Positive Stimmung in der Landwirtschaft zu verbreiten ist momentan schwierig. Das wurde auf der Versammlung in Asbeck erneut deutlich.

Legden

, 16.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 50 Landwirte kamen am Donnerstag in den Saal Enseling zur Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Asbeck. „Hoch lebe die Landwirtschaft? Hurra, der Wolf ist da! Oder, wie rottet man am schnellsten die Bauern aus?“ Mit diesen Begrüßungsworten drückte Ortsverbandsvorsitzender Heinz Brügger als nach eigenen Angaben positiv denkender Mensch die Sorgen und Nöte der Landwirte aus.

Zu den Gästen gehörten Bürgermeister Friedhelm Kleweken, die Vertretungen der hiesigen Banken, Vertreter der drei Fraktionen im Gemeinderat Legden, einige Landfrauen und Vertreter von der Agravis Legden. „Der Druck aus der Gesellschaft wird immer größer“, so Brügger. Doch warum eigentlich? Die Landwirtschaft habe sich in Sachen Tierhaltung und Ackerbau in den letzten Jahren verändert.

Landwirte beklagen Doppelmoral in der Bevölkerung

Viel wurde investiert im Bereich Umwelt- und Klimaschutz und auch an der Außendarstellung der landwirtschaftlichen Betriebe wurde geschraubt. „Richtig und gut“, sagt Brügger. Gleichzeitig betont er die Doppelmoral. „Für 30 Euro nach Malle fliegen und keine Gedanken über Umweltschutz.“ Man bekomme das Gefühl, dass Tier- und Umweltschutz an den Grenzen Deutschlands aufhört. Ihm fehle Wertschätzung und Respekt untereinander. Es gebe nicht genug Menschen, die Verantwortung tragen oder Rückgrat zeigen.

Ob das die Gründe sind, warum die Landwirtschaft so dermaßen an den Pranger gestellt wird, fragten sich die Berufskollegen. Sie bemängelten den Büroaufwand sowie die Dokumentationspflicht der einzelnen Betriebe. Das führe dazu, dass immer mehr Landwirte das Handtuch schmeißen. „Es ist der helle Wahnsinn, wie man bei Kontrollen teilweise behandelt wird“, bemängelte einer der Landwirte. Fachberater der Landwirtschaftskammer informierten unter anderem über die Hofabgabeklausel, landwirtschaftliches Bauen sowie Brand- und Großschadensfälle.

Grund zur Freude durch Klimaschutzpreis

Es gab allerdings auch Grund zur Freude: der Klimaschutzpreis in Höhe von 500 Euro wurde entgegengenommen. Mit dem Geld wird ein Blühstreifen in Asbeck angelegt. Detlev Schulze Vasthoff hat sich bereit erklärt, die Aussaat zu übernehmen.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken wurde gebeten, über Entwicklungen in der Gemeinde zu berichten, Er berichtete über den Ausbau der Wirtschaftswege und die Entwicklung der Industriegebiete und Großbaustellen.

Auch das Jahresprogramm wurde vorgestellt. Unter anderem unternimmt der Asbecker Ortsverband eine Zwei-Tages-Tour nach Bremen, aller Voraussicht nach im Juni.

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