Sekundarschüler im Unterricht mit viel Theorie und Sicherheitsabstand

mlzSekundarschule Legden Rosendahl

Nach einer mehrwöchigen Pause dürfen seit wenigen Tagen die ersten Schüler auch der Sekundarschule Legden Rosendahl wieder zu Schule gehen. Einige berichten über ihren neuen Schulalltag.

von Leon Seyock

Legden

, 06.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich an diesem Morgen. Es ist 9.45 Uhr und die Pause hat gerade begonnen. Kleine Gruppen mit jeweils rund einem Dutzend Schülern halten sich in verschiedenen Ecken des Schulhofes auf – an den Fahrradständern, an einer Sitzecke, hinter dem Gebäude auf den Rasenflächen.

„Wir versuchen natürlich, auch während der Pause den Sicherheitsabstand einzuhalten“, sagt Jana Maurer. „So kann man ja auch über Gott und die Welt reden“, ergänzt Linus Thoms.

Die beiden Schüler besuchen die Klasse 10c der Sekundarschule Legden Rosendahl. Nach mehreren Wochen Pause sind es die Zehntklässler, die nun seit fast zwei Wochen wieder in der Schule unterrichtet werden. Von Normalität kann aber noch keine Rede sein.

Kleine Klassenverbände

„Momentan haben wir kleinere Klassenverbände als sonst. Das ist angenehmer zum Arbeiten“, erzählt Linus. Die Kurse wurden jeweils halbiert und werden getrennt unterrichtet – nur so kann sichergestellt werden, dass die Schüler im Klassenraum den nötigen Abstand zueinander einhalten können.

„Jeden Morgen treffen wir uns nach Kursen getrennt auf dem Schulhof und jeder bekommt eine Nummer zugeordnet, die vorgibt, auf welchen Platz wir uns setzen müssen“, berichtet Jana. Der nächste Gang geht zum Waschbecken: Hände waschen.

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Nachdem die Schüler nacheinander die Räume betreten haben und anschließend um 8.10 Uhr der Unterrichtstag beginnt, heißt es vier Stunden lang Mathe, Deutsch, Englisch oder das Wahlpflichtfach pauken. „Es kommt natürlich auch etwas auf die Lehrer an, aber ein Fach vier Stunden am Stück zu lernen geht schon“, meint der 17-jährige Schüler.

Der Unterschied: „Normalerweise arbeiten wir viel in der Praxis. Das geht momentan aber nicht, deshalb lernen wir mehr in der Theorie“, merkt Linus an. In den vergangenen Wochen, in denen die Schüler nicht im Schulgebäude unterrichtet wurden, haben sie im „Home-Schooling“ mit Aufgaben gelernt, die die Lehrkräfte regelmäßig im Internet eingestellt haben. „Das lief eigentlich ganz gut, allerdings musste man bei Fragen länger auf eine Antwort von den Lehrern warten. In der Schule kann man ja direkt nachfragen“, schildert Linus seine Erfahrungen.

„Auch bei mir lief es relativ gut, der Vorteil ist, dass man sich die Arbeit selbst einteilen konnte“, ergänzt Jana. Während für die Stufen fünf bis neun das „Home-Schooling“ weitergeht, pauken die Zehntklässler wieder am Standort in Osterwick – unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Gesichtsmasken sind keine Pflicht

Eine weitere ist das Tragen einer Gesichtsmaske. Das sei im Unterricht zwar keine Pflicht, „wie viele Mitschüler auch trage ich sie trotzdem die ganze Zeit“, erläutert die 15-jährige Schülerin.

In rund zwei Wochen stehen die ersten Abschlussarbeiten an, auf die die Schüler in diesen Tagen vorbereitet werden. Anstatt einer Abschlussprüfung, die im Regelfall zentral gestellt ist, sind es in diesem Jahr Arbeiten, die durch die eigenen Lehrer vorgelegt werden. „Diese sind etwas anders gestellt und zielen auf die unterrichteten Inhalte ab“, erklärt Klaus Weidemann, Abteilungsleiter der Stufen acht bis zehn in Osterwick.

Auch in den Pausen waltet die Vorsicht: „Wir dürfen uns im Moment nicht aufhalten, wo wir wollen“, erläutert Jana. Auch dafür gebe es fest zugewiesene Plätze, sodass die Schüler kursweise zusammenbleiben – mit ausreichend Abstand zueinander.

„Damit wollen wir das Infektionsrisiko möglichst verringern“, erklärt Klaus Weidemann. „Dieses Ziel nehmen unsere Schüler auch sehr ernst. Für alle ist es eine große Umstellung, die Schüler sind aber sehr diszipliniert“, urteilt Weidemann nach den ersten Schultagen. „Das System hat sich bewährt.“

Von einem normalen Schulalltag ist man noch weit entfernt. „Den vermisse ich schon ein bisschen“, merkt Linus an. „Auch ich hätte lieber meinen gewohnten Alltag. Die jetzige Situation ist natürlich eine völlig andere“, urteilt Jana.

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