Antonius Schulze Beikel an seinem Honiglädchen. Im Jahr 2021 war die Honigernte eher schlecht. © privat
Honigernte

Schlechteste Honigernte seit Jahren – Wird der Honig bald knapp?

Das schlechte Wetter im Frühjahr und Sommer hat den Imkern zugesetzt. Die Ernte des flüssigen Goldes fällt um ein Vielfaches schlechter aus als in den Vorjahren. Geht uns bald der Honig aus?

Der Sommer neigt sich dem Ende, nur vereinzelt gibt es derzeit schöne und warme Sommertage, und wenn wir an diesen Sommer zurückdenken, dann muss man sagen, besonders viele heiße und sonnige Tage waren nicht dabei.

Das haben nicht nur Landwirte gemerkt, denn sowohl die Obsternte als auch die Getreideernte war in diesem Jahr unterdurchschnittlich. Auch Imker haben deutlich weniger Honig geerntet als in den Jahren zuvor.

Ertragsverluste in Frühjahr und Sommer

Hobbyimker Antonius Schulze Beikel (49) aus Legden erntet normalerweise im Sommer zwischen 20 und 30 Kilogramm Honig pro Volk. Im Jahr 2021 war der Sommer aber nicht so freundlich, es hat oft und viel geregnet und die Temperaturen kletterten nicht so hoch wie sonst. „Wir haben in der Sommertracht etwa zwölf Kilogramm Honig pro Volk geerntet“, sagt der Legdener Hobbyimker.

Antonius Schulze Beikel hat am Freitag, 4. Juni, nachgesehen, wie voll die Honigwaben seiner Bienen sind.
Antonius Schulze Beikel hat am Freitag, 4. Juni, nachgesehen, wie voll die Honigwaben seiner Bienen sind. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Das Bieneninstitut Mayen hat für die Frühjahrstracht bereits Ertragsverluste aufgelistet. Zum Vergleich: Im Kreis Borken hatte es in 2020 durchschnittlich 16,2 Kilogramm Honig pro Volk gegeben.

Im Jahr 2021 gab es im Frühling lediglich zwischen 5 und 6 Kilogramm Honig. Die Zahlen für die Sommerernte wurden noch nicht veröffentlicht. „Bienen@Imkerei“ ist ein Fachblatt für Imker. Dort steht geschrieben: „Die diesjährige Frühtrachternte ist mit Sicherheit eine der schlechtesten Ernten der letzten Jahre.“

Bewertung des Honigs steht an

Dem Verlust kann man nicht gegensteuern. Aufgrund der Ertragseinbußen werde der Imker-Honig in diesem Jahr knapp. „Das ist aber kein Drama, in Deutschland wird eh sehr viel Honig importiert“, sagt Antonius Schulze Beikel. Laut Statistischem Bundesamt ist Deutschland sogar der größte Importeur von Honig. Im Jahr 2020 waren es rund 88.000 Tonnen.

Am letzten August-Wochenende schicken alle Imker ihren Honig dem Deutschen Imker Bund. Dort wird er dann bewertet. Der 49-Jähige ist schon ganz aufgeregt, denn er möchte wissen, wie sein Honig abschneidet.

Noch Beinchen im Honig?

Bewertet wird Sommerblüten- und Rapshonig. Dann wird der Honig prämiert. Und worauf wird bei der Bewertung des flüssigen Goldes geachtet? „Man schaut, ob da vielleicht noch Bienenbeinchen drin sind, wie die Konsistenz ist, auf den Geschmack, ob der Honig sauber abgefüllt wurde, ob das Gewicht passt und so weiter“, zählt Antonius Schulze Beikel im Gespräch auf.

Man gibt zwei Proben ab, für jede Sorte Honig eine. „Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis, letztes Jahr habe ich eine Bronzemedaille geholt“, sagt der Hobbyimker und lächelt stolz.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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