Teich- und Heckenfrauen kämpfen in Asbeck gegen das Unkraut

Engagierter Einsatz

Sie nennen sich die Teichfrauen oder auch Heckenfrauen. Harke und Besen sind ihr Werkzeug. Klar, dass sie auch kurz vor dem Schützenfest im Einsatz sind.

Asbeck

, 26.07.2018, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Asbecker Teich- und Heckenfrauen haben vor dem Schützenfest auch rund um das Ehrenmal gut sauber gemacht: (v.l.) Hedwig Theissing, Annelies Sprey, Anni Haverkock, Walpurga Schenk, Gisela Reers und Monika Kerkhoff. Zu den Teichfrauen gehören außerdem Ruth Kockmann, Anneliese Eynck, Hilde Klöpper und Elisabeth Werning.

Die Asbecker Teich- und Heckenfrauen haben vor dem Schützenfest auch rund um das Ehrenmal gut sauber gemacht: (v.l.) Hedwig Theissing, Annelies Sprey, Anni Haverkock, Walpurga Schenk, Gisela Reers und Monika Kerkhoff. Zu den Teichfrauen gehören außerdem Ruth Kockmann, Anneliese Eynck, Hilde Klöpper und Elisabeth Werning. © Ronny von Wangenheim

Es ist früh am Morgen. 20 Grad. Die Luft ist noch frisch. Eine gute Zeit für die Teich- und Heckenfrauen. Während Asbecker auf dem Weg zur Arbeit an ihnen vorbeifahren, hacken, harken und zupfen sie rund um den Dorfteich und im Dorf. Die Uhrzeit ist den Temperaturen geschuldet. Gewöhnlich treffen sie sich an jedem letzten Donnerstag im Monat am frühen Nachmittag. „Wir sorgen dafür, dass es im Dorf ordentlich ist“, sagt Monika Kerkhoff über den monatlichen Einsatz: „Wir sind eine Gruppe Frauen, die gerne arbeiten.“

Viele Brennnesseln

Der Schweiß fließt trotz der frühen Stunden. Sack um Sack füllt sich mit dem frühen Laub der Linden am Dorfteich – und mit jeder Menge Unkraut. „Unkraut wächst immer“, sagt Monika Kerkhoff und zuckt mit den Achseln. „Ackerwinden und Brennnesseln“, ergänzt Walburga Schenk, davon gebe es haufenweise. Auch die Trockenheit vertreibe die Pflanzen leider nicht. Zum Glück hat es am Mittwochabend kurz geregnet. „Jetzt staubt es nicht so sehr“, so Annelies Sprey.

Nach drei Stunden ist der Wagen, den die Gemeinde am Dorfteich abgestellt hat, voll mit Säcken voller Grünabfall. Eine stolze Ausbeute. Zeit, im Pavillon Kaffee und Wasser zu trinken. Miteinander reden und scherzen, das gehört auch dazu bei den Arbeitseinsätzen der insgesamt zehn Frauen. „Es macht auch Spaß“, sagt Monika Kerkhoff: „Wir haben schon viel gelacht.“ Manchmal, wenn wie im Herbst besonders viel zu tun ist, so erzählen die Teichfrauen, helfen auch die Männer mit.

Pestizide sind seit Jahren kein Thema mehr

Jetzt vor dem Fest des Junggesellenschützenvereins haben sich die Teichfrauen besonders um den Platz rund um das Ehrenmal gekümmert, wo Pflanzen sehr hoch wucherten. Hier werden die Schützen am Freitag, dem ersten von drei Schützenfesttagen, einen Kranz niederlegen. Alle Wegränder sind frei von Unkraut. „Wir kratzen alles von Hand“, erzählt Anni Haverkock. Gespritzt wird hier schon lange nicht mehr.

Am Teichrand selbst haben die Frauen nicht gearbeitet. Es ist ein natürlicher Schutz für Kinder und Futter für Insekten. Eine der Frauen nennt noch einen nicht ganz ernst gemeinten Grund: „Wenn einer der Schützen auf seinem Fahrrad dann nachts die Kurve nicht kriegt, fällt er weich“, und alle lachen.

Müll findet sich übrigens nicht viel in den Säcken. „Damit haben wir kaum Probleme“, sagt Monika Kerkhoff. Dafür mussten sie diesmal wieder etliche Hundehaufen entsorgen. Das ärgert die Asbeckerinnen. „Alle Leute wissen, dass wir hier sauber machen“, sagt Monika Kerkhoff, „da könnten sie ja mal dran denken.“

Start mit Messdienern

1996, als der Dorfteich neu gestaltet wurde, startete die Pflege der Teichanlagen. Da war das eine Aufgabe für Messdiener, die von vier Frauen angeleitet wurden. Die Messdiener blieben irgendwann weg und die Gemeinde Legden fragte bei den Frauen nach, ob sie die Aufgabe übernehmen wollten. Sie wollten, weitere Frauen kamen dazu. Die Jüngste ist 62, die älteste 79. Nachwuchs, ja den könnten sie schon gebrauchen, nicken sie in der großen Runde.

Reines Ehrenamt sei es übrigens nicht, ist ihnen noch wichtig zu sagen. Von der Gemeinde gebe es einen kleinen Obolus. Monika Kerkhoff: „Davon gehen wir einmal im Jahr groß essen.“

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