Über den Trödelmarkt schlendern und sich eben schnell gegen Corona impfen lassen. Am Sonntag war es in Habinghorst möglich. © Nora Varga
Coronavirus

Ansturm bei Impfaktion auf der Langen Straße: „Wir werden überrannt!“

Bei einer Impfaktion auf der Langen Straße in Habinghorst war der Andrang riesig. Während des Trödelmarktes konnten sich die Menschen unkompliziert und schnell impfen lassen.

Damit hätten selbst die Organisatoren nicht gerechnet. Noch bevor die Impfaktion auf der Langen Straße in Castrop-Rauxel am Sonntag losgeht, warten bereits mehr als 20 Interessierte vor dem Quartiersbüro. Susanne Köhler ist Leiterin des Bereiches Migration und Obdachlosenhilfe: „Es ist wirklich gut besucht. Die Resonanz ist der Wahnsinn.“

Schon kurz nach dem Start der Aktion müssen die ersten Interessenten auf später vertröstet werden: der Wartebereich ist voll. Wirklich schlimm ist das nicht, denn gleichzeitig mit der Impfaktion findet auch der Trödelmarkt auf der Langen Straße statt. Impfwillige, die noch warten müssen, können einfach ein bisschen zwischen den Ständen umherschlendern und es dann noch einmal versuchen. Die Aktion ging bis 14 Uhr.

Es sind vor allem junge Menschen, die am Sonntagmorgen vor dem Quartiersbüro warten. Einige von ihnen sprechen nur schlecht oder gebrochen Deutsch. Die Stadt, der Integrationsrat und Mitglieder des Stadtteilvereins Habinghorst und der Werbegemeinschaft helfen beim Ausfüllen der Impfbögen und klären auf. Auch zwei Dolmetscher sind vor Ort, um bei Verständnis-Schwierigkeiten zu helfen. Die Aktion wird vom Rettungsdienst begleitet. Die Sanitäter sind ehrenamtlich im Einsatz.

Ein kleiner Stand vor dem Quartiersbüro an der Langen Straße. Hier wurden am Sonntag etliche Menschen gegen das Coronavirus geimpft.
Ein kleiner Stand vor dem Quartiersbüro an der Langen Straße. Hier wurden am Sonntag etliche Menschen gegen das Coronavirus geimpft. © Nora Varga © Nora Varga

Imame unterstützen Impfaktion

Susanne Köhler freut sich, dass bei der Aktion viele Stellen beteiligt sind: „Beim Freitagsgebet haben noch mal alle Imame auf die Aktion hingewiesen. Außerdem wurde in den letzten Tagen viel Werbung in den Sozialen Medien gemacht. Es ziehen wirklich alle an einem Strang.“ 150 Impfdosen von Biontech hatten die Initiatoren geordert. Adil Tamouh ist unter anderem Mitglied des Integrationsrates: „Wir werden gerade überrannt. Es ist so unkompliziert. Einfach vorbeikommen, reingehen, impfen und wieder nach Hause gehen.“

Susanne Köhler und Adil Tamouh haben die Aktion geplant und durchgeführt.
Susanne Köhler und Adil Tamouh haben die Aktion geplant und durchgeführt. © Varga, Nora © Varga, Nora

Auch wenn die Mehrheit der Geimpften jünger ist, gibt es auch einige ältere Mitbürger, die sich noch impfen lassen. Susanne Köhler: „Ich hätte gar nicht gedacht, dass es noch ältere Leute gibt, die ungeimpft sind.“ Horst Trzebiatowski ist 83 Jahre alt. Auch er wird an diesem Tag zum ersten Mal geimpft. Die Fahrt bis nach Recklinghausen ins Impfzentrum sei für ihn zu anstrengend: „Und meine Hausärztin hat nur ein paar Dosen bekommen.“ Er freut sich, dass er endlich die Impfung bekommt.

Horst Trzebiatowski ist 83 Jahre alt. Er ist erleichtert, sich endlich impfen lassen zu können.
Horst Trzebiatowski ist 83 Jahre alt. Er ist erleichtert, sich endlich impfen lassen zu können. © Nora Varga © Nora Varga

Adil Tamouh: „Ich finde Impfen ist ein Teamsport. Solange wir alle zusammenhalten, kriegen wir ein besseres Resultat und können die Herdenimmunität erreichen.“ Am 28.8. erhalten dann alle Geimpften ihre Zweitimpfung. Erstimpfungen sind an diesem Tag in der Langen Straße nicht möglich. Zeitgleich findet aber der Tag der Vereine in Ickern statt. Dort werden dann auch Erstimpfungen angeboten.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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