Von der Schmiede zur Salzgrotte: Ein Tag am Meer mitten in Legden

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Wilma Elferink Schaaf hat sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Mitten in Legden bietet sie jetzt ihren Gästen einen Tag am Meer. Eine Salzgrotte macht es möglich.

Legden

, 18.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tür steht weit offen. Jeder kann hereinschauen in die Salzgrotte, die Wilma Elferink Schaaf am Montag an der Osterwicker Straße 8 eröffnet hat. Und das nutzen viele Legdener. Immer wieder steckt beim Ortstermin jemand seinen Kopf neugierig durch die Tür oder macht gleich einen Termin aus. „Der Bedarf ist da“, sagt die 43-Jährige. Auch die ehemalige Hausbesitzerin schaut vorbei und erinnert an alte Zeiten.

Früher war hier eine Schmiede untergebracht. Ein wenig Industrial Style erinnert noch daran. Aber jetzt ist alles hell und freundlich. Das ändert sich, wenn man die eigentliche Salzgrotte betritt. Alles ist in ein blaues Licht getaucht. Salz aus dem Toten Meer liegt auf dem Boden, an den Wänden ist Himalajasalz in dicken Steinen angebracht. Über Holzzweige läuft Wasser, das so zur Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent beiträgt. Liegen mit Decken stehen bereit.

Hilde Barenbrock schaut sich um in der Salzgrotte, wo früher ihr Mann und ihr Schwiegervater eine Schmiede betrieben h

Hilde Barenbrock schaut sich um in der Salzgrotte, wo früher ihr Mann und ihre Schwiegervater eine Schmiede betrieben haben. © Ronny von Wangenheim

45 Minuten kann hier jeder Gast, wie Wilma Elferink Schaaf ihre Kunden nennt, verweilen und entspannen. „Man darf auch einschlafen“, sagt die Legdenerin. Sie würde dann sanft wieder wecken. Eingebaut in den Raum sind eine Saline, die ein Mikroklima erzeugt, und ein Ultraschallvernebelungsgerät. „Reizarm, antibakteriell und desinfizierend“ nennt sie das Salzklima, das so entsteht.

Im Raum mit der Solevernebelung sind Gespräche erwünscht

In die Solovernebelung geht es nur 20 Minuten. Sie ist viel intensiver, der Salzgehalt liegt bei etwa 6,6 Prozent, im Raum liegt ein trockener, feiner Nebel. „Das ist wie ein Tag am Meer“, sagt Wilma Elferink Schaaf. Gäste werden also gebeten, ein Glas Tee oder Wasser mitzunehmen und zu trinken. Und sie dürfen sich gerne miteinander unterhalten, das fördert die tiefere Aufnahme über die Atemwege.

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Nutzen kann der Besuch in einer Salzgrotte Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis und vielen anderen Beschwerden. „Man kann aber auch einfach entschleunigen“, sagt die Legdenerin, die selbst schon lange Salzgrotten besucht. „Ich habe in einem Urlaub eine Salzgrotte entdeckt“, erzählt sie.

Ein Blick in den Empfangsraum. Hier stehen Getränke bereit. Vor allem in der Solevernebelung ist Trinken wichtig.

Ein Blick in den Empfangsraum. Hier stehen Getränke bereit. Vor allem in der Solevernebelung ist Trinken wichtig. © Ronny von Wangenheim

Ihre eigene Salzgrotte entstand fast zufällig. Als sie und ihr Mann Dirk Schaaf das Haus an der Osterwicker Straße kauften, wollten sie dort eigentlich eine Wohnung aus dem Raum machen und vermieten. Doch beim Anblick der alten Schmiede, in der noch immer die alte Esse stand, war klar, dass hier anderes Potenzial schlummerte.

Wegen der Coronakrise gab es keine große Eröffnungsfeier

Viele Jahre war Wilma Elferink Schaaf als Floristin tätig. Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, war da. „Ich wollte es mir noch einmal beweisen und auf eigenen Beinen stehen.“ Jetzt steht sie glücklich in ihrer Salzgrotte und freut sich über den gelungenen Start.

Testen die Solevernebelung: Hilde Barenbrock und Barbara Blommel.

Testen die Solevernebelung: Hilde Barenbrock und Barbara Blommel. © Ronny von Wangenheim

Wegen der Coronakrise gab es keine große Eröffnungsfeier, sondern einen langsamen Start. Zu den Legdenern, die an den ersten Tagen vorbeischaut, zählt auch Hilde Barenbrock. Ihr gehörte das Haus. Ihr Schwiegervater Arnold und dann ihr Mann Bernhard haben hier eine Schmiede betrieben. Seit 1928 und bis 1982.

Zusammen mit ihrer Tochter Barbara Blommel schaut sie sich um, erzählt, wo früher der Amboss stand, wo früher eine Treppe ins Obergeschoss führte, dass die Schmiede noch lange komplett eingerichtet blieb. Ein Gewinn für Legden und eine Aufwertung für das Haus sei die Salzgrotte, sagt die 84-Jährige. Sie schaut sich um und lächelt. „In unserer Zeit war es schön. Jetzt ist es anders und schöner.“

  • Die Salzgrotte kann nach vorheriger Terminabsprache von Dienstag bis Samstag, manchmal auch sonntags besucht werden.
  • Für Kinder gibt es eigene Sitzungen. Dann liegt auch Spielzeug im Salz.
  • Zweimal im Monat kommt Nicole Kruse-Banken in die Salzgrotte. Sie bietet Meditation mit Klangschalen und Yin-Yoga an.
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