Zum 30-jährigen Jubiläum: Kamin in Haus Weßling komplett restauriert

mlzHaus Weßling

Der Zahn der Zeit nagt auch an Gebäuden. Haus Weßling wurde vor 30 Jahren von der Gemeinde Legden gekauft, jetzt wurde rechtzeitig zum Jubiläum der Kamin aufwendig restauriert.

Legden

, 16.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeit hinterlässt ihre Spuren, an Menschen und an Gebäuden, in denen die Menschen einst lebten. Zum 30-jährigen Jubiläum der Übernahme des Gebäudes hat die Gemeinde Legden den Kamin im Haus Weßling aufwendig restaurieren lassen.

Denn rund 30 Jahre ist es her, dass die Gemeinde Legden das damals verfallene Haus, mitten im Ortskern von Legden, für den symbolischen Wert von einer Deutschen Mark übernommen hat. Das Haus, das heute eine öffentliche Begegnungsstätte ist, wurde bereits damals durch öffentliche Mittel restauriert. Aber auch das ist mittlerweile einige Zeit her.

Restauration zum Jubiläum

Das 30-jährige Jubiläum sollte eigentlich groß gefeiert werden, wegen Corona muss das allerdings ausfallen. Der Heimatverein Legden und die Gemeinde hatten geplant alles für Gäste, die zum Jubiläum eingeladen worden wären, fertig zu machen. „So wie man das kennt, wenn man sich Gäste einlädt“, sagt Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

So sah der Kamin im Haus Weßling vor der Restauration noch aus: schwarz.

So sah der Kamin im Haus Weßling vor der Restauration noch aus: schwarz. © Gemeinde Legden

Damit das Jubiläum trotzdem noch gewürdigt wird, hat die Gemeinde den Kamin restaurieren lassen. Das sei auch nötig gewesen, denn der Kamin war mit Gips verkleidet und mit schwarzer Schuhcreme verkleistert. „Das hat man damals so gemacht, damit er nicht durch den ganzen Ruß verschmiert wird“, erklärt Gerd Heuser, Vorsitzender des Heimatvereins Legden. Das sei allerdings schon beim Kauf des Gebäudes so gewesen.

Fachmann kommt aus Steinfurt

Für die Renovierung musste erst einmal ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Das Unternehmen Lehmkuhl aus Steinfurt wurde mit den Arbeiten am Kamin beauftragt. „Das Unternehmen hat das Projekt betreut, beraten und dokumentiert“, sagt Matthias Nettels vom Fachbereich Planen, Bauen und Gebäudemanagement der Gemeinde Legden.

Der Gips blätterte vor der Restauration vom Kamin im Haus Weßling.

Der Gips blätterte vor der Restauration vom Kamin im Haus Weßling. © Gemeinde Legden

In den Sandstein sei Salpetersäure eingezogen. „Der Sandstein ist relativ kalkhaltig und Salpeter ist salzig und sauer, das verträgt sich nicht gut“ so Heuser. Aber dafür sehe der restaurierte Kamin jetzt „wirklich ganz toll aus“, sagt Friedhelm Kleweken. Der Restaurateur habe sich viel Mühe gegeben, das sauber zu bekommen.

Das wurde alles am Kamin gemacht:

  • Mechanische Reduktion der aufliegenden Gipsverunreinigungen, ohne Beschädigung der Sandsteinoberfläche.

  • Reduktion der schwarzen Farbbeschichtungen mittels Auftrag von Lösungsmitteln und Abbeizen nach Erfordernis.

  • Nachreinigung mittels Mikroheißdampf.

  • Durchführung von Kantenreprofilierungen mittels angepasster Restauriermörtel.

  • Auftrag von trocknenden Entsalzungskompressen an den Seitenwänden bis über die salzbelastete Zone hinaus (ca. 80 cm) und Entfernung nach erfolgter Trocknung.

  • Retusche der Sandsteinelemente und Auftrag der von Lasuren nach Erfordernis.

Viel heller und freundlicher

„Jetzt haben wir erstmal Ruhe damit“, sagt Friedhelm Kleweken. Alles sehe jetzt insgesamt viel heller und freundlicher aus. Matthias Nettels stimmt zu und ergänzt: „Da blätterte ja vorher der ganze Gips ab. Wir mussten den Fachleuten da einfach vertrauen.“

Der Kamin in Haus Weßling wird auch noch oft angefeuert. Bei Plattdeutschenabenden oder bei Tagen der offenen Tür wird der Kamin immer noch genutzt. Als nächstes stehen wird es draußen eine neue Überdachung geben und neue Außenbeleuchtung mit einem Lichtkonzept.

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