Nunzio Marcucci ist mit seiner Trattoria Puglia Castrop-Rauxels "Italiener des Jahres". Zum ausgezeichneten Gesamtpaket des Restaurants zählt auch das Ambiente, etwa im "Giardino", dem grünen Innenhof. © Jonas Hildebrandt
Gastronomie

Bello i bravissimo: Jury kürte „Italiener des Jahres“ in Castrop-Rauxel

Rund 30 italienische Restaurants gibt es in Castrop-Rauxel. Eines davon ist nun von einer Fachjury zum „Italiener des Jahres“ gekürt worden. Aber was ist das für ein Preis und was bedeutet er?

Letztlich ist es natürlich eine Geschmacksfrage“: Das sagt Event&Kultur-Geschäftsführer Jürgen Deinhamer auf Anfrage dieser Redaktion. Sein Unternehmen aus München vergibt den Preis „Italiener des Jahres“. Und der geht an ein Lokal, das noch gar nicht so lange am Markt ist.

Im Oktober 2019 eröffnete Nunzio Marcucci die „Trattoria Puglia“ an der Oberen Münsterstraße in Castrop-Rauxel. Das ist gerade einmal 21 Monate her. Und die längste Zeit verhinderte Corona einen regulären Geschäftsbetrieb. Jetzt ist das Restaurant des emsigen Inhabers „Italiener des Jahres“. Etwas mehr als 30 italienische Restaurants und Pizzerien gibt es in der Europastadt.

Die Auszeichnung vergibt die Agentur Event&Kultur – für ein Jahr und einmal pro Stadt. Gäste könnten durchaus unterschiedlicher Meinung sein, wer „der Beste“ sei. Aber auch das fließt in die Bewertung mit ein, erklärt Deinhamer.

Am Mittwochmittag (28.7.) nimmt Nunzio Marcucci die Urkunde entgegen. Das Logo mit der italienischen Flagge in der Krone hat er bereits. Und es ziert schon die E-Mails des Gastronomen. Ein Markenzeichen und Marketing-Instrument.

Fachjury beurteilt Gesamtleistung

Eher unspektakulär wirkt die Fassade der Trattoria an der Oberen Münsterstraße.
Eher unspektakulär wirkt die Fassade der Trattoria an der Oberen Münsterstraße. © Jonas Hildebrandt © Jonas Hildebrandt

Wer „Italiener des Jahres“ wird, das entscheide nach Aussage von Deinhamer seine Fachjury. Laut Internetseite der Agentur können Gäste Vorschläge machen, Gastronomen sich aber auch bewerben – so wie Nunzio Marcucci es tat, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt.

Event&Kultur honoriere die „beste Gesamtleistung“, heißt es auf der Agentur-Website. Und das seien Küche und Getränke, aber auch das Drumherum: Service, Ambiente, Sauberkeit. „Erfüllen die Lokale unsere Vorstellungen, prämieren wir sie mit dem Award“, heißt es.

Jürgen Deinhamer erklärt auf Nachfrage die Vorgehensweise: Am Anfang stehe eine Recherche im Internet. Bewertungen in den einschlägigen Portalen wie Google oder Tripadvisor sieht er dabei allerdings kritisch. Der Geschäftsführer erzählt von erkauften Kommentaren ebenso wie von Willkür, die Gastronomen das Leben schwer mache.

„Wir taggen die Stimmung in der Stadt“

Entscheidender sei der Eindruck vor Ort. „Wir taggen die Stimmung in der Stadt“, erklärt Deinhamer, „und fragen etwa in der Fußgängerzone: Was hat das Lokal für einen Ruf?“ Danach folge der anonyme Testbesuch im Restaurant. „Wir gehen erst einmal hinein und gucken, was passiert. Wie ist der Service? Müssen wir lange warten, bis jemand kommt?“ Und: Sein Team werfe auch einen Blick in die Toiletten.

“Essen wie bei Mama”, verspricht Nunzio Marcucci seinen Gästen. Neben der Küche gilt das auch für das familiäre Ambiente. © Jonas Hildebrandt © Jonas Hildebrandt

Ein Faktor sei auch die Freundlichkeit des Personals: „Es gibt Restaurants mit einer Spitzenküche, aber das Personal ist arrogant“, sagt Jürgen Deinhamer. Keine Kandidaten für den „Italiener des Jahres“ – oder das „Lokal des Jahres“. Letztere Auszeichnung vergibt Event&Kultur – egal, ob italienische, griechische oder deutsche Küche – nur für ein Restaurant pro Bundesland.

Die Awards sind das Geschäftsmodell von Event&Kultur. Einzelheiten dazu verrät der Geschäftsführer nicht. „Geschäftsgeheimnis“, sagt er, „es gab schon mehrere Versuche, das zu kopieren.“ Die Ausgezeichneten müssen dabei nur die Reisekosten eines Jurors zur Übergabe der Urkunde bezahlen.

Italienisch essen wie bei Mama

Nunzio Marcucci hat die Feuerprobe bestanden. Sein Ruf in der Stadt sei hervorragend, das Gesamtpaket stimme, erklärt Deinhamer.

„Italienisch essen wie bei Mama“, nennt Marcucci dieses Selbstverständnis der Trattoria Puglia. „Dazu noch eine ordentliche Portion Kreativität mit Mut zu außergewöhnlichen Kreationen.“ Seit zwei Jahren trage die authentische italienische Küche seine „feine Handschrift“.

Eine mediterran anmutende Idylle ist die Gartenterrasse der Trattoria Puglia in Castrop-Rauxel. © Trattoria Puglia © Trattoria Puglia

Auch der idyllische „Giardino“, der grüne Innenhof des Restaurants, lade zum Genießen und Entspannen ein. Dazu die Spezialitäten aus Küche und Keller – „eben italienische Lebensfreude pur“, sagt der „Italiener des Jahres“. Und bleibt bescheiden: „Ich habe mich schon ein bisschen gefreut.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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