen bauen. Erst einmal geht es um die Renaturierung der Dinkel. Ökologie und Ökonomie sollen Hand in Hand gehen.

Legden

, 13.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Bagger und Lastwagen sind angrenzend an das Profilan-Gelände im Einsatz. Sie kündigen an, dass hier bald viel passieren wird. Doch noch geht es nicht um die neuen Produktionshallen für das Profilan-Kunststoffwerk.

Damit gebaut werden kann, müssen Bebauungsplan und Flächennutzungsplan geändert werden, muss aus vorwiegend landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Flächen gewerbliche Baufläche werden. Der Rat der Gemeinde Legden hat in seiner Sitzung am 1. Juli den Plänen zugestimmt. Bereits im Vorfeld hatte Profilan den Rat eingeladen, sich vor Ort ein Bild von dem Kunststoffwerk zu machen.

Profilan-Kunststoffwerk will wachsen und startet mit Naturschutz

Mitglieder des Gemeinderats besichtigten am 6. Juni Profilan. © privat

Zurzeit liegen die Anträge bei der Bezirksregierung Münster. Solange es von dort keine Zustimmung gibt, will Geschäftsführer Werner Wöhrmann nicht detailliert die Pläne vorstellen. „Es geht um eine Produktionserweiterung für Profilan“, so Wöhrmann. Nach den Sommerferien wolle man mit den Arbeiten beginnen. In der Begründung der Anträge, im Auftrag der Gemeinde von SWO Stadtplanung erstellt, heißt es: „Ein kunststoffverarbeitendes Unternehmen plant drei Gebäude inklusive Fabrikationshallen und ein Verwaltungsgebäude.“

Letzte Möglichkeit zur Betriebserweiterung am Standort

Dort steht weiter: „Für den Betrieb ist diese Planung die letzte Möglichkeit für eine Betriebserweiterung. Er hat bereits umfangreiche Flächen von ehemaligen Nachbarbetrieben in seine Produktion integriert. Ein weiterer Flächenerwerb ist nicht möglich.“

Bereits genehmigt und deshalb gestartet sind die Arbeiten für den Ausgleich des ökologischen Eingriffs. „Zurzeit laufen die Ausführungsarbeiten für die Regenrückhaltebecken und die Vorbereitungen für die Renaturierung der Dinkel“, informiert Profilan-Sprecher Marco Hilbring. Die Planfläche reicht vom Firmengelände bis zur Dinkel heran.

Dinkel wird verlegt und verbreitert

Die Dinkel wird einen neuen Verlauf bekommen und stellenweise verbreitert. Das dient auch dem Hochwasserschutz. Genau wie der Bau der beiden Rückhaltebecken werden diese Arbeiten von Profilan bezahlt. „Es gibt dafür keine Fördergelder“, betont Werner Wöhrmann: „Ökologie und Ökonomie kommen hier zusammen.“ Gemeinde und Profilan Kunststoffwerk schließen dazu einen städtebaulichen Vertrag.

Profilan hat sich seit der Gründung vor 20 Jahren an der Straße Zur Dinkel permanent erweitert, wie man eindrucksvoll beim Vorbeifahren an der B 474 erkennen kann. Zuletzt wurde das ehemalige Gelände der Entsorgungsgesellschaft Remex einbezogen. Laut Homepage des Unternehmens sind es zurzeit 80.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Profilan beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Nach der Erweiterung könnte diese Zahl weiter steigern.

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