Mit dem Sauger gegen die Giftraupe: Legden sagt Eichenprozessionsspinner den Kampf an

mlzEichenprozessionsspinner

Nur starker Frost könnte helfen. Sonst wird der Eichenprozessionsspinner wieder seine Nester in unzählige Bäume bauen. In Legden setzt man im Kampf gegen den Schädling auf bewährte Methoden.

Legden

, 15.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Wochen noch, dann werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners wieder auftauchen. Wenn die Eichen ihre jungen Blätter austreiben, beginnt auch die Hochzeit des Schädlings. Wie die Gemeinde Legden mit der Plage umgeht, hat Fachbereichsleiter Hans Wittmund dem Hauptausschuss berichtet.

Ein Blick zurück: 2019 hat sich die Situation dramatisch verschlechtert, so Hans Wittmund. Der trockene Sommer 2018 sorgte für beste Bedingungen für die Giftraupe. Auf den gemeindeeigenen Flächen wurde der Eichenprozessionsspinner an 27 Standorten geortet. Aus rund 220 befallenen Bäumen wurden rund 500 Nester entfernt. Noch heute sind Reste von Nestern an manchen Stellen zu sehen.

Population wird wieder explodieren

In diesem Jahr dürfte es nicht viel anders werden. Die Population, damit rechnen Experten, wird wieder explodieren. Es gibt zwei Zeitfenster, so Hans Wittmund, die die Population beeinflussen. In diesen Wochen könnte noch strenger Frost helfen, die Larven zu vernichten, anschließend fressen Meisen die Larven, die in diesem frühen Stadium noch keine giftigen Härchen haben.

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Ende August, Anfang September, wenn sich die Falter fortpflanzen, kann viel Regen die Ausbreitung eindämmen. Im vergangenen Jahr war es aber sehr trocken und heiß – ideal für den Eichenprozessionsspinner. Wird es in diesem Sommer nasser, kann sich das erst 2021 auswirken.

10.000 Euro stehen für Bekämpfung bereit

Es gibt viele Methoden im Kampf gegen den Schädling. Legden setzt wie in den Vorjahren auf das Absaugen der Nester. Außerdem wird durch Schilder gewarnt. Die Arbeiten werden wieder an einen externen Unternehmer vergeben. 8000 Euro hat die Gemeinde Legden dafür 2019 ausgegeben. 10.000 Euro stehen für dieses Jahr im Haushalt.

Ob das reichen wird, ist unklar. Zum Vergleich: Heek hat 40.000 Euro für die Bekämpfung des Schädlings veranschlagt. Der Großteil der Kosten wird auch hier das Absaugen der Nester ausmachen. In Heek setzt man auch auf Nistkästen für Meisen, Rotkehlchen und Kleiber. Wie erfolgreich das ist, steht allerdings noch nicht fest.

Andere Methoden werden erst einmal beobachtet

„Wir beobachten, welche andere Methoden erfolgreich sein können“, sagt Hans Wittmund. Dazu zählen neben der Förderung von Nützlingen auch der Einsatz von chemischen Mitteln, sogenannten Bioziden, oder biologischen Mitteln wie den Nematoden. Das sind Fadenwürmer, die in Insekten eindringen, sich in den Körpern vermehren und schließlich zum Tod führen. Auch Abflammen oder Heißwasser- und Schaumbehandlung sind Möglichkeiten, die noch nicht so lange angewandt werden.

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Nistkästen wie die Gemeinde Heek wird die Gemeinde Legden nicht aufhängen. „Da wird im privaten Bereich viel gemacht“, begründet Hans Wittmund. Jüngst haben zum Beispiel Kinder und Jugendliche im Jugendhaus Pool elf Nistkästen gebaut und aufgehängt.

Auf Anregung aus dem Hauptausschuss wird die Gemeinde allerdings Fallen zu Testzwecken aufhängen. Ein Lockstoff soll dafür sorgen, dass die Raupen in einen Beutel am Baumstamm krabbeln. Weil es darin sehr warm wird, sollen die Tiere verenden.

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