Wenn der Bürgersteig am Gartenzaun endet

mlzBaugebiet Up‘n Berge

Anwohner im Baugebiet Up‘n Berge vermuten einen Schildbürgerstreich. Der Bürgersteig an der Friedrich-Castelle-Straße endet abrupt vor einem Gartenzaun. Hat da die Gemeinde geschlafen?

Legden

, 26.02.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer die Friedrich-Castelle-Straße in Richtung Umgehungsstraße läuft, wird kurz vor der Kreuzung Melroseweg und Bergers Kamp ausgebremst. Der Bürgersteig endet vor einem Gartenzaun. Das Grundstück des Hauses am Melroseweg umfasst auch den potenziellen Platz des Bürgersteigs.

„Kinder, die hier von der Schule kommen, müssen auf die Fahrbahn ausweichen“, sagt Anlieger Roland Rath. Eine Situation, die nicht ungefährlich sei. Das hat er in den vergangenen Wochen beobachtet. Die Gemeinde habe vor Jahren die falsche Entscheidung getroffen, sagt er. Es wäre damals, vor dem Verkauf des Grundstücks, ein Leichtes gewesen, den Bürgersteig bis zur nächsten Querstraße fortzuführen.

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Jetzt gibt es eine andere Lösung. „Es ist eine teurere, aber eine gute Lösung“, findet auch Roland Rath. Die Arbeiten am Straßenendausbau zeigen in den letzten Tagen, wie es weitergehen wird. Kurz hinter der Kreuzung mit Wagenfeld- und Bachstraße wird eine Querungshilfe gebaut, die die Straße zudem verengt. Hier können Passanten die Seite wechseln und am Haus Nr. 50 vorbei weitergehen. Dort wurde ein Bürgersteig bis zur Kreuzung rot gepflastert.

Ursprünglich sollte es gar keinen Bürgersteig geben

Ist damals wirklich etwas schief gelaufen? „Nein“, sagt Bürgermeister Friedhelm Kleweken auf Anfrage unserer Redaktion. In der Ursprungsplanung von 2008 und dem Bebauungsplan von 2012 sei in der Tat auf beiden Seiten der Friedrich-Castelle-Straße kurz vor der Kreuzung kein Bürgersteig vorgesehen. „Hier sollte die 30er-Zone enden und eine barrierefreie Spielstraße beginnen.“ Zudem sollte auf diese Weise die Straße verengt werden.

Die erste Änderung gab es dann 2017. „Nach vielen Diskussionen und Gesprächen mit dem Straßenverkehrsamt“, wie Kleweken erläutert, wurde dann doch ein Bürgersteig auf der ortsauswärts gesehen rechten Seite eingeplant. 2018 wurde dann bei Anwohnerversammlungen der Endausbau präsentiert. Auf Wunsch der Nachbarn, so der Bürgermeister, wurde daraufhin zusätzlich der Bau der Querungshilfe beschlossen. Theoretisch, so sagt der Bürgermeister beim Ortstermin, könnte der Bürgersteig links bis zum Gartenzaun deshalb sogar verschwinden und mehr Platz für Grün entstehen.

Endausbau wird bis Mai dauern

Der Endausbau des Baugebiets Up‘n Berge läuft seit Sommer vergangenen Jahres und das in beiden Bauabschnitten. Rund 900.000 Euro wurden für das Projekt veranschlagt. Ein Großteil der Straßen ist bereits fertig. „Bis Mai werden die Arbeiten dauern“, informiert Bauamtsleiter Helmut Schiermann. Die Straßenbäume werden allerdings erst im Herbst gepflanzt, da sie dann besser angehen.

An anderen Stellen wurde allerdings bereits gepflanzt. Als Ausgleichsmaßnahme für die Arbeiten im Baugebiet hat die Gemeinde 14 Bäume einer Birnenart an der Friedrich-Castelle-Straße zwischen Melroseweg und Umgehungsstraße gesetzt. Am Rande des Baugebiets am Bergers Kamp stehen Obstbäume. Ursprünglich war dort eine Wallhecke geplant. „Das wäre schwierig zu betreuen“, so Helmut Schiermann. Jetzt wird es zwischen den Obstbäumen Blühstreifen geben.

Nächstes Baugebiet könnte schon bald enstehen

Wer von den Bäumen aus in Richtung B 474 schaut, sieht auf eine weitere Fläche, auf der in Zukunft Häuser entstehen könnten. „Das wird ein großes Baugebiet“, sagt Friedhelm Kleweken und spricht von 120 bis 150 Grundstücken. Mit den Eigentümern sei dies schon besprochen. Bereits in diesem Jahr soll mit der Artenschutzprüfung begonnen werden, 2021 könnte der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden.

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