Gerade eine Straßenüberquerung erfordert erhöhte Aufmerksamkeit: Marina Schlagheck zeigt ihrer Tochter Luna, aus welchen Richtungen Autos und Radfahrer kommen können. © Michael Schley
Einschulung

Vorbereitet zum Schulstart: Fünfjährige Luna übt mit Mutter den Schulweg

Experten weisen darauf hin, wie wichtig es ist, dass Eltern mit ihren Kindern den Schulweg üben. Luna Schlagheck ist mit ihrer Mutter Marina mögliche Gefahrenstellen noch einmal abgelaufen.

Für Luna Schlagheck ist der Donnerstag (19.08.) der große Tag: Der erste Schultag wartet. In der Familie ist die Fünfjährige damit das dritte Kind, das künftig die Brigidenschule besuchen wird. Mit den älteren Brüdern Nino (8) und Luca (7) wird sie nun gemeinsam zur Schule gehen.

Zumindest vorerst. Über kurz oder lang soll sie den Schulweg aber auch selbstständig ablaufen können. Deshalb hat die Legdenerin fleißig mit den Eltern Marco und Marina geübt – am Mittwoch wurde mit der Mutter die Generalprobe absolviert. Erfolgreich.

Die Vorfreude ist Luna Schlagheck am Mittwochmorgen anzumerken. Ab Donnerstag ist sie I-Dötzchen – und mit ihren erst fünf Jahren gar eines der jüngsten.

Noch einmal will sie deshalb mit ihrer Mutter den Schulweg abschreiten. Diese kann dabei auf die Erfahrungen mit den beiden Brüdern bauen. „Luna kennt den Weg zum Glück bereits, der Kindergarten liegt in der Nähe. Auch dabei ist sie schon mit den beiden Großen mitgegangen. Auch zum Spielplatz gehen sie schon mal gemeinsam“, berichtet Marina Schlagheck.

Mülltonnen versperren Weg auf schmalem Gehsteig

Ihr sei es aber wichtig, dass sie die Stellen, an denen Gefahren lauern können, noch einmal mit ihrer Tochter abläuft und bespricht. Dies, obwohl sie nicht weit von der Grundschule entfernt wohnen. „Darüber sind wir auch froh.“

Trotzdem: Schon nach wenigen Metern stellt sich das erste echte Problem buchstäblich in den Weg: eine Mülltonne auf dem Gehweg. „Die Kinder werden zum Teil gezwungen, auf die Straße auszuweichen“, hatte Marina Schlagheck schon im Vorgespräch angekündigt.

Besonderer Hinweis beim Üben: Problematisch wird es gerade an den Tagen, an denen der Müll abgefahren wird. Durch den schmalen Gehweg müssen die Kinder zum Teil auf die Straße ausweichen.
Besonderer Hinweis beim Üben: Problematisch wird es gerade an den Tagen, an denen der Müll abgefahren wird. Durch den schmalen Gehweg müssen die Kinder zum Teil auf die Straße ausweichen. © Michael Schley © Michael Schley

Nun weist sie ihre Tochter darauf hin, dass es nun wichtig sei, „in den Rückspiegel zu schauen“: „Hier musst Du sehen, ob von hinten ein Radfahrer heranflitzt oder ein Auto kommt, bevor du auf die Straße trittst.“ An dieser Stelle auf der Goethestraße ist der Gehweg übrigens gerade vielleicht einen Meter breit. „Mit Buggy oder Kinderwagen geht da nicht viel“, weiß die fünffache Mutter.

Kinder schätzen Risiken noch anders ein als Erwachsene

71.576 Schulwegunfälle wurden 2020 gemeldet, rund 36.000 weniger als noch 2019. Der Grund liegt auf der Hand: die Coronakrise und das damit verbundene Homeschooling.

Allein das zeigt schon, wie wichtig es ist, dass Eltern mit ihren Kindern vor dem Eintritt in die Schule den Schulweg üben, kindgerecht. Das Problem ist: Je nach Entwicklungsstadium kann das Kind bestimmte Risiken gar nicht sehen oder einschätzen.

Der Klassiker, so Experten, seien Straßenüberquerungen: Studien zeigten, dass Kinder erst im 14. Lebensjahr die Straße wie ein Erwachsener überqueren. Vorher tun sie sich beispielsweise noch schwer damit abzuschätzen: Wie schnell kommt ein Auto angefahren und schaffe ich es noch rüber? Das Ziel müsse es sein, ohne Angst, aber mit Respekt am Verkehr teilzunehmen.

Gerade zum Schulstart ist mehr Verkehr vor der Grundschule

Eben eine solche Straßenüberquerung steht für Luna Schlagheck an der Ecke Goethestraße/Wibbeltstraße an. Mutter Marina zeigt mit der Hand nach links in die Wibbeltstraße und nach rechts in die Goethestraße: „Da musst du ganz genau hinsehen, ob auch wirklich kein Auto kommt“, sagt sie zu ihrer Tochter.

Gerade am Morgen sei auf der Wibbeltstraße „schon einiges los“, viele Eltern, deren Kinder weiter von der Schule entfernt wohnten, brächten diese mit dem Auto dorthin. Luna Schlagheck schaut nach links und nach rechts – die Straßen sind frei.

Geschafft! Gut vorbereitet blicken Mutter und Tochter dem ersten Schultag entgegen. Zunächst wird Luna Schlagheck noch von ihren beiden Brüdern begleitet werden.
Geschafft! Gut vorbereitet blicken Mutter und Tochter dem ersten Schultag entgegen. Zunächst wird Luna Schlagheck noch von ihren beiden Brüdern begleitet werden. © Michael Schley © Michael Schley

Nun sind es noch gut 150 Meter und das Ziel ist erreicht. Geschafft. Mutter und Tochter sind zufrieden. Marina Schlagheck blickt schon einmal voraus: „Wenn sie später einmal mit dem Rad fahren will, dann lauern morgens sicher schon Gefahren. Da muss man schon sehr aufmerksam sein.“ Nun gilt es aber erst noch, die restlichen Vorbereitungen für die Einschulung zu treffen: Schultüte packen, Kaffee und Kuchen vorbereiten.

„Luna ist schon ganz nervös“, erklärt die Mutter. Nach drei Jahren im Kindergarten ist Luna ab sofort Erstklässlerin. Um 7.30 Uhr geht’s los – gemeinsam mit den Brüdern.

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