Warum die Energiegenossenschaft (AHLEG) hohen Besuch in Legden-Isingort begrüßen darf

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Die Energiegenossenschaft (AHLEG) bekam am Freitagnachmittag hohen Besuch. Ralf W. Barkey,Vorstand des Genossenschaftsverbandes, war in Legden zu Gast. Das hatte gleich mehrere Gründe.

Legden

, 23.02.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Südlich von Legden, zwischen Bundesstraße 474 und Schützenverein Hegerort und in der Nähe eines kleinen Wäldchens herrscht am Freitagnachmittag reichlich Autoverkehr. Vermutlich deutlich mehr als sonst üblich. Etliche Autos bahnten sich den Weg über den kleinen Feldweg, um dann vor einer Windkraftanlage etwas abseits des Weges einen Halt einzulegen.

Der rege Betrieb hat natürlich seine Gründe, denn es hat sich hoher Besuch bei der Engergiegenossenschaft Ahaus, Heek, Legden (AHLEG) angekündigt. Ralf W. Barkey, Vorstand des Genossenschaftsverbandes, dem auch die AHLEG angehört, ist für einen Vor-Ort-Termin zu Gast. Dabei wird er nicht nur von seinem Chauffeur gefahren, sondern auch von einem Fotografen, einem Kameramann sowie seiner Pressereferentin Yvonne Reißig auf Schritt und Tritt begleitet.

Über 1000 Bürger zeichnen Anteil

Gregor Ahler und Karl-Heinz Siekhaus, aus dem Vorstand der AHLEG, nehmen den Besuch in Empfang. Intensiv tauschen sie sich aus, begutachten die Windkraftanlage und sprechen über die Entwicklung der AHLEG. Und diese kann sich sehen lassen. Denn seit der Gründung am 22. Juni 2016 haben sich schon über 1000 Bürger in der Region dazu entschieden, einen Geschäftsanteil zu kaufen, Mitglied der Energiegenossenschaft zu werden und zugleich auf Windkraft, sprich regenerative Energien zu setzen.

Nicht zuletzt deshalb sagte Gregor Ahler bereits im Oktober des vergangenen Jahres gegenüber unserer Redaktion: „Es gibt 862 Energiegenossenschaften in Deutschland. Wir gehören zu den zehn größten bundesweit.“ Und ein Blick auf den Zeichnungsstatus (22. Februar) zeigt: 14.485 von 15.300 Anteilen sind bereits gezeichnet. „Das ist eine enorme Menge und zeigt, was für ein vorbildliches Projekt das hier ist. In so kurzer Zeit so etwas auf die Beine zu stellen, ist nicht selbstverständlich“, zeigt sich auch Ralf W. Barkey im Gespräch mit unserer Redaktion beeindruckt.

Warum die Energiegenossenschaft (AHLEG) hohen Besuch in Legden-Isingort begrüßen darf

Ralf W. Barkey (v.) und Gregor Ahler blicken auf die weiter entfernten Windkraftanlagen im Bürgerwindpark Legden-Isingort. © Till Meyer

Und genau diese steile Entwicklung sei auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, warum dieser Ortstermin zustande kam. Pressereferentin Yvonne Reißig erklärt: „In diesem Umfang wie heute machen wir das allerhöchstens einmal im Jahr.“ Der Besuch der AHLEG dient dem Genossenschaftsverband als Jahres- beziehungsweise Geschäftsbericht. „Uns geht es darum anhand konkreter, vorbildlicher Projekte unseren Mitgliedern zu dokumentieren, was möglich ist und das hinter solchen Dingen immer Menschen und Geschichten stecken.“ Darum erfolge auch die aufwendige Dokumentation mittels Fotos und Videos. „Zahlen und Text alleine interessiert ja kaum jemanden“, so die Pressereferentin.

Menschen vor Ort müssen mitgenommen werden

Insgesamt gehören den AHLEG-Mitgliedern ein Drittel von insgesamt 18 Windkraftanlagen. Einige Windkraftanlagen betreibt die Energiegenossenschaft selbst, an anderen Windparkgesellschaften in der Region bestehen Beteiligungen. Das Besondere: Anteile kaufen kann nur, wer in Ahaus, Heek oder Legden wohnt. „Genau das ist es doch, was so wichtig ist“, sagt Ralf W. Barkey, „nur wenn man die Menschen vor Ort mitnimmt und beteiligt, kann doch die Energiewende funktionieren.“

Übrigens spielte noch ein weiterer Grund eine nicht unerhebliche Rolle, warum die Wahl für den Jahresbericht des Genossenschaftsverbandes auf die AHLEG fiel. „Ich bin gebürtiger Münsteraner und im Münsterland aufgewachsen, mein Herz hängt an der Region“, so der Vorstand, ehe für ihn nach zwei Stunden die Stippvisite in Legden schon wieder beendet ist.

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