Claudia Kröger vom Shuttleservice Kröger in Legden möchte nicht mit den Gastwirten tauschen. © privat
Taxiunternehmen

Taxiunternehmen während Corona: „Möchte nicht mit Gastwirten tauschen“

Die Lage ist für viele im Moment nicht schön, denn Corona macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Auch Taxiunternehmen in Legden fehlen Taxi-Fahrten, wegen der geschlossenen Gastronomie.

Die Coronapandemie scheint noch lange ein Teil unseres Lebens zu sein, die Zahlen schwanken und die Diskussionen um härtere Corona-Maßnahmen nehmen wieder Fahrt auf. Die Gastronomie leidet seit Wochen darunter, jetzt wird diskutiert, ob bald auch wieder Geschäfte schließen müssen. Aber auch andere Bereiche sind von Corona betroffen. Bereiche, die beispielsweise an der Gastronomie hängen: die Taxiunternehmen.

Denn wer fährt die Leute nach Hause, die gerade aus einer Gastwirtschaft oder von einer Geburtstagsfeier bei Freunden kommen? Richtig, die Taxifahrer. „Es ist einfach nicht schön“, so beschreibt Matthias Schmeddes die aktuelle Lage beim Taxiunternehmen Taxi Mattes in Legden. Das Unternehmen bietet neben den regulären privaten Fahrten von A nach B auch Krankenfahrten an.

Überleben durch Krankenfahrten

„Man lebt von den Krankenfahrten im Moment“, sagt Matthias Schmeddes. Der Unternehmer hat hat zwei Standorte, einen in Legden und einen in Schöppingen. Normalerweise profitiert das Taxiunternehmen von Matthias Schmeddes vom Dorf Münsterland, wo an den Wochenenden die Jugend ausgelassen feiert. Doch während Corona finden dort keine Partys mehr statt.

Das heißt: Seit Beginn der Corona-Pandemie fehlen dem Taxiunternehmen zahlreiche Fahrgäste. Ausgleichen kann Matthias Schmeddes die fehlenden Fahrten nicht, aber überleben kann das Unternehmen durch die Krankenfahrten, die Taxi Mattes anbietet.

40 bis 45 Prozent weniger Fahrten

Im Moment fallen derzeit 40 bis 45 Prozent der Taxifahrten weg. Auch die Kneipen in und um Legden haben geschlossen. „Die fallen alle weg, die brauchen ja auch keine Taxen im Moment, weil ja niemand da ist“, sagt Matthias Schmeddes.

Auch Karneval fällt wegen Corona aus, ebenso wie Schützenfeste. Das alles seien normalerweise Zeiten, in denen sich viele Menschen mit dem Taxi fahren lassen. Auch diese Fahrten fehlen Matthias Schmeddes und seiner Firma.

Selbst an Weihnachten werden viele Fahrten gemacht, beispielsweise an Stephanuns, 2. Weihnachtsfeiertag. Dann treffen sich viele vormittags bereits zum Frühshoppen in den Kneipen, das ist Brauch. In diesem Jahr nicht.

Kosten laufen aber weiter

Was weiterläuft sind hingegen die Betriebs- und Lohnkosten. „Mit den Krankenfahrten halten wir uns über Wasser, die Kosten laufen ja alle weiter“, gibt Matthias Schmeddes zu bedenken.

Doch nicht nur die Kosten sind ein Faktor, die auf das Gemüt schlagen. Auch der Aufwand, der jetzt für eine Fahrt betrieben werde muss, ist höher. Man muss Masken tragen, Abstand halten und das sei auch für die Taxifahrer anstrengend. Zudem verlängern sich auch die Wartezeiten bei den Krankenfahrten. „Man muss ja beim Universitätsklinikum Münster auch jeden kontrollieren, bevor er rein kann“, sagt Matthias Schmeddes. Das dauert alles seine Zeit.

Wochenendfahrten schlecht planbar

Die Krankenfahrten sind unter der Woche fest eingeplant. Bei den privaten Fahrten, die am Wochenende stattfinden, sieht das ganz anders aus. Die können nicht geplant werden und deshalb weiß man auch nie, wie viele Autos im Einsatz sein müssen. „Manchmal sind zwei Autos eins zu viel und manchmal sind zwei Autos eins zu wenig“, sagt Matthias Schmeddes.

Bei längeren Strecken, die zurückgelegt werden müssen, müssen dann andere Kunden länger auf ihr Taxi warten, weil dann vielleicht gerade ein Wagen zu wenig auf den Straße ist, „es ist schlecht planbar“. Da auf viele Reisen derzeit wegen des Coronavirus ebenfalls verzichtet werden muss, fallen für das Taxiunternehmen auch die Fahrten zum Flughafen weg. „Die und die Fahrten zur Kornbrennerei nach Schöppingen“, ergänzt Matthias Schmeddes.

„Möchte nicht mit Gastwirten tauschen“

Auch beim Shuttleservice Kröger in Asbeck macht sich die Coronapandemie bemerkbar: „Samstagsnachts sind die Fahrten unheimlich zurückgegangen“, sagt auch Claudia Kröger vom Shuttleservice Kröger. „Da haben wir sonst immer gut zu tun gehabt.“ Es sei zwar ein Problem, das stehe fest.

Aber sie sei trotzdem zufrieden mit der Zahl der Fahrten. Immerhin habe der Shuttleservice gute Stammkunden in Legden und der Umgebung. Somit gibt es keinen kompletten Stillstand. Auch gehe es ihrem Unternehmen nicht so schlecht wie der Gastronomie: „Ich möchte nicht mit den Gastwirten tauschen“, sagt sie.

Sorgen um Fahrtgäste

„Es ist immer Bewegung da, unsere Fahrzeugen laufen alle“, so Claudia Kröger. Das sei auch wegen der vielen Krankenfahrten so. Sie ist froh, dass sie auf ihr Team zählen kann: „Wir haben ein tolles Team“, sagt sie. Sorgen macht sich Claudia Kröger trotzdem, aber mehr um ihre Fahrgäste.

„Damals im harten Lockdown im März/April, da haben die ganzen Vorsorgeuntersuchungen nicht stattgefunden“, erinnert sie sich. Sie sei froh, dass die jetzt noch stattfinden. Trotzdem gingen vielleicht viele nicht hin, sorgt sie sich, „denn wer weiß schon, welche anderen Krankheiten durch verpasste Vorsorge einfach nicht erkannt werden?“, fragt sich Claudia Kröger.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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