Dieses und die beiden Häuser rechts davon sollen abgerissen werden, um eines Tages Platz für das Altstadt-Palais zu machen. © Volker Engel
Altenheim

Altstadt-Palais: Projekt hinkt bereits Jahre hinter dem Zeitplan her

Das Altstadt-Palais soll einmal etwa 80 alten Menschen als Heimat dienen. Von einer Realisierung ist das Projekt aber nach wie vor weit entfernt. Der Investor will hartnäckig weiter machen.

Es gibt Projekte in Castrop-Rauxel, die sich über Jahre ziehen wie das berühmte Kaugummi. Immer wieder fragt auch unsere Redaktion nach, ob es neue Entwicklungsschritte gibt, immer wieder gibt es ähnliche Antworten: Das Projekt werde weiter verfolgt, die Pandemie fordere ihren Tribut, Gespräche zögen sich, man warte auf Genehmigungen.

Zu einem dieser Dauerbrenner-Projekte gehört das sogenannte Altstadt-Palais, dessen Verwirklichung seit Jahren stockt. Eigentlich sollte an der Wittener Straße längst ein Altenheim mit fast 80 Plätzen entstanden sein, direkt neben dem St.-Rochus-Hospital gelegen, beste Altstadt-Lage mit Anbindung an sämtliche Infrastrukturangebote Castrops.

Doch das ehrgeizige Projekt des Investors Walter Vorschulte aus Dorf Rauxel hängt seit langer Zeit in einer dieser Dauer-Warteschleifen, will und will nicht den entscheidenden Schritt nach vorne tun. Seit nun annähernd zweieinhalb Jahren hat sich an der Stelle, wo der Bau errichtet werden soll, nichts getan.

Idee des Projektes hat sich nicht geändert

Walter Vorschulte ist darüber erwartungsgemäß nicht glücklich. „Wir werden weiter warten müssen, wie entsprechende Gespräche verlaufen“, gibt er sich verklausuliert, möchte Ross und Reiter an dieser Stelle nicht benennen. „Aber an der Idee des Altstadt-Palais hat sich nichts geändert, nur eben am Zeitplan“, so Vorschulte.

Er hoffe dringend, dass man in einem halben Jahr, also Ende 2022, endlich so weit sei, mit den konkreten Bauplanungen zu beginnen. „Rufen Sie mich doch dann wieder an“, empfiehlt der Investor von der Bergstraße. Eine ähnliche Empfehlung hatte er unserer Redaktion allerdings schon zu Beginn der Jahre 2020 und 2021 gegeben.

Die Planung für das Altstadt-Palais hat laut Investor weiter Bestand, hängt aber seit Jahren den Absichten hinterher.
Die Planung für das Altstadt-Palais hat laut Investor weiter Bestand, hängt aber seit Jahren den Absichten hinterher. © Degener Architekten © Degener Architekten

Zunächst hatte es lange geheißen, die Verzögerung liege darin begründet, dass das nahe Krankenhaus keinen Keller hat und das Altstadt-Palais eine Tiefgarage bekommen solle. Daher sei eine besondere statische Untersuchung des Untergrundes nötig, die nun mal dauere. Das hatte Vorschulte 2020 als Grund für die Verzögerung benannt.

Vom Gutachten ist inzwischen bei Walter Vorschulte keine Rede mehr, nur noch von Gesprächen, die noch anstünden und deren Ausgang offenbar für das Projekt entscheidend sein müssen.

Fünf bis sechs Stockwerke hoch soll das Altstadt-Palais werden und 78 Plätze bieten. Für den Neubau soll der Gebäudekomplex mit den Hausnummern 49, 51 und 51a an der Wittener Straße abgerissen werden. Auch das ist noch längst nicht geschehen.

Die Pflegeplätze, die hier entstehen sollen, hatte der Kreis Recklinghausen bereits 2020 in seiner Bedarfsplanung eingerechnet. Die Statistiker des Kreises sahen bis 2022 einen Bedarf von bis zu 120 weiteren Pflegeplätzen. Ob die vom Altstadt-Palais oder einer anderen Einrichtung abgedeckt werden, wird die Zeit zeigen

Pflegeplätze am EvK sollen Anfang 2022 kommen

Rund 80 dieser Pflegeplätze entstehen derzeit aber am Evangelischen Krankenhaus, wo der Gesundheitscampus in die Höhe wächst. Der beinhaltet neben der Pflegeeinrichtung auch einen Kita-Neubau, eine Zentralküche, eine Zentralapotheke und einen Stützpunkt für ein Hausnotruf-System der Johanniter.

Das Pflegeheim am Stadtmittelpunkt soll im Januar 2022 fertiggestellt werden, in jedem Fall also weit vor dem Altstadt-Palais. Betrieben wird es dann von der Protea Care GmbH. Bereits jetzt kann man sich bei Protea Care um einen Platz im Heim oder einen Job bewerben.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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