Waltraud Hintemann achtet beim Schmücken ihres Weihnachtsbaums darauf, welches Gesamtbild die vielen roten Kugeln unterschiedlicher Größe ergeben. © Bastian Becker
Weihnachts-Serie

Weihnachtsbaum-Tipps: Erinnerungsstücke und Mut zur unperfekten Tanne

Waltraud Hintemann will keine Expertin sein, aber schmückt ihren Weihnachtsbaum routiniert und mit Übersicht. Das dauert seine Zeit. Die Legdenerin hat auch einige Tipps auf Lager.

Eines will Waltraud Hintemann klarstellen, bevor sie anfängt, ihren Weihnachtsbaum zu schmücken: „Ich bin keine Expertin.“ Die sieben vollen Plastikbehälter auf dem Tisch, die etwa 100 rote Christbaumkugeln in drei verschiedenen Größen enthalten, lassen etwas anderes vermuten.

Ein Auge für die richtige Anordnung hat die Legdenerin, die auf ihrem Hof im Beikelort Blumen auf Bestellung verkauft. „Mir ist wichtig, dass die unterschiedlichen Größen gar nicht auffallen und der ganze Baum hinterher eine schöne Einheit bildet“, betont die 53-Jährige. Der Baum selbst muss aus ihrer Sicht kein ausgesucht schönes Exemplar sein. „Man kann vieles überschmücken, das fällt hinterher nicht mehr auf.“

Lichterkette wird zuerst aufgehängt

Als erstes bringt sie die Lichterkette am Baum, einer 3,30 Meter hohen Nordmanntanne, an. „Die Kerzen müssen möglichst gerade sein“, weiß Waltraud Hintemann. Das sehe man am besten bei ausgeschaltetem Licht. Nachdem die Kugeln aufgehängt sind, müsse man die Kette noch mal anpassen, weil die Zweige sich nach unten verbiegen.

Seit drei Jahren schmückt Waltraud Hintemann ihren Weihnachtsbaum mit ausschließlich roten Kugeln, zuvor hatte sie mehr als 20 Jahre lang goldene Kugeln verwendet. „Ein Kunde, der hier Blumen abholte, wollte unbedingt goldene Kugeln haben, da habe ich ihm meine Kugeln verkauft“, erzählt sie.

Von groß nach klein, von oben nach unten

Die roten Kugeln sind für Waltraud Hintemann eine Erinnerung an den Weihnachtsbaum ihrer Kindheit. „Das ist eine typische Weihnachtsfarbe, ein schöner, warmer Rot-Ton. Ich glaube sowieso: Ein geschmückter Weihnachtsbaum hat viel mit dem zu tun, was man in der Kindheit erlebt hat“, meint die Legdenerin.

Sie steigt auf eine Leiter und fängt mit den größten Kugeln oben an. „Es ist am einfachsten, mit den größten anzufangen, damit man hinterher noch vorhandene Lücken schließen kann“, weiß Waltraud Hintemann aus langjähriger Erfahrung.

Die mittleren und kleineren Kugeln folgen, jeweils von oben nach unten. Als der Baum immer voller wird, mehren sich ihre prüfenden Blicke: Wo muss noch eine freie Stelle geschmückt werden? Unterschiedlich lange Bänder an den jeweiligen Kugeln helfen dabei, dass eine Kugel eine Lücke schließen kann oder den nahen Ast nicht berührt.

Trotz Erfahrung klappt nicht alles

„Die Kugeln sollte man natürlich an Zweige hängen, die stark genug sind, sie zu tragen. Außerdem muss der Verschluss richtig sitzen, damit sich die Spange nicht hochzieht“, rät Waltraud Hintemann. In einem Fall klappt das nicht. Die Kugel bleibt nicht am Weihnachtsbaum hängen, landet auf dem Boden und wird kein Weihnachten am Baum mehr erleben. „Scherben bringen Glück…“

Um die oberen Zweige zu schmücken, muss Waltraud Hintemann auf eine Leiter steigen. © Bastian Becker © Bastian Becker

Als nächstes bringt sie 20 goldene Sterne aus leichtem Kunststoff an der Tanne an. „Die hänge ich auf, weil es um den Stern von Bethlehem geht und sie einfach dazugehören“, erläutert Waltraud Hintemann. „Durch die Mischung von roten Kugeln und goldenen Sternen ist auf jeden Fall eine Farbvielfalt gegeben“, beschreibt sie die optische Wirkung.

Weihnachtsherz aus den Flitterwochen darf nicht fehlen

Zum Schluss schaffen es noch zwei besondere Stücke an den Weihnachtsbaum im Hause Hintemann: „Das ist ein Herz aus Glas, welches mein Mann und ich vor 25 Jahren in den Flitterwochen gekauft haben. Darauf steht: ‚Our first christmas together‘“, erklärt Waltraud Hintemann. Ein goldener Vogel erinnert sie wiederum an ihre Kindheit, als am elterlichen Baum Vögel aus Glas hingen.

Ein ganz besonderes Erinnerungsstück für den Weihnachtsbaum: Dieses Herz haben Waltraud Hintemann und ihr Mann in den Flitterwochen gekauft. © Bastian Becker © Bastian Becker

Den Baum schmückt Waltraud Hintemann immer alleine, eine Krippe daneben wird den Weihnachtsbaum zum Fest unterstützen. Die anderen Familienmitglieder freuen sich immer über den voll behängten Baum. Und auch die Kunden, die kurz vor Weihnachten vorbeikommen, freuen sich laut Waltraud Hintemann, wenn sie Baum und Krippe sehen.

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Bastian Becker

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