Das Stalldach in Wehr brach unter der Schneelast zusammen. Sieben Pferde waren dort untergestellt. Eine trächtige Stute musste der Tierarzt einschläfern, eine weitere wurde schwer verletzt. © Stephan Rape
Bauerschaft Wehr

Stalldach bricht unter Schnee zusammen – trächtige Stute eingeschläfert

Eine trächtige Stute musste der Tierarzt am Sonntagnachmittag einschläfern, nachdem in der Bauerschaft Wehr ein Stalldach unter den Schneemassen zusammengebrochen war.

Eine trächtige Stute ist am Sonntagnachmittag in der Bauerschaft Wehr durch ein eingestürztes Stalldach so schwer verletzt worden, dass der Tierarzt sie nur noch einschläfern konnte. Die massiven Holzbalken des Wellblechdachs über sieben Außenstallboxen war unter den großen Schneemassen zusammengebrochen.

Pia Schulze Elpert (42) ist auch am Montag noch völlig geschockt. Am Sonntagnachmittag habe sie auf dem Hof eine Runde gedreht und Fotos gemacht. „Ich komme aus Hessen. Da ist viel Schnee völlig normal“, sagt sie. Die Fotos habe sie ihren Eltern schicken wollen.

Die Schneemassen vom Dach stürzten in die Boxen darunter. Die Pferde wurden zum Teil zwischen Trümmern, Stalltüren und Schnee eingekeilt.
Die Schneemassen vom Dach stürzten in die Boxen darunter. Die Pferde wurden zum Teil zwischen Trümmern, Stalltüren und Schnee eingekeilt. © Stephan Rape © Stephan Rape

Dabei habe sie bemerkt, dass zwei Scheiben an der Firstseite des Stall- und Reithallengebäudes auf ihrem Hof bereits fehlten. „Da dachte ich noch, die hätten Schnee und Wind herausgedrückt“, sagt sie. Als erstes sei ihr in den Kopf gekommen, die Pferde in der Halle aus den Boxen zu holen.

Knackende Balken kündigten das Unglück an

Doch als sie dann um die Hallenecke gegangen sei, habe sie es im Gebälk der an die Halle angebauten Boxen schon knacken hören. „Und dann brach auch schon alles zusammen“, sagt sie. Die massiven Holzbalken gaben unter der Schneelast nach. Sieben Pferde waren dort in den Außenboxen untergebracht. Sie wurden zum Teil zwischen Balken, Trümmern, Stalltüren und den Schneemassen eingekeilt.

Die Feuerwehr zu rufen, sei ihr in dem Moment überhaupt nicht in den Sinn gekommen. „Wir wollten die Tiere retten“, sagt sie. Mit Brecheisen und schwerem Gerät haben sie die Boxentüren aufgehebelt, die Tiere befreit und sie in die angrenzende Reithalle geführt.

Nur 30 Minuten später sei der alarmierte Tierarzt dagewesen. Eine Stute konnte der nur noch einschläfern. Eine weitere hatte sich ebenfalls schwer an einem Vorderlauf verletzt. Diese Wunden konnten jedoch noch genäht werden. „Was genau passiert ist, wissen wir noch nicht“, sagt Pia Schulze Elpert.

Keine Gefahr für restliche Stallgebäude

Für den restlichen Stall und die Reithalle bestehe aber keine Gefahr. Auch die übrigen Pferde seien sicher untergebracht. Die Tiere, die in den zerstörten Boxen gestanden haben, seien aber völlig unter Schock.

Besonders tragisch: Die eingeschläferte Stute sei trächtig gewesen. Das Tier gehörte einer Frau aus Köln. Auch die sei direkt alarmiert worden, konnte aber noch nicht nach Legden kommen.

Für Pia Schulze Elpert heißt es jetzt, auf den Gutachter der Versicherung zu warten. „Wie hoch der Schaden ist, kann ich noch nicht sagen“, erklärt sie am Montagvormittag. Trotz allem habe die Familie noch viel Glück gehabt: „Mein Schwiegervater hat kurz vorher noch im Stall gearbeitet“, sagt sie. Wenige Augenblicke später wäre auch er von dem einstürzenden Dach verschüttet worden.

Die Familie betreibt auf dem Hof seit Jahrzehnten eine Pferdezucht sowie einen Sport- und Ausbildungsbetrieb. Aktuell seien dort 25 bis 30 Pferde untergebracht. Ein Unglück wie dieses habe die Familie dort aber noch nicht erlebt.

Feuerwehr sieht noch keine Gefahr durch Schneelasten

Klaus Uppenkamp, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Legden, mag trotz des beständigen Schneefalls noch keine Warnung aussprechen: „Im Moment haben wir keine Veranlassung, vor den besonderen Schneelasten auf Dächern zu warnen“, sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch habe die Feuerwehr Legden kein Gebäude besonders im Blick, bei dem es kritisch werden könne. Allerdings solle natürlich jeder Gebäudeeigentümer die Dächer auf dem eigenen Grundstück im Blick behalten.

Kritik äußert er allerdings in Richtung der Familie Schulze Elpert: „Die hätten sich natürlich bei uns melden sollen“, sagt er. Insgesamt sei die Lage durch den Schneefall bisher allerdings komplett ruhig.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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