Spitze Zunge in der Bütt

Legden Ein Schreibtisch, daneben zwei Stühle und darauf zwei Männer, die sich konzentriert über ein eng beschriebenes Blatt Papier beugen: Heinz Werschbröcker und Karl Daldrup. Auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so aussieht: Die beiden sind echte Stimmungskanonen.

31.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spitze Zunge in der Bütt

Als Klamotten-Ede und Chaoten Kalli werden die Zwei, die jetzt noch so still und nüchtern ihre Aufzeichnungen durchgehen, morgen dafür sorgen, dass im Saal Ostermann keiner mehr auf seinem Stuhl sitzen bleibt - entweder, weil er sich vor Lachen daneben wirft oder weil er stehend applaudiert.

Ede Kalli (kleines Foto rechts) und (kleines Foto links), beide 53 Jahre alt, wollen das - ganz bescheiden - so nicht bestätigen. Aber immerhin würden sie seit 15 Jahren immer wieder gebeten, gemeinsam in die Bütt zu steigen, ergänzen der Tischler und Betriebshandwerker schließlich doch. Einzeln kann jeder auf eine noch längere Karnevalskarriere nicht nur in der Bütt, sondern auch im Elferrat zurückblicken: 20 Jahre mindestens, oder gar 30?

Mit der fernen Vergangenheit haben es die beiden nicht so. Das Hier und Jetzt - Legden und die zwölf Monate seit dem letzten Karneval - sind ihnen da wichtiger. Und da ist wieder jede Menge passiert, über das sich schmunzeln, spötteln und schreiend lachen lässt, versichern sie und tippen zur Bestätigung auf den Zettel, der zwischen ihnen mitten auf dem Tisch liegt.

Was denn zum Beispiel? "Das verraten wir nicht", kommt es wie aus einem Munde. Nichts zu verraten vor der großen Sitzung sei eine Ehrensache für alle Aktiven des Kolpingkarnevals.

Um Betriebsspionage erst gar nicht zu ermöglichen, zieht Heinz Werschbröcker den Stichworte-Katalog - "wir formulieren nie aus, das machen wir immer erst auf der Bühne, frei von der Leber weg" - zu sich hinüber.

Der kurze Augenblick genügte aber, um doch eine Notiz zu erspähen: FKK.

Freikörperkultur in Legden? Etwa Nackedeis im Dorf Münsterland? "Nein", wehrt Ede ab. Damit habe das nun gar nichts zu tun, sondern mit Verkehr. Straßenverkehr, versteht sich, denn Klamotten-Ede und Chaos-Kalli machen grundsätzlich keine Gags unter der Gürtellinie, wie sie betonen, "so etwas zieht hier in Legden nicht". Also zurück zum Kreisverkehr - zum neuen Mini-Kreisel in der Neustadt, der allgemein nur FKK-Kreisel genannt werde: "Friedhelm-Kleweken-Kreisel" übersetzen die beiden - ein drehendes Denkmal, das sich der Bürgermeister gesetzt habe - oder so ähnlich.

Jetzt aber kein weiteres Wort zu dem aktuellen Programm: Werschbröcker dreht den Zettel zur Sicherheit um. Dann aber vielleicht ein paar Evergreens aus den Vorjahren? Zum Beispiel den vom Zoo - der neuen Attraktion des Dorfes Münsterland. Und gar nicht teuer. "Man hat einfach Asbeck eingezäunt!"

Klar, Asbeck ist immer gut für einen Scherz. "Das ist bei uns so wie mit Köln und Düsseldorf", erklären die Zwei. Da gibt es immer einen Seitenhieb - auch dieses Mal. Das Feuerwehrgerätehaus dort werde ein Thema sein, aber auch die Hundewiese in Legden und "aber das wollen wir alles gar nicht verraten". sy-

Prunksitzungen des Kolpingkarnevals im Saal Ostermann am Samstag um 19 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr.

Spitze Zunge in der Bütt

<p>Noch lässt - außer dem Schalk im Augenwinkel - äußerlich nichts vermuten, dass Karl Daldrup (l.) und Heinz Werschbröcker Büttenredner sind.  Lüttich-Gür</p>

<p>Noch lässt - außer dem Schalk im Augenwinkel - äußerlich nichts vermuten, dass Karl Daldrup (l.) und Heinz Werschbröcker Büttenredner sind. Lüttich-Gür</p>

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