Wenn‘s brennt, freut sich die Feuerwehr über die Hilfe von Landwirten mit Güllefässern

mlzFeuerwehr Legden

In Legden und Asbeck wollen Feuerwehr und Landwirte konstruktiv zusammenarbeiten, wenn es im Außenbereich brennt. Schnelle Hilfe durch mit Wasser gefüllte Güllefässer ist ein Beispiel.

Legden

, 02.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Drei Einsätze hatte die Freiwillige Feuerwehr Legden-Asbeck allein in den vergangenen Wochen bei Bränden auf abgeernteten Gedreidefeldern: am Düstermühlenweg, in der Bauerschaft Eißingort und an der Ortsgrenze in Stadtlohn-Almsick. Dort, wo der nächste Hydrant weit weg ist und bei der aktuellen Dürre auch mancher Löschteich wenig bis kein Wasser hat. Da hilft ein mit Wasser gefülltes Güllefass den Feuerwehrleuten bei der Brandbekämpfung enorm weiter.

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Feuerwehrchef Klaus Uppenkamp und seine Kollegen haben unter dem Eindruck des Dürre-Sommers 2018 mit Bränden auf Getreidefeldern und Wald- oder Flächenbränden im Winter eine Info- und Austauschveranstaltung mit den Landwirten veranstaltet und daraufhin ein Formular mit Fragen entwickelt und unter die Landwirte gebracht. „Wir standen einfach vor der Frage: Was können wir da machen, um gemeinsam zum Erfolg zu kommen?“, erzählt er im Gespräch mit der Redaktion.

Es könnte aus Feuerwehrsicht von Vorteil sein, auf ein Netz von wassergefüllten Fässern oder etwa einen privaten Löschteich zurückgreifen zu können im Einsatzfall. Wenn wie zum Beispiel zuletzt eine Ballenpresse in Almsick brennt, sei es sinnvoller, für den schnellen Erstangriff einen Pendelverkehr für Löschwasser einzurichten. „Schläuche auszurollen, das dauert seine Zeit“, weiß Klaus Uppenkamp. Und dann wäre da ja noch die Entfernung zwischen Brand und Wasserquelle.

Löschfahrzeug der Feuerwehr fasst 2000 Liter

Das Löschfahrzeug der Legdener Feuerwehr fasst 2000 Liter. In Asbeck steht ein 6000-Liter-Fass, das ein Feuerwehrmann, selbst Landwirt vorhält. Und in Legden steht, seit die Feuerwehr ihre Formulare verteilt hat, beim Lohnunternehmen Niehues ein mit 25.000 Litern Wasser gefülltes Güllefass. „Mit Trecker davor, abfahrbereit“, sagt Klaus Uppenkamp, der sehr dankbar ist über diesen Einsatz. Beim Brand in der Bauerschaft Eißingort habe diese Menge Löschwasser enorm geholfen. Aber auch beim Feuer am Düstermühlenweg gab es schon Hilfe seitens der Landwirte, „drei haben sich sofort gemeldet und Hilfe angeboten“, erinnert sich der Feuerwehrchef.

Noch im August ist ein zweites Treffen mit dem Ortslandwirt vereinbart, „um das dann mal auf Papier zu bringen“, sagt Klaus Uppenkamp. Die bisher gemachten Erfahrungen seien gut. Allein stehe die Feuerwehr Legden mit dieser Zusammenarbeit mit Landwirten im Kreis Borken aber wohl nicht, sagt er: „Ich denke, dass viele diesen Weg als richtig ansehen.“

Viele Landwirte stehen der Idee offen gegenüber

Ortslandwirt Norbert Schulze-Beikel steht dem Wunsch nach Zusammenarbeit sehr offen gegenüber, viele seiner Berufskollegen seines Wissens auch. „Warum sollte man das nicht unterstützen?“ Es sei auf jeden Fall eine gute Idee und es wäre hilfreich, wenn jeder Landwirt im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas dazu beitrage – egal ob mit Güllefass oder Teich. Er betont aber auch, dass das Eintragen in das Formular für die Landwirte auf freiwilliger Basis erfolge.

Manches ältere Güllefass sei allerdings nicht mehr dafür geeignet, den ganzen Sommer über mit Wasser gefüllt am Hof zu stehen. „Das läuft dann schon mal aus mit der Zeit.“ Aber grundsätzlich sei es doch gut, wenn der Feuerwehr geholfen werden könne mit Löschwasser – „gerade für den ersten Moment.“ Ein Güllefass in üblicher Größe, das Landwirte selbst besitzen, verfüge über ein Volumen von rund 18.000 bis 20.000 Litern, erklärt Norbert Schulze-Beikel. Und damit nun weit mehr als die 2000 Liter, die das Feuerwehrfahrzeug an Bord hat.

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