Viele Menschen kamen nach Ickern, um sich impfen zu lassen. Ohne Anmeldung, ohne viel Theater, ganz spontan und ohne Termin: In Castrop-Rauxel wird es weitere solcher Termine geben, kündigte der Bürgermeister am Rande an. © Jonas Hildebrandt
Coronavirus

Bürgermeister kündigt an: Corona-Impfaktion wird anderswo wiederholt

Der Freitag (23.7.) stand ganz im Zeichen der Impfaktion in Ickern: 150 Impfdosen gegen Sars-CoV2 standen dort zur Verfügung. Nun kündigte der Bürgermeister an: Das wiederholen wir.

Impfgegner verteilten Flyer am Rande einer Impfaktion gegen das Coronavirus in Ickern am Freitagvormittag. Aber das war wirklich nur Randgeschehen, wie Verantwortliche uns bescheinigen: 150 Impfdosen von Biontech und Johnson & Johnson standen hier ohne Anmeldung zur Verfügung.

Und es kamen viele Menschen. Es bildete sich eine Warteschlange vor dem Bus der JVA Meisenhof, in der Dr. Holger Knapp, Hausarzt hier am Ickerner Marktplatz, die Impfdosen an viele Castrop-Rauxeler verabreichte. Die Impfaktion lief ab 9 Uhr. Und schon gegen 11 Uhr kündigte Bürgermeister Rajko Kravanja in unserer Live-Sendung an: Das bleibt nicht die einzige Aktion in Castrop-Rauxel.

Kravanja sagte, man wolle weitere niederschwellige Angebote in Castrop-Rauxel wie dieses schaffen und dafür dann in andere Stadtteile gehen. Mit welchem Personal, mit welcher Ausstattung, zu welchen Tagen: All das ist noch offen. Aber der Bürgermeister zeigte sich begeistert ob der Resonanz, die dieser Termin auslöste. „Es war ein Testballon für mich, ob es angenommen wird. Aber es läuft sehr gut. Es ist die Bestätigung, dass wir das dezentral in anderen Ortsteilen auch brauchen. Wir sind schon in der Terminplanung für nach den Ferien“, so Kravanja.

Kravanja zur Infektionslage: „Macht mir Sorge“

Damit löste Castrop-Rauxel auch seinen Beitrag zur Impfaktionswoche ein, mit der in vielen Städten in NRW Menschen aktiviert werden sollten, die bisher noch keine Impfung bekommen konnten oder wollten. Die Impfwoche ist zwar vorüber, aber die Resonanz in Ickern war auch im Nachgang, an diesem verspäteten Termin, groß.

Kravanja bezeichnete die Entwicklung der Pandemie mit der stetig als „besorgniserregend“: „Es trifft in der Tat jetzt die jungen Leute. Wir haben über 60 Prozent der Infektionen bei den 0- bis 30-Jährigen. Das macht mir Sorge.“

Dr. Holger Knapp erklärte in der Sondersendung unserer Redaktion von vor Ort, dass er den Wechsel der Situation selbst verwundert zur Kenntnis genommen habe: „Heute haben wir zu wenig Impflinge für zu viel Impfstoff, vor einigen Wochen war das noch genau umgekehrt“, so der „Ickerner Impfarzt“, der schon seit dem Jahreswechsel mit den Corona-Impfungen in Castrop-Rauxel voran geht.

Musikschule spielte live

Beim „Impf-Event“ (O-Ton Kravanja) in Ickern war auch die Musikschule vor Ort: Es gab Live-Musik am Gefängnisbus, wo die Impflinge sich nach der Impfung ein paar Minuten unter einem Pavillon ausruhten, um mögliche Sofort-Reaktionen abzuwarten.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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