Zukunft im Gestern suchen

Historischer Kalender

Im November fallen die Temperaturen und erstarrt das Wasserrad der Neuen Mühle unter einem Eispanzer. Im Mai treiben die hohen, schlanken Bäume rechts und links der spärlich bebauten Hauptstraße aus, und im September wirft die Spätsommersonne weite Schatten auf dem Pflaster der ampellosen Dorfkreuzung. Wer nach vorne blättert im Kalender 2012, reist gleichzeitig in die Vergangenheit.

LEGDEN

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 28.10.2011, 19:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alfred Janning mit dem neuen Kalender

Alfred Janning mit dem neuen Kalender

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Diese Ortsansichten begleiten durch das Jahr

Der Heimatverein Legden gibt erstmals einen Kalender mit historischen Motiven aus dem reichen Vereinsarchiv heraus.
28.10.2011
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Die alte Krippe vor dem Krippenbrand, dem mehrere Figuren zum Opfer fielen. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Der Busshook - fast unverändert. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Die Kirche St. Brigida: links eine Ansicht mit den beiden Türmen, rechts eine vor dem Umbau. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Ackerbau am Vörsnten Esch. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Wer kennt diese Schuljungen?© Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Die Hauptstraße von einst.© Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Die Schützen kehren aus der Steinkuhle zurück - doch wer sind sie?© Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Eine Bootsfahrt, die ist lustig - im August an der Düstermühle. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Die Kreuzung im Dortkern, als sie noch ohne Ampel auskam. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Nicht mehr vorhanden: die alte Mühle Kellermann. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
Eis und Schnee auf der neuen Mühle. © Foto: Bildarchiv des Heimatvereins Legden e. V.
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edes Monatsmotiv ist mehr als 60 Jahre alt. Aber egal, ob Nachkriegsaufnahme oder Schnappschuss aus den ersten Tagen der Fotografie in Legden: Jede Aufnahme erlaubt einen Blick auf das Dorf, der heute so nicht mehr möglich wäre. Diese Dokumente lebendiger Vergangenheit zu bewahren, hat sich der Heimatverein schon vor Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht und ein umfangreiches Bildarchiv aufgebaut, das beständig wächst. Die vergilbten Schätze aber nur dort schlummern zu lassen, schien dem Vorsitzenden Alfred Janning und dem Vereinsarchivar Heinz Kroschner aber viel zu schade zu sein. Sie beschlossen, einen Kalender zu erstellen: Am nächsten Samstag, 5. November, beginnt der Verkauf (zehn Euro).

In Darfeld waren sie auf die Idee gekommen. Der benachbarte Heimatverein, mit dem die Legdener zahlreiche Kontakte pflegen, stellt bereits seit einigen Jahren regelmäßig Motive zusammen. „Im Sommer hatten wir uns entschieden, das auch auszuprobieren“, blickt Janning zurück. Sowohl er als auch Heinz Kroschner hätten dann nach geeigneten Motiven gesucht: Die pflügende Landwirt für den März, da bekanntlich „im Märze der Bauer die Rösslein anspannt“. Der Blick in die noch nicht erweiterte Brigiden-Kirche im Februar, weil in diesen Monat das kirchliche Lichtmess-Fest und seine weltliche Feier während der Lichtmesskirmes fallen. Und das Klassenfoto des Jahrgangs 1910/11 im April, weil einst zu Ostern Einschulung war und nicht nach den Sommerferien wie heute. Janning hofft, dass mancher, der sich die Jungen mit dem kurzgeschorenen Haar 30 Tage lang anschaut, Ähnlichkeiten entdeckt.

„Denn wir sammeln nicht allein die Aufnahmen“, sagt Janning, „sondern am liebsten auch noch Informationen dazu“ – etwa die Namen der Schüler oder der Schützen auf dem Juli-Motiv. Wenn das neue Angebot gut ankommt, will der Heimatverein auch für die Folgejahre Kalender zusammenstellen. Denn an schönen Ansichten fehle es in Legden nicht, meint Janning – weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart.

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