Wo Pasta wächst

Ernährungskunde in Grundschule

„Lange kann es nicht mehr dauern“, flüstert Sebastian aufgeregt. „Psst“, raunt es nur von nebenan. Jetzt ist nicht die Zeit zum Tuscheln: Jedes der Kinder starrt nach vorne in den Mittelpunkt des Kreises, den ihre Stühle bilden. Keines will den magischen Augenblick verpassen, wenn sich mit lauten Plopp das erste harte, gelbe Maiskorn in ein Popkorn verwandelt: weiß, weich – und köstlich.

LEGDEN

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 07.04.2011, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
s geht los! Die Popkorn-Maschine spuckt ihre köstliche Fracht aus - zur Freude der Asbecker Grundschüler.

s geht los! Die Popkorn-Maschine spuckt ihre köstliche Fracht aus - zur Freude der Asbecker Grundschüler.

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Wie Asbecker Grundschüler umweltbewusstes Essen kennen und schätzen lernen

Auf die Suche nach dem Ursprung des Essens haben sich Asbecker Grundschulkinder gemacht. Hiltrud Schiermann, Fachfrau für Ernährungs- und Verbraucherbildung, unterstützt sie dabei.
07.04.2011
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© von Sylvia Lüttich-Gür
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Hiltrud Schiermann lächelt. Sie hat die elektrische Popkornmaschine aufgestellt – schon ein festes Ritual am Ende jeder Unterrichtsstunde, in der die Landfrau die Erst- und Zweitklässler in Asbeck über Lebensmittel, ihre Herkunft und Zubereitung, informiert. Nein, Pommes wachsen nicht auf dem Baum. Das weiß in Asbeck tatsächlich noch jedes Kind, wie die Referentin zufrieden feststellen konnten. „Da ist zu spüren, dass viele hier auf dem Dorf noch einen eigenen Garten haben“, erklärt die Asbeckerin, „manche sogar einen mit Gemüsebeeten“.

Wie dort Kartoffeln – der Rohstoff für die geliebten Pommes – gedeihen, weiß aber schon längst nicht jeder in der Klasse: Frieling erklärt geduldig, dass dieselbe Knolle, die auch in den Kochtopf wandern könnte, in die Erde gesetzt vielfache Früchte trägt – nach etwa drei Monaten Wartezeit. So weit sind die Pflänzchen in dem großen Blumenkübel auf der Fensterbank noch nicht. Aber immerhin: Sie recken ihre grünen, fleischigen Blättchen bereits der Sonne entgegen – gleich neben den kleineren Töpfen mit Feldsalat, Radieschen und Sonnenblumen. Auf den Tellern sehen viele Kinder viel lieber Pasta als Kartoffeln. Und woher kommen die Nudeln? Inzwischen kennen sich die Kinder aus und können verweisen auf einen Teig aus Weizengrieß und Salz verweisen, manchmal auch Eiern; Die jeweils zwei Unterrichtsstunden, die die vom Landfrauenverband eigens zur Fachfrau für Ernährungs- und Verbraucherbildung ausgebildete Hiltrud Schiermann an vier Tagen betreut, hat Früchte getragen – genauso wie bald die Erdbeeren draußen.

„Wir wollen Vorurteile über manche Speisen abbauen und damit die Grundlage legen für eine abwechslungsreiche, bewusste Ernährung“, erklärt Schiermann den Zweck des Projekts. Ein letztes Plopp! Jetzt ist die Schüssel voll – über und über mit weißem Popcorn : einem Snack, der viel gesünder ist als Bonbons oder Chips , wie die Kinder wissen – und viel leckerer.

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