Security-Mitarbeiter nach Streit in der Disko: „Das war kein Anfängerschlag“

mlzDisko-Schlägerei

Eine gebrochene Augenhöhle und einen gebrochenen Kiefer erlitt ein 22-Jähriger im Dorf Münsterland. Über den Streit gab es am Amtsgericht Ahaus am Montag sehr unterschiedliche Versionen.

Legden

, 10.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Streit in der Disko: Ein heute 23-jähriger Mann aus Schmedehausen hat im Dorf Münsterland im November 2018 einem 22-jährigen Studenten aus Paderborn so hart ins Gesicht geschlagen, dass der junge Mann K.O. ging und mehrere Knochenbrüche im Gesicht davon trug. Jetzt musste sich das Amtsgericht Ahaus mit dem Fall beschäftigten.

Wie sich der Schlag genau ereignet hat, darüber gab es am Montagmorgen verschiedene Versionen. Nur einmal unmittelbar an seinem Tisch habe er zugeschlagen, erklärte der Angeklagte. Sein Opfer sei zu Boden gegangen. Danach sei er von einem Security-Mitarbeiter weggeführt worden.

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Der 22-Jährige habe zuvor Frauen in der Gruppe des Angeklagten belästigt. Schließlich habe er auch noch auf den Tisch gespuckt und dabei den Angeklagten am Oberkörper getroffen. „Da habe ich zugeschlagen“, gab er zu.

Keine Erinnerungen mehr an den Abend

Das Opfer konnte sich an den Abend kaum erinnern. Auch von den Belästigungen wusste er nichts mehr. „Ich hatte mit meiner Mannschaft ordentlich Gin getrunken“, erklärte er. Als ihn der Faustschlag traf, sei er völlig betrunken gewesen. Auch an Belästigungen erinnerte er sich nicht mehr. Er sei später im Krankenwagen wach geworden. „Mehr weiß ich nicht“, sagte er.

Klar war für ihn, dass er den Angeklagten auf keinen Fall angespuckt habe. „Das traue ich mir nicht zu“, sagte er. Allerdings spucke er – wenn er betrunken sei – häufiger aus. „Ich habe dann einen komischen Geschmack im Mund“, erklärte er.

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Der 52-jährige Leiter der Diskothek schilderte den entscheidenden Schlag deutlicher: Zufällig habe er nur wenige Meter entfernt gestanden. „Das Opfer war stark alkoholisiert und saß völlig fertig auf einer Treppe“, erklärte er. Der Angeklagte sei dann aus mehreren Metern Entfernung auf ihn zugelaufen und habe ihn gezielt geschlagen.

Schlag mit voller Wucht ins Gesicht

„Das war ein Schlag mit voller Wucht, kein Anfängerschlag“, erklärte der Disko-Leiter. Das Opfer sei rückwärts umgefallen und direkt bewusstlos gewesen. Davon abgesehen sei es ein eher ruhiger Abend in der Disko gewesen. Von Beschwerden oder gar Belästigungen hätten er und die anderen Sicherheitsmitarbeiter nichts mitbekommen.

Sechs Zeugen, die der Angeklagte mitgebracht hatte, mussten danach nicht mehr aussagen. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Außerdem stand am Ende noch ein Vergleich: 1800 Euro soll der Angeklagte an sein Opfer zahlen. Auch für die Gerichtskosten des Opfers muss er aufkommen. Die Summe wird er über mehrere Jahre abstottern: Der 23-Jährige macht gerade eine Ausbildung zum Autolackierer.

Der 22-jährige Student war schnell einverstanden. „Ich möchte die Geschichte einfach endlich abschließen“, sagte er sichtlich aufgeregt.

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