Meinung

Tagebruch zeigt: Amprion muss Tunnel-Bohrung sofort einstellen

Der Tagebruch in Legden zeigt: Amprion muss die Bohrungen für seinen Tunnel sofort stoppen. Bevor es weitergeht, ist jedes Risiko für die Bevölkerung auszuschließen, meint Redaktionsleiter Bernd Schlusemann.
Die Straße Fliegenmarkt ist gesperrt. Das Loch im Bürgersteig wird gerade mit Beton verfüllt. © Stefan Grothues

Amprion bohrt und in Legden verschwinden Teile eines Gartens in einem großen Loch. Auch ein Bürgersteig bricht ein. Gut, dass zu dem Zeitpunkt niemand darüber gegangen ist und niemand im Garten war, als sich das Loch auftat.

Ist die Meter um Meter unterirdisch fortschreitende Baustelle tatsächlich sicher? Das darf nach dem aktuellen Vorfall stark bezweifelt werden. Das Risiko, dass bei einer Wiederholung Menschen gefährdet werden können, ist offensichtlich.

Diese Frage muss schnell beantwortet werden! Zurzeit jedenfalls bergen die Bohrungen ein großes Risiko für die Bevölkerung, das lässt sich nach dem jetzigen Vorfall nicht abstreiten.

Auf einer Strecke von rund 1,3 Kilometern unter Legden sollen Hochspannungsleitungen verlegt werden. Grundstücksbesitzer entlang der 14 Meter tiefen Bohrtrasse dürfen, ja müssen sich Gedanken darüber machen, ob sie auf ihrem eigenen Grundstück noch sicher leben können. Die Frage ist, wie sicher die Häuser direkt an der Trasse noch sind.

Amprion ist nicht nur gefordert, Transparenz zu zeigen und die Legdener aufzuklären, was unter ihnen passiert ist. Die „Baustelle“ abzusperren und Beton in die Löcher zu pumpen, das reicht definitiv nicht aus. Die RWE-Tochter muss die Bohrarbeiten so lange stoppen, bis klar ist, wie es zu dem Tagebruch kommen konnte. Im nächsten, unverzichtbaren Schritt gilt es dann sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.