Ein Blick auf den Kreuzungsbereich B 474/Hauptstraße. Der einseitige Radweg ist dort unterbrochen. Eine nicht ganz ungefährliche Stelle für Radler. © Markus Gehring
Verkehr in Legden

Verkehrsunfälle in Legden: Ein Bereich war 2019 kritischer als andere

In Legden gab es 2019 kreisweit die wenigsten Unfälle. Doch auch im Dahliendorf gibt es Bereiche, in denen es öfter kracht als in anderen. Besonders Fahrradfahrer müssen dort aufpassen.

Mit Blick auf die Unfallstatistik 2019 war Legden ein echter Lichtblick. Nirgendwo im Kreis krachte es weniger als im Dahliendorf. Und doch gibt es natürlich auch in Legden Stellen, an denen es häufiger gerappelt hat als an anderen. Genau über diese Orte gibt der Interaktive Unfall-Atlas einen Überblick.

In diesem interaktiven Atlas des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen können jetzt nämlich auch erstmals Daten aus NRW für das Jahr 2019 abgerufen werden.

Dabei werden in diesem Unfallatlas alle Unfälle mit Personenschaden visualisiert. Unfälle, bei denen nur Blechschaden entstanden ist, werden nicht angezeigt. Rote Punkte stehen für einen Unfall. Einzelne Straßenabschnitte sind zudem mit unterschiedlichen Farben markiert – je nach Häufigkeit der Unfälle auf diesem Abschnitt. Fünf Kategorien von einem bis zu 20 Fällen gibt es.

Keine tödlichen Unfälle in Legden

Kurz zur Einordnung der Unfallzahlen 2019: Insgesamt 1396 Unfälle gab es im Kreis Borken. 20 schwere Unfälle verzeichnet die Unfallstatistik der Kreispolizeibehörde für Legden. Ein Rückgang um elf Fälle gegenüber 2018. Tödliche Unfälle gab es 2019 in Legden keine, dafür aber Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Genau diese Stellen sind im interaktiven Unfall-Atlas visualisiert.

Zunächst die gute Nachricht: Einen Unfallschwerpunkt im klassischen Sinne gibt es keinen im Dahliendorf. Zumindest, wenn man den Teilabschnitt der Autobahn 31 außer Acht lässt. Dort krachte es mehrfach schwer. Die Straßenabschnitte innerhalb der Gemeinde, auf denen es Unfälle gab, sind lila eingefärbt. Da ist die niedrigste Stufe und bedeutet Unfälle mit Personenschäden im ganz niedrigen einstelligen Bereich. Und doch springt vor allem die Bundestraße 474 ins Auge.

Radfahrer nach Unfall fast immer verletzt

Sie schlängelt sich durch Legden und im Bereich zwischen dem Kreuzungsbereich mit der Straße „Am Friedhof“ und Poststraße springen vier rote Punkte in Auge. Auffällig: Zwei rote Punkte gibt es im Kreuzungsbereich mit der Hauptstraße. Jenen Bereich, wo der ohnehin nur einseitig angelegte Radweg durch die Hauptstraße unterbrochen wird.

Radfahrer müssen dort die B474 also überqueren oder sich in den Verkehr auf der Hauptstraße einordnen. Nicht von ungefähr kommt daher die Zahl drei. Denn in drei von vier Unfällen auf dem genannten Abschnitt der B474 in Legden waren Radfahrer involviert.

Ein Screenshot aus dem interaktiven Unfallatlas, auf dem einige der Unfallpunkte in Legden 2019 zu sehen sind.
Ein Screenshot aus dem interaktiven Unfallatlas, auf dem einige der Unfallorte (rote Punkte) in Legden 2019 zu sehen sind. © Landesbetrieb NRW © Landesbetrieb NRW

Glücklicherweise allesamt Unfälle, in denen es nur zu einem leichten Personenschaden kam, doch die Statistik macht dennoch etwas deutlich. Unfälle, in die Radfahrer verwickelt sind, gehen selten ganz glimpflich aus. „Leider ist ein in einen Unfall verwickelter Radfahrer fast immer verletzt“, so Frank Rentmeister von der Kreispolizeibehörde. Das zeigte sich 2019 auch in Legden.

Radfahrer unterschätzen oft das Risiko

Insofern spielt es weniger eine Rolle, ob es Unfallschwerpunkte in Legden gibt oder nicht, sondern vielmehr, dass Auto- und Lkw-Fahrer besonders auf Radfahrer achten und diese sich selbst bestmöglich schützen. Jeder Radfahrer sollte laut Polizei einen Helm und Kleidung tragen, die die Sichtbarkeit erhöht. Ebenso gilt es, das Licht anzumachen. Gerade jetzt im Herbst und Winter, wenn die Lichtverhältnisse ohnehin nicht ganz so einfach sind und es früh dunkel wird.

Generelles Problem für Radfahrer laut Polizei ist die Tatsache, dass diese schnell übersehen werden können – nicht nur in Kreisverkehren, wenn sie dort auf dem Bürgersteig fahren. „Alles, was die Sichtbarkeit erhöht ist hilfreich“, stellt der Polizei-Pressesprecher dementsprechend klar. „Radfahrer schätzen die Gefahr durch Autofahrer leider oft falsch ein. Sie selbst sehen ja alles, aber für den Autofahrer kann es schwierig werden.“ Erst recht, wenn es dämmert oder dunkel ist.

Über den Autor

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt