Beim Stadtbetrieb EUV bekommen Mitarbeiter keine Belohnung, wenn sie sich gegen Corona impfen lassen. © Jens Lukas / Archiv
Corona-Impfung

Belohnung für Geimpfte? Castrop-Rauxeler Unternehmen machen es anders

Pommes, Einkaufsgutschein, Eierlikör: Unternehmen belohnen ihre Mitarbeiter, wenn diese sich Impfen lassen. Wir haben die größten Castrop-Rauxeler Arbeitgeber gefragt, was sie davon halten.

Eine immer beliebtere Strategie gegen die niedrige Corona-Impfquote: Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Prämien, wenn sie sich impfen lassen. Ein Krankenhaus in Münster etwa lud die Mitarbeiter nach der Impfung zu einer Portion Pommes in die Kantine ein.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, bekamen Mitarbeiter von Edeka einen Einkaufsgutschein über 50 Euro. Beschäftigte eines Pflegeunternehmens in Schwaben hätten nach der Impfung eine Flasche Eierlikör bekommen, berichtete die „Zeit“.

Hohe Impf-Belohnungen in den USA

Dabei fallen die Belohnungen in Deutschland noch vergleichsweise bescheiden aus. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland verloste eine Supermarktkette in den USA zwar nicht unter ihren Mitarbeitern, dafür aber unter ihren geimpften Kunden 1 Million Dollar.

Die Impfquote der vollständig Geimpften im Kreis Recklinghausen liegt knapp 50 Prozent deutlich unter den für eine Herdenimmunität angestrebten 80 Prozent. Obwohl es mit der Impfstoffknappheit, die monatelang herrschte, mittlerweile vorbei ist. Die großen Castrop-Rauxeler Unternehmen fahren eine Belohnungsstrategie trotzdem nicht mit.

Rain Carbon will Mitarbeiter nicht beeinflussen

Helga Goldhausen von Rain Carbon mit dem Rütgers-Werk in Rauxel, einem der größten Arbeitgeber in Castrop-Rauxel, sagt dazu auf Anfrage unserer Redaktion: „Unser Ziel ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzuklären und als mündige Bürger für eine Impfung entscheiden zu lassen.“

Informationsangebote habe es gegeben, zwei Impfaktionen. Auch eine dritte Impfaktion wolle man gegebenenfalls anbieten. Durch einen materiellen Anreiz wolle man die Angestellten in ihrer Entscheidung für oder gegen eine Impfung aber nicht beeinflussen.

Auch die Stadt, gemeinsam mit dem EUV der größte Arbeitgeber Castrop-Rauxels, äußerte sich zum Thema Impf-Anreize: „Alle Mitarbeitenden der städtischen Betriebe haben das Angebot erhalten, sich über den Betriebsarzt impfen zu lassen. Eine gesonderte Prämie gab es nicht.“

Erhöhen Anreize die Impfbereitschaft?

Beim Evangelischen Krankenhaus (EvK) ist die Lage ähnlich. Man habe an alle Mitarbeitern appelliert, sich impfen zu lassen. Man sei beim Impfangebot auch auf Wünsche eingegangen. „Am Ende bleibt es aber eine persönliche Entscheidung“, sagt Prokuristin Brunhild Schmalz.

Die großen Castrop-Rauxeler Arbeitgeber wollen ihre Mitarbeiter also völlig frei entscheiden lassen, ob sie sich impfen lassen wollen oder nicht, ohne durch materielle Anreize Einfluss zu nehmen. Eine Studie des Gemeinschaftsprojekts COSMO, an dem auch das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beteiligt sind, zeigt aber, dass finanzielle Anreize die Impfbereitschaft erhöhen können.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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