In diesem Zelt hinter der Glückauf-Apotheke an der Dortmunder Straße führt Claus Ehrensberger etwa 80 Tests pro Tag durch. © Timo Pianka
Schnelltests

Castrop-Rauxeler Apotheken melden viele frustrierte Kunden

Mehrere Apotheken in Castrop-Rauxel bieten kostenfreie Schnelltests an. Viele Bürger freuen sich über diesen Service – bei einigen entlädt sich aber auch Ärger über die Corona-Pandemie.

Die Corona-Regeln in Castrop-Rauxel wurden in den vergangenen Wochen nach und nach gelockert. Zum Einkaufen oder für den Besuch im Biergarten müssen aber nach wie vor negative Corona-Testergebnisse vorgezeigt werden. Auch einige Castrop-Rauxeler Apotheken bieten daher die kostenlosen Schnelltests an. Doch dieser Service führt teilweise auch zu unschönen Situationen.

Frust bei den Kunden

„Der Frustfaktor bei den Kunden steigt“, erzählt eine Mitarbeiterin der Burg-Apotheke in Henrichenburg. Seit mehreren Wochen könne sie beobachten, wie sich die Gemüter einiger Kunden vor Ort erhitzen. Immer öfter komme es auch zu verbalen Attacken: „Einige Kunden verlassen fluchend den Laden, wenn ein Test gerade nicht möglich ist“, erzählt sie.

Der Grund: Für den Test in der Apotheke ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Seit der Wiedereröffnung des Einzelhandels und der Gastronomien sind diese Termine jedoch heiß begehrt. Spontane Tests sind also nicht möglich – zum Unmut einiger Bürger.

So berichtet Dr. Benjamin Lieske von der Ickerner Markt-Apotheke: „Es gibt durchaus Situationen, in denen die Töne auch mal härter werden.“ Dabei könne er den Ärger vieler Leute sogar verstehen: „Dass die Emotionen in diesen Zeiten auch mal hochkochen, kann ich nachvollziehen. Die letzten Monate haben uns allen keinen Spaß gemacht“, so Lieske.

Etwa 200 Tests werden hier am Tag durchgeführt. Das sei nicht wenig, trotzdem komme man dem Bedarf damit nicht hinterher. Der Apotheker berichtet von teilweise mehr als 500 Anrufen pro Tag. Dass in der Markt-Apotheke keine Kapazität für spontane Tests vorhanden ist, könne nicht jeder Kunde nachvollziehen.

Schuldzuweisungen an die Mitarbeiter

So berichtet die Mitarbeiterin der Burg-Apotheke: „Viele Leute denken auch, wir machen jetzt nur noch Tests und das Tagesgeschäft läuft nebenbei.“ Dabei sei es genau umgekehrt. Zu unglücklichen Situationen führen dann auch kleine Fehler im Ablauf: „Wenn E-Mail-Adressen fehlerhaft angegeben werden, kommt das Testergebnis nicht bei den Kunden an.“ Die Schuld werde in diesem Fall wieder den Mitarbeitern zugewiesen.

Auch Claus Ehrensberger von der Glückauf-Apotheke an der Dortmunder Straße auf Schwerin erlebt dieses Unverständnis. Er betont jedoch, dass „ein Großteil der Menschen dankbar für das Angebot“ sei. Doch er sagt auch: „Wenn von 100 Kunden nur einer verärgert reagiert, kann der Tag eines Mitarbeiters schon gelaufen sein.“ Claus Ehrensberger möchte sich an diesen Fällen jedoch nicht aufhalten: „Die Dankbarkeit vieler Bürger gibt uns Mut, die Testungen weiterhin durchzuführen.“

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