Das Bürgerbüro im Castrop-Rauxeler Rathaus. Inzwischen arbeitet man dort auch mit Schaltern im ehemaligen Warteraum und im Sitzungsraum 5. © Thomas Schroeter
Personal aufgestockt

Bürgerbüro: Mitarbeiter der Stadt arbeiten an Abbau des Terminstaus

Das Bürgerbüro kann wieder unter Volllast arbeiten. Bis der Terminstau abgearbeitet ist, können aber noch Monate vergehen. Das liegt auch an einer irre hohen Nachfrage nach Reisedokumenten.

Eine schnelle Normalisierung der Zustände im Castrop-Rauxeler Bürgerbüro darf man nicht erwarten. Das haben Michael Eckhardt, Erster Beigeordneter der Stadt, und Thomas Roehl, Leiter des Bereichs Ordnung und Bürgerservice, am Dienstag (1.6.) bei einem Pressegespräch erläutert.

„Wir haben eine riesige Beschwerde-Gemengelage, das stimmt. Unsere Mitarbeiter werden teilweise beschimpft. Und ich kann den Unmut der Menschen ja auch verstehen, wenn sie bis November auf einen Termin warten sollen“, machte Roehl kein Hehl aus der Ist-Situation.

Aber die Lage ändere sich gerade tatsächlich wieder. „Wir haben da in der Pandemie und dem Lockdown über den Jahreswechsel mit verminderter Personallage einen großen Pfropfen im Flaschenhals aufgebaut. Den können wir jetzt beseitigen. Aber nur nach und nach“, sagt Eckhardt.

Nachdem man aus Sicherheitsgründen im Winter auf zwei völlig getrennte Teams gebaut hatte, von dem eines im Homeoffice saß, setzt man jetzt wieder auf volle Personalstärke im Rathaus. Und sogar noch mehr. Thomas Roehl: „Wir bekommen jetzt mindestens bis Jahresende zwei Vollzeitstellen dazu, so dass wir seit Montag in Sollstärke arbeiten und ab der kommenden Woche sogar noch mehr Personal als im Normalzustand einsetzen können.“

Das Elend habe sich seit Jahresbeginn 2020 nach und nach aufgebaut und sei zuletzt tatsächlich sehr groß gewesen. Roehl nennt dafür neben dem zeitweisen Personalnotstand weitere Gründe: die wegen Corona weggefallene offene Sprechstunde, die viele Bürger genutzt hätten. Hinzu komme gerade die Situation, dass Reisepässe irre nachgefragt würden.

Roehl: „Alle, die im vergangenen Jahr einen Reisepass gebraucht hätten, wegen Corona aber nicht verreisen konnten, kommen jetzt zu uns. Dazu kommen die, die jetzt eh einen Pass bräuchten.“ Außerdem sei vor zehn Jahren der neue Personalausweis eingeführt und von vielen Menschen sofort genutzt worden. All diese Personalausweise müssen ausgerechnet jetzt neu ausgestellt werden.

Mit überproportionalem Zulauf nicht gerechnet

All das zusammen habe in den vergangenen Wochen für eine riesige Nachfrage nach Terminen geführt, der man überhaupt nicht gewachsen war. Eckhardt: „Das hätten wir vielleicht ahnen können. Aber ich bin ehrlich: Wir haben mit diesem überproportionalen Zulauf nicht gerechnet.“ So habe man erst mit Verzögerung darauf reagiert.

Nun habe man das gesamte Team zusammen, habe es im Rathaus aus Corona-Gründen auf mehrere Standorte (etwa den bisherigen Wartebereich und den Sitzungsraum 5) verteilt und versuche, so schnell es gehe den Terminstau abzuarbeiten.

Ärgerlich sei es aus Sicht der Stadt und der Bürger in der derzeitigen Situation auch gewesen, dass die Hotline, die in Bochum betrieben wird, dem Ansturm nicht gewachsen war. „Eigentlich kalkuliert man da mit täglich 200 Anrufen aus Castrop-Rauxel. Zuletzt waren es bis zu 1000. Es waren aber leider nicht mehr Mitarbeiter, die da für uns eingesetzt werden“, so Michael Eckhardt.

Bitte: Ungenutzte Termine unbedingt absagen

Das Elend soll auf Dauer ein Ende haben. Aber: Geduld sei weiter gefragt. „Selbst wenn wir jetzt unter Volllast arbeiten können, werden wir es in den nächsten Wochen zwar schaffen, den Terminvorlauf nach und nach zu verringern. Die Wunsch-Situation, dass man höchstens zwei oder drei Wochen auf einen Termin warten muss, werden wir aber so schnell nicht wieder erreichen“, warnte Eckhardt vor zu hohen Erwartungen.

Die Mitarbeiter des Bürgerbüros, das unterstrichen Eckhardt und Roehl, seien dabei sehr motiviert und mit vielen Vorschlägen zur Verbesserung der Situation am Werk. Und hätten eine dringende Bitte: Wer einen Termin nicht einhalten können, möge den absagen und so Platz für andere Bürger machen. Denn, so Roehl: „Da werden wirklich unzählige Termine nicht abgesagt.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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