Weihnachtsbäume wohin man sieht. Im Familienbetrieb Gartengestaltung und Baumschulen Wolter kennt man die Vorzüge der einzelnen Weihnachtsbaumarten. © Laura Schulz-Gahmen
Weihnachtsbaum-Suche

Tipps von den Profis: Welcher Weihnachtsbaum ist der Richtige?

Jedes Jahr aufs Neue geht die Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum los. Aber was heißt überhaupt perfekt? Und worauf ist beim Kauf alles zu achten? Das wissen diese Weihnachtsbaum-Profis.

Nicht zu dick, aber auch nicht zu mager, schön groß und schlank oder doch lieber klein und üppig? Hört sich an, als würde man sich einen Traumpartner zusammenstellen? Nein, so formulieren Kunden von Familie Wolter aus Legden ihre Weihnachtsbaumwünsche. Aber das ist noch längst nicht alles.

„Individuell wie die Menschen selbst“, so sollen auch ihre Weihnachtsbäume sein. Das ist die Erfahrung von Irmhild und Nadine Wolter. Mutter und Tochter kennen sich genau aus mit den grünen und duftenden Bäumchen, die alle zum Ende des Jahres wollen.

Diese drei Weihnachtsbäume gibt es zu kaufen

Aber welche Bäume werden bei Gartengestaltung und Baumschulen Wolter in Legden überhaupt verkauft? Es sind genau drei Weihnachtsbaumarten: die Abies nordmanniana, besser bekannt als Nordmanntanne, die Picea omorika zu deutsch serbische Fichte und die Picea pungens, die Blaufichte.

Und welche nimmt man nun am Besten? „Das kommt darauf an, was man möchte“, sagt Nadine Wolter. Sie ist seit Frühjahr 2020 fest im elterlichen Betrieb angestellt, nachdem sie ihre Ausbildung beendet hatte und erst in anderen Betrieben Erfahrungen sammeln wollte.

Im Sauerland herrschen perfekte Bedingungen

Der Familienbetrieb Wolter hat keine eigenen Weihnachtsbaumschonungen und das hat auch einen guten Grund. „Das Sauerland ist Hauptlieferant von Weihnachtsbäumen deutschlandweit. Dort herrschen perfekte Bedingungen für das Wachstum der Bäume“, erklärt Irmhild Wolter.

Nadine Wolter ergänzt: „Dort sind weniger Nährstoffe im Boden und die Vegetationszeit dort ist kürzer, so dass die Bäume das Etagenförmige haben, das erwünscht ist.“ Wer einen geschlagenen Weihnachtsbaum möchte, der nimmt die Nordmanntanne, im Topf/Ballen gibt es bei Wolter die Nordmanntanne, die serbische Fichte und die Blaufichte. Die beliebteste Baumart zu Weihnachten ist aber immer noch die Nordmanntanne – und auch die teuerste.

Kein schlechtes Gewissen

Aber was ist so besonders an der Nordmanntanne? „Die Leute mögen das ‚Pieksige‘ der Fichten nicht“, sagt Nadine Wolter. In der Ausbildung habe man sich eine Eselsbrücke angeeignet, die zeigt welche Bäume pieksen: „Fichte sticht, Tanne nicht.“ Außerdem haben Nordmanntannen die schönere weihnachtliche Farbe.

Nadine Wolter findet diese kleine Blaufichte besonders schön.
Nadine Wolter findet diese kleine Blaufichte besonders schön. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Bei den Fichten sei der Duft jedoch ausgeprägter und sorge für das richtige Weihnachtsfeeling. Viele hätten aber nicht den Platz, um die Bäume mit Ballen nach Weihnachten wieder einzupflanzen. Deshalb kaufen nach wie vor die meisten lieber geschlagene Weihnachtsbäume, sprich die Nordmanntanne. Ein schlechtes Gewissen müsse man allerdings nicht haben, weil man einen geschlagenen Baum nimmt, „die werden ja auch eins zu eins ersetzt und neu gepflanzt“, sagt Nadine Wolter.

Nordmanntanne am teuersten

Betrachtet man die Kosten, schlägt die Nordmanntanne ordentlich zu Buche. Sie ist die teuerste Weihnachtsbaumart. Danach folgt die Blaufichte, dann die serbische Fichte. Und warum sind die Nordmanntannen am teuersten? „Weil die in den Kulturen sehr gut funktionieren, sie stechen nicht und haben die schönste Farbe und die dickere Nadeln“, sagt Nadine Wolter.

Irmhild Wolter mit einer serbischen Fichte. Diese pieksen besonders.
Irmhild Wolter mit einer serbischen Fichte. Diese piecksen besonders. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Die Blaufichte und die serbische hingegen sind bläulich und pieksen, „was für Familien mit Kindern nicht schön ist“, sagt Irmhild Wolter. Zum Schmücken halten die Wolter-Frauen die Nordmanntanne für am geeignetsten, „aber im Endeffekt ist jeder Baum schön und jeder hat ja auch unterschiedliche Wünsche was den Baum angeht“, sagt Irmhild Wolter.

So bleibt der Weihnachtsbaum lange schön

Hat man sich dann entschieden und ist der Baum erst einmal Zuhause kann man dafür sorgen, dass er auch schön lange frisch bleibt. Dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob der Weihnachtsbaum geschlagen wurde oder nicht. Wichtig sind dabei Wasser und die Temperatur.

Mitarbeiter Norbert Terbrack hält hier im Bild ein schönes Exemplar der beliebten Nordmanntanne.
Mitarbeiter Norbert Terbrack hält hier im Bild ein schönes Exemplar der beliebten Nordmanntanne. © Laura Schulz-Gahmen © Laura Schulz-Gahmen

Für alle Weihnachtsbäume gilt: „Es ist besser, wenn man den Baum langsam an die Wärme im Haus gewöhnt“, sagt Irmhild Wolter. Wer eine Garage hat, solle den Baum erst einmal dort aufbewahren. Auch im Flur sei es meistens noch nicht ganz so warm, wie im Wohnzimmer. Plötzliche Wärme wie von der Heizung in Wohnräumen, führe dazu, dass der Baum schnell seine Nadeln verliert und an Weihnachten schon nicht mehr frisch aussieht. Deshalb sollte man Weihnachtsbäume nicht vor Heizungen oder Kamine stellen.

Für jede Budget ein Weihnachtsbaum

Auch Wasser brauchen Weihnachtsäume, vor allem, wenn sie wochenlang durchhalten sollen. „Beispielsweise bei Nordmanntannen im Weihnachtsbaumständer kann man schon sagen, dass sie einen Liter Wasser pro Meter Höhe und pro Tag brauchen“, erklärt Irmhild Wolter. Dafür nutzt man am Besten einen Ständer, in dem man den Baum mit Draht fixieren kann und der einen Wasserbehälter hat.

Wer nur wenig Geld ausgeben möchte, aber trotzdem weihnachtliches Feeling im Haus haben möchte, der ist mit 16 Euro dabei. Dafür bekommt man bei Familie Wolter eine Serbische Fichte, die rund einen Meter groß ist.

Wer etwas mehr ausgeben möchte für den absoluten Weihnachtsbaum, der kann den teuersten Weihnachtsbaum für 185 Euro kaufen. Dafür gibt es eine 1,75 Meter große Nordmanntanne mit Ballen. Alle drei Baumarten gibt es mit Ballen, die serbische Fichte und die Blaufichte gibt es nicht geschlagen, nur die Nordmanntanne. Aber wer unbedingt den Ballen an den Fichten loswerden möchte, der bekommt auch diesen Wunsch erfüllt, es ist schließlich Weihnachten.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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