Skulptur für Asbeck in Zeiten von Corona: Die halbe Welt steht Kopf

mlzHeimatverein Asbeck

Der Heimatverein Asbeck wollte einem Künstler die Chance geben, sein Werk auf der SkulpTourA zu präsentieren. Doch die Vorschläge waren zu gut. Jetzt sind es zwei Künstler, einer ist aus Legden.

Legden

, 31.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SkulpTourA, der 3,5 Kilometer lange Wanderweg in und um Asbeck, erfreut sich gerade in Zeiten der Coronakrise großer Beliebtheit. Einige der Stationen will der Heimatverein immer wieder mal neu bestücken und so Abwechslung auf der Route bieten. Ein Aufruf war jetzt sehr erfolgreich, so Bernhard Laukötter als Vorsitzender des Heimatvereins Asbeck.

Nicht wegen des großen Ansturms. Der blieb aus. Aber zwei Künstler überzeugten so sehr, dass jetzt gleich zwei Stationen neu bestückt werden. Weichen wird die Heilige Agnes am Standort 12 im Frettholt. Sie war eine Leihgabe von Andreas Laugesen und wird jetzt zurückgegeben. Der zweite Standort ist am Bach in der Nähe des ehemaligen Klärwerks.

Franz Feldbrügge hat sich auf den Bericht unserer Zeitung beim Heimatverein Asbeck gemeldet. Der Legdener ist Asbeck verbunden, seit er dort als 14-jähriger, vor genau 70 Jahren, seine Schmiedelehre bei Fritz und Adolf Kemper gemacht hat. Das war so prägend, dass er vor 13 Jahren nach Ende seines langen Berufslebens nach Legden zog. Im Vorgarten seines Hauses am Nordring, dem alten Stammhaus von Dorf Münsterland, steht die Skulptur aus rostigem Eisen. Zwei Halbkreise, der eine stehend, der andere liegend, rund 400 Kilogramm schwer.

Skulptur entstand aus Abfallprodukten

„Die halbe Welt steht Kopf, die andere ist in der Waage“, sagt Franz Feldbrügge zu der Arbeit, die bereits vor 25 Jahren entstand. Hat er damals an den Hunger in Teilen unserer Welt gedacht, bringt er sie in unseren Zeiten auch mit der Corona-Pandemie in Verbindung. Die Skulptur entstand aus Abfallprodukten seines Betriebs in Münster-Roxel, woher Franz Feldbrügges Familie auch stammt.

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Dungkarren reparieren, Pferdehufe ausschneiden, Reifen aufziehen, Bauschrauben anfertigen, Pflugschare schärfen – das waren seine Aufgaben in der Lehre in Asbeck. So erinnerte er sich vor zwei Jahren bei der Verleihung des Diamantenen Meisterbriefs. Später hat er in vielen Orten gearbeitet, bevor er 1961 den elterlichen Betrieb in Roxel übernahm.

Als einer der ersten siedelte er sich in den 80er-Jahren dort im neuen Gewerbegebiet an. 1998 übergab er an seinen Sohn Matthias und damit an die achte Generation. Neben dem Handwerk hat Feldbügge immer wieder mal aus Stahl und Eisen meist abstrakte Kunstwerke geschaffen – ein Hobby als Ausgleich.

Aus der Leihgabe könnte auch ein Geschenk werden

Das noch namenlose Werk will er jetzt als Leihgabe für die Skulpturenroute abgeben. Aber auch ein Geschenk an die Gemeinde, an Asbeck, wo er schöne Zeiten erlebte, ist für ihn denkbar. Bernhard Laukötter ist beeindruckt von der Skulptur: „Wir wollen sie sehr gerne zeigen.“

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Auf der zweiten Station wird eine Arbeit des Stadtlohner Künstlers Ferdi Schreiber aufgestellt. „Wir besprechen demnächst, welche Arbeit es sein wird“, sagt Laukötter. Er ist begeistert von Ferdi Schreibers Werk, der in seinen Werken Holz mit Blech, Stahl oder Glas verbindet. „Ich möchte ihn auch gern in einer Einzelausstellung vorstellen“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins Asbeck. Wann das möglich sein wird, steht in den Corona-Sternen. Kunst unter freiem Himmel dagegen gibt es auf der Skulpturenroute reichlich zu sehen.

Sie startet am Dorfteich, dort finden sich auch Informationen zu der Route. Die SkulpTourA ist vollständig digital erfasst und auf der Homepage der Gemeinde einsehbar, sodass man sie auch wunderbar von zu Hause aus erkunden kann“, so Bernhard Laukötter. Auf der Strecke liegen moderne Kunstwerke, aber auch Natur- und Industriedenkmäler, Bildstöcke und Kreuzwegstationen. Bis zu den Sommerferien sollen die Werke beider Künstler aufgestellt sein. Sie werden dort ein Jahr stehen.

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