Die unbekannten Vandalen hinterließen Spuren in St. Brigida. © Christof Hintemann
Unbekannte wüten in Kirche

Vandalismus in St. Brigida: „Nur noch ein Augenschlag, dann brennt die Bude“

Wieder Ärger in St. Brigida: Erneut haben Unruhestifter ihre Spuren in der Kirche hinterlassen. Der Kirchenvorstand hat jetzt einschneidende Konsequenzen diskutiert.

Christof Hintemann kann es nicht fassen. Wieder einmal haben Vandalen in St. Brigida gewütet, wieder einmal konnten sie unerkannt entkommen. Aber sie haben Spuren hinterlassen: Christof Hintemann, Mitglied des Kirchenvorstands, zückt sein Smartphone. Darauf sind Fotos vom „Werk“ der offenkundig jugendlichen Krawallmacher.

Da wurden brennende Kerzen umgeworfen, Wachs verschüttet, in dem Gästebuch finden sich pubertär wirkende Phallus-Darstellungen. Die hinzugerufene Polizei, so Christof Hintemann, habe nicht einmal eine Anzeige aufnehmen wollen – es sei ja kein Sachschaden entstanden.

Schlimmstenfalls steht St. Brigida in Flammen

Noch, betont Christof Hintemann mit Verweis auf die brennenden Kerzen, die umgeworfen wurden: „Nur noch ein Augenschlag, dann brennt die Bude.“ Die ungebetenen Gäste seien offenkundig zu einer Zeit gekommen, in der die Kirche zwar offen, aber verwaist gewesen sei. Ein Feuer wäre in diesem Fall zunächst unbemerkt geblieben: „Das könnte schnell ins Auge gehen.“

Doch der Besuch der Vandalen von Anfang August ist noch einmal glimpflich verlaufen. Aber die Vorkommnisse häufen sich – in der Region, aber auch in Legden. Seit Jahresbeginn zählte Christof Hintemann bereits fünf Vorfälle.

Erst Anfang Juli hatten Unbekannte ein Ölgefäß und eine Osterkerze aus St. Brigida gestohlen. „Der ideelle Wert übertrifft den Sachwert um ein Vielfaches, wenn er überhaupt messbar ist“, hieß es seinerzeit in einer Polizeimeldung. Damals hatten die dreisten Diebe sogar zugeschlagen, während Küster und Diakon in dem Gebäude anwesend waren.

Angesichts der Häufung der Vorfälle in St. Brigida hatte sich der Kirchenvorstand zusammengesetzt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Im Raum stand dabei, die Kirche außerhalb von Veranstaltungen wie Gottesdiensten zu schließen.

„Wir haben uns letztlich dagegen entschieden“, berichtet Christof Hintemann. Eine entsprechende Maßnahme habe schon zuvor im Raum gestanden.

Besucher sollen weiterhin in die Kirchen können

Letztlich ist es die erklärte Absicht des Kirchenvorstandes, das Gotteshaus möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. An einem sonnigen Sonntag kommen über 100 Besucher in die Kirche, sagt Christof Hintemann mit Verweis auf die Ergebnisse einer Zählung. Die kommen seiner Ansicht nach wegen der Kombination mit dem Dahliengarten und sollen auch weiterhin die Möglichkeit haben, St. Brigida zu besuchen. Unglücklicherweise gilt das auch für die Randalierer.

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