Das Tierheim in Deininghausen liegt nicht gerade an einem Feuerwerk-Hotspot. Aber die Knallerei an Silvester ist bis hierhin zu hören. © Tobias Weckenbrock (Archiv)
Feuerwerk

Tierschützer warnen vor Riesen-Stress für Hunde und Katzen an Silvester

Während viele Menschen dem Silvester-Feuerwerk mit Freude entgegenblicken, sehen vor allem Hundebesitzer dem Tag eher mit Schrecken entgegen. Das Tierheim sorgt vor.

Der Verein Tierschutz Castrop-Rauxel e.V. bietet derzeit für über 20 Hunde und 40 Katzen ein Zuhause. Seit Corona ist es etwas stiller geworden im Tierheim in Deininghausen, denn aufgrund der Corona-Bestimmungen musste auch hier der Personenkreis im Umfeld der Tiere beschränkt werden.

Doch für die Tiere bedeutet die Adventszeit wohl eher die Ruhe vor dem sprichwörtlichen Sturm. Während viele Menschen sich trotz Corona auf ihr Silvester-Feuerwerk freuen, werden die Tage um Silvester für viele Tiere zu einer Tortur.

Großer Stress für Heim- und Wildtiere

Das laute Knallen der Silvester-Feuerwerke ist besonders für Hunde und Katzen belastend, da sie ein wesentlich feineres Gehör haben als Menschen.

Um Tiere vor dem Stress zu bewahren, fordern Tierschützer seit langem ein Verbot der Knallerei.

Doch das wird es trotz Corona in diesem Jahr in Castrop-Rauxel nicht geben. Bürgermeister Rajko Kravanja hat angekündigt, dass es bei möglichen Verboten allein darum gehe, Menschenansammlungen zu verhindern. Feuerwerke an wenigen belebten Plätzen sollen aber nicht verboten werden.

Viele Tierfreunde dürfte das nicht freuen. Sie argumentieren, dass nicht nur wilde Tiere im Wald unter Silvester-Knallerei leiden. Wer zu Hause Hund oder Katze hat, kennt die Reaktion der Tiere zum Jahreswechsel, den eingezogenen Schwanz oder die zitternden Ohren.

„Für die allermeisten Tiere bedeutet das Feuerwerk an Silvester großer Stress“, sagt auch Johannes Beisenherz, 1. Vorsitzender des Tierschutz Castrop-Rauxel e.V..

Tiere im Tierheim kaum vor Lärm zu schützen

Im Tierheim ist die Knallerei sowohl aus Castrop-Rauxel als auch aus Dortmund zu hören. „Wir versuchen die Tiere bestmöglich vor dem Lärm zu schützen, indem wir zum Beispiel die Boxen abhängen, doch diese sind leider trotzdem sehr hellhörig“, erklärt Beisenherz.

Er selbst halte nichts von der Böllerei an Silvester, zeigt jedoch auch Verständnis für die Feuerwerk-Fans. „Ich verstehe, dass es Brauchtum ist zum neuen Jahr die bösen Geister auszutreiben, das lässt sich auch nicht gänzlich vermeiden.“

Jedoch appelliert er an alle Castrop-Rauxeler, die Knallereien zu reduzieren und nicht schon an den Tagen vor und nach Silvester Knaller zu zünden.

Verbot von Massenböllerei kommt Tieren zugute

Allen Haustier-Besitzern rät Johannes Beisenherz vor allem Ruhe zu bewahren. Man solle seinen Vierbeinern nicht das Gefühl von Angst vermitteln, oder sie in diesem Gefühl bestärken.

„Wenn sich mein Hund um 0 Uhr, wenn die große Knallerei losgeht, im Keller versteckt, dann lasse ich das zu und versuche die Situation nicht noch zu verstärken“, erzählt Johannes Beisenherz von seinen eigenen Erfahrungen.

Außerdem rät er dazu, mit Hunden nicht da spazieren zu gehen, wo potenziell viel geknallt wird.

Über die Autorin

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt