Sekundarschüler im Homeschooling: Von den Lehrern gibt es ein großes Lob

mlzSekundarschule Legden Rosendahl

Die Klassenzimmer sind leer. Homeschooling ist angesagt. Für die Schüler der Sekundarschule Legden Rosendahl ist das eine neue Erfahrung. Von der Schulleitung bekommen sie viel Lob.

Legden

, 26.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit viel Lernstoff sind die Schüler der Sekundarschule Legden Rosendahl vor zehn Tagen nach Hause gegangen. Jetzt sitzen sie im Kinderzimmer oder am Küchentisch und lernen Deutsch, Mathe, Englisch. Und sie lernen mehr als nur Fachwissen, so die kommissarische Schulleiterin Karin Emming.

Unter der Überschrift „Verbindliches Lernmaterial“ finden die Schüler auf der Homepage der Schule ihre Aufgaben, die sie bis zu den Osterferien erledigen sollen. „Die Kinder rufen die Sachen fleißig ab“, sagt Karin Emming.

„Ihr seid super“, sagt sie über die Sekundarschüler. Und nicht nur, weil sie ihre Aufgaben erledigen. „Sie lernen gerade alle eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten“, betont sie. Wie gut das klappt, davon sei sie positiv überrascht. Je älter, desto eigenständiger zeigen sich die Schüler, aber auch die Fünftklässler seien hier schon richtig gut.

Seiten auf der Homepage werden sehr oft aufgerufen

Marcus Eickelpasch ist der Kollege, der sich um die Homepage kümmert. Er stellt ständig neues Material rein. Und er hat Karin Emming gemeldet, dass die Seiten sehr oft aufgerufen werden. Für jede Klasse und jedes Fach gibt es Material. Die 5b beschäftigt sich beispielsweise mit der Steinzeit und den Urmenschen, die zehnten Klassen haben in Biologie das Thema Evolution auf dem Plan.

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Prinzipiell kann alles mit dem Smartphone abgerufen werden, das praktisch jeder Schüler ja hat. Die Vorgehensweisen sind je nach Jahrgang und Fach unterschiedlich. Manche Lehrer haben Wochenpläne vorbereitet, andere Pläne für die Zeit bis zu den Osterferien. Kinder mit speziellem Förderbedarf, so erläutert Karin Emming, haben am letzten Schultag einen dicken Briefumschlag mit Material mitbekommen.

Homeschooling ist bei Schülern angesagt.

Homeschooling ist bei Schülern angesagt. © privat

Kinder werden also manchmal ihre Hefte nach den Ferien zum Unterricht mitbringen. Manche schicken die Ergebnisse per Mail an die Lehrer – dazu reicht manchmal auch ein Foto – andere können sie auf der Plattform Padlet hochladen. Über Padlet kommuniziert zum Beispiel Marcus Eickelpasch mit seinen Schülern und hat neben den Aufgaben und Arbeitsmaterial auch Videobotschaften für seine Schüler ins Netz gestellt.

Lehrer sitzen alle im Homeoffice

Auch bei Fragen können sich die Kinder, aber auch Eltern jederzeit per Mail an die Lehrer wenden. „Sie sitzen alle im Homeoffice“, so Karin Emming. Bei Bedarf könne sie jederzeit Material nachlegen. Manche Kinder fragen bereits per Mail nach weiteren Aufgaben.

Benotet werden die erledigten Aufgaben nicht. „Wir sehen aber, ob die Kinder gearbeitet haben“, so Karin Emming. Alle Kinder bekommen aber Rückmeldung. Karin Emming ist zuversichtlich, dass es nach der Zwangspause gut weitergehen wird. „Nach einer der Aufarbeitungswoche, in der alles besprochen wird, können wir sicher wieder in den regulären Unterricht einsteigen.“ Und wenn es sich zeigt, dass ein Schüler doch nicht gelernt hat? Ja, dann werde auch er Hilfen bekommen.

Bis zu den Osterferien ist alles gut geplant

Es läuft erst einmal gut, so Karin Emming. „Sie wissen, dass sie eine Arbeitswoche haben, dass sie wie ihre Eltern vielleicht auch Homeoffice haben.“ Sie sagt aber auch: „Mal sehen, wie lange die Kinder das können.“ Bis zu den Osterferien werde es gut gehen. Dann haben die Kinder zwei Wochen keine Aufgaben.

Sollte auch danach die Schulen geschlossen bleiben, so vermutet die Schulleiterin, könnte es schwer werden, wieder in den Arbeitsrhythmus zu finden. Eines weiß sie aber: „Wenn sie wieder in die Schule dürfen, werden sie sich richtig freuen.“

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