Der THW Ortsverband Castrop-Rauxel hilft im Katastrophengebiet im Kreis Euskirchen, hier in Bad Münstereifel. © THW OV Castrop-Rauxel
Unwetterfolgen

„Bevölkerung ist dankbar“: Castrop-Rauxeler THW berichtet aus Krisengebiet

In der Unwetternacht und an den Folgetagen half das THW, in Castrop-Rauxel aufzuräumen. Nun helfen die Einsatzkräfte da, wo es schlimmer ist. Dabei kann nicht jeder einfach mit anpacken.

In Castrop-Rauxel sind die Folgen des Unwetters vom 14.7. weitgehend beseitigt. Woanders in NRW herrschen jedoch immer noch katastrophale Zustände. Deswegen hilft der Ortsverband Castrop-Rauxel des Technischen Hilfswerks dort, wo Hilfe benötigt wird. Aktuell ist das der Kreis Euskirchen und besonders der Ort Bad Münstereifel.

Dort seien aktuell 13 Castrop-Rauxeler im Einsatz, berichtet Anne Steinbock, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit beim THW. Dies ändere sich jedoch stetig. Denn die Arbeit sei „sehr stressig“ und „viele sind froh, am Wochenende auch mal zu Hause zu sein“. Unter anderem deswegen werden die Einsatzkräfte immer wieder ausgetauscht.

Ein anderer Grund sind die Arbeitgeber: Das Engagement beim THW ist ein Ehrenamt. Chefs müssen ihre Angestellten für Einsätze freistellen. Der Lohnausfall wird ihnen vom THW erstattet.

Arbeitgeber gehen dabei unterschiedlich mit der Situation um, sagt Anne Steinbock: „Einige sind sehr kooperativ, andere weigern sich vehement, ihre Arbeitnehmer freizustellen.“ Auch wie lange die Freistellungen laufen, sei unterschiedlich. Und wer gar nicht freigestellt wird, übernimmt dann teilweise Einsätze am Wochenende.

Akut im Einsatz sind die Fachgruppe Elektroversorgung und die Bergungsgruppe. Strom in eine Euskirchener JVA und ein Rathaus einzuspeisen, das waren zwei der zahlreichen Aufgaben im Katastrophengebiet. Außerdem hilft das Castrop-Rauxeler THW bei Aufräumarbeiten: „Wir ziehen Autos aus Flussbetten und räumen Mauerreste weg“, erzählt Anne Steinbock.

Wie lange der Einsatz des Castrop-Rauxeler THW noch andauert, ist unklar.
Wie lange der Einsatz des Castrop-Rauxeler THW noch andauert, ist unklar. © THW OV Castrop-Rauxel © THW OV Castrop-Rauxel

Nur THW-Mitglieder dürfen mitfahren

Nicht nur die geschulten Einsatzkräfte, sondern auch ganz normale Castrop-Rauxeler wollen in der derzeitigen Krisensituation helfen, berichtet sie. Es gab auch Anfragen, ob man mitfahren könne. Sich dem THW einfach bei einer Fahrt anzuschließen, ist jedoch nicht möglich. „Allein schon aus Versicherungsschutzgründen“, erklärt Anne Steinbock.

Sie merke allerdings, dass das THW in der jetzigen Situation besonders viele Beitrittsanfragen erhalte. „Die Leute wollen dann auch direkt in den Einsatz“, berichtet sie. Doch auch das sei nicht so einfach möglich. Zunächst müsse man die Grundausbildung abschließen. Außerdem benötige man einige Impfungen, zum Beispiel gegen Hepatitis. „Das ist mir sehr wichtig, da sich gerade in so einem Gebiet leicht Krankheiten ausbreiten“, sagt Anne Steinbock.

Aus den Krisengebieten hört man auch, dass Hilfskräfte behindert oder sogar angefeindet werden. Das Castrop-Rauxeler THW selbst habe davon bis jetzt nichts mitbekommen. „Unsere Einsatzkräfte wurden nicht angegangen“, berichtet Anne Steinbock. Im Gegenteil: „Die Bevölkerung ist sehr dankbar.“

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